Hückelhoven - Beim Nähen immer mehr Nähe gewinnen

Beim Nähen immer mehr Nähe gewinnen

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Kursleiterin Elvira Deutges zeigt, was frau mit Nadel und Faden alles schaffen kann.

Hückelhoven. „Was man lernen muss, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut.” Dieses Zitat des griechischen Philosophen Aristoteles stand als Leitspruch über dem ersten Nähkurs, der im Familienzentrum Traumland an der Ludovicistraße angeboten wurde.

Seit Ende April treffen sich dort jeden Mittwoch acht Frauen mit Migrationshintergrund, um neben dem Nähen auch den Umgang mit der deutschen Sprache zu erlernen.

Jeden Mittwochvormittag treffen sich die acht Frauen, um sich mit Schnittmustern und der Nähmaschine auseinanderzusetzen. Da sich das Angebot vor allem an Mütter richtet, wird während dieser Zeit auch Wert auf die Betreuung der Kinder gelegt.

Gerade den Frauen kommt eine Schlüsselfunktion für den Verlauf und das Gelingen der Eingliederung von Familien ausländischer Herkunft zu, wie die Gleichstellungsbeauftragte Petra Hudler bei der Präsentation des Projektes erklärte: „Durch den Umgang mit der deutschen Sprache können sie nicht nur die eigene Integration, sondern auch die ihrer Kinder und anderer Angehöriger fördern.”

Deshalb wurde beim Nähkurs großer Wert darauf gelegt, dass die Teilnehmerinnen deutsch sprechen und so die Hemmungen überwinden, sich in der für sie fremden Sprache zu artikulieren. Anders war es auch nicht möglich, denn Kursleiterin Elvira Deutges spricht kein türkisch. „Die Arbeit macht Spaß und stellt eine interessante Herausforderung dar”, erklärte sie trotzdem in den kurzen Pausen zwischen ihren Einsätzen an den Arbeitsplätzen der Frauen.

Mit Maßband und Stift hinterm Ohr zeigt sie den Frauen, wie aus den ausgewählten Mustern die Kleider werden, die sie sich vorher ausgesucht haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie jedes Wort verstehen, denn an der konkreten Arbeit lassen sich mangelnde Sprachkenntnisse gut überbrücken, notfalls auch mit Händen und Füßen. Deutges ist gelernte Schneidermeisterin und betreibt in Nettetal ein eigenes Atelier, wo sie auch schon zahlreiche Nähkurse abgehalten hat.

Auch der Stadtkämmerer Helmut Holländer ist vom Erfolg des Projektes überzeugt. „Das Miteinander in diesem lockeren Rahmen stärkt das Selbstbewusstsein der Frauen”, betonte er. „Und das wird sich auch auf die Kinder übertragen.” Die überschaubare Gruppengröße sei dabei von Vorteil, denn so können Hemmungen überwunden werden und schnell Kontakte aufgebaut werden, die über den Kurs hinaus Bestand haben. Aufgrund des großen Erfolgs sind sich alle Beteiligten sicher, dass das Kursangebot fortgesetzt wird.

Allerdings wird dann eine kleine Kursgebühr erhoben, der erste Kurs war für die Teilnehmerinnen kostenlos. Die Ergebnisse des Kurses werden im Rahmen des Cityfestes am 5. und 6. September bei einer Modenschau auf der Hauptbühne präsentiert. Bis dahin haben die Näherinnen im Traumland noch zwei Termine, bei denen sie ihre Kreationen vollenden und die Modenschau planen müssen.
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