Wegberg-Rickelrath - Beim Mühlentag einen Blick in die Vergangenheit geworfen

Beim Mühlentag einen Blick in die Vergangenheit geworfen

Von: Stephan Vallata
Letzte Aktualisierung:
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Da spielt die Musik: Hagen (5) und Heidi (8) haben sich mit ihrer Großmutter Edeltraud Morjan auf Entdeckungstour durch die Schrofmühle in Rickelrath begeben. Foto: Stephan Vallata

Wegberg-Rickelrath. Ihre erste urkundliche Erwähnung verdankt die Schrofmühle keinem sehr schmeichelhaftem Umstand. Gerichtsakten der Pfarre Beeck aus dem Jahr 1588 belegen, dass sich der damalige Schrofmüller mit einer recht brisanten Anklage auseinandersetzen musste: Er soll das Wasser des Mühlenbachs zu hoch gestaut haben - zum Leidwesen der Gemeinde.

Die Affäre hat dem Fortbestand des Baudenkmals an der Schwalm allerdings nicht geschadet. Denn es gibt sie immer noch, die Mühle am rauschenden Bach. Und klappern kann sie selbstverständlich auch.

Am Montag schauten ihr dabei besonders viele Menschen zu: Stellvertretend für alle Wind- und Wassermühlen eröffnete die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenunterhaltung (DGM) den 16. Deutschen Mühlentag am südlichen Ende des Schwalmtals, dem Standort der Schrofmühle.

„Wir haben uns nicht vorstellen können, welcher Aufwand dahinter steckt”, gestand Dr. Ferdinand Schmitz, Vorsitzendes Förder- und Museumsvereins Schrofmühle, bei der Eröffnung.

„Aber der Mühlentag ist jede Anstrengung wert.” Durch den Erhalt der Zeugnisse mittelalterlicher Ingenieurskunst lasse sich Geschichte begreifen und die „Vorstellungswelt unserer Vorfahren erfassen”.

Landrat Stephan Pusch, zugleich Vorsitzender des Rheinischen Mühlenverbandes, griff diesen roten Faden wieder auf. Er sagte: „Historisches steht zur Zeit hoch im Kurs.” Warum? Darum: „Der Mensch schaut gerne in die Vergangenheit.” Mühlen seien ein „Wegbegleiter menschlicher Entwicklung” und folglich ein „wichtiges Merkmal unserer Identität”. Kurzum: „Mühlen sind Gebäude, die man lieben muss.”

Staatssekretär Günter Kozlowski, der Schirmherr und NRW-Landesvater Dr. Jürgen Rüttgers vertrat, hatte das große Ganze im Blick: Gerade in Zeiten der Globalisierung entwickle man verstärkt das Bedürfnis, sich zu erden. „Wo kommen wir her? Wo gehören wir hin? Wo liegen unsere Wurzeln” Bauwerke wie Mühlen könnten eine wichtige Orientierung geben, glaubt Kozlowski. Bürgermeisterin Hedwig Klein hatte eigens ihre Bürgermeisterkette angelegt, um der Inhaberfamilie Schmitz ihren „vollen Respekt” für die geleistete Öffentlichkeitsarbeit und deren Bemühen um den Erhalt der Mühle zu bezeugen. Einen nahezu umfassenden Bogen spannte Festredner Hanns Heidemanns - von den Anfängen des Müllerhandwerks im alten Babylon im vierten Jahrtausend vor Christus bis zur industriellen Revolution.

Der Präsident der DGM, Erhard Jahn, bat die zahlreich erschienenen Vertreter der Politik darum, den Naturschutz nicht über den Denkmalschutz zu stellen. „Die Gefahr liegt nahe”, sprach Jahn eine seiner Annsicht nach stellenweise „unsinnige Gesetzgebung” an.

Mehr dazu: http://www.schrofmuehle.de
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