Bei Rüttgers zu Hause hat sie „die Hosen an”

Von: disch
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Talk in der Heinsberger Stadthalle: Auf einer nur leicht erhobenen Bühne praktisch mitten im Saal antworteten Jürgen und Angelika Rüttgers auf die Fragen von Moderatorin Sabine Peper (l.). Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Sie sind seit 28 Jahren ein Paar - und als solches bestreiten sie auch gemeinsam diesen Wahlkampf. „Ein Abend mit Jürgen und Angelika Rüttgers” war am Donnerstagabend in der Heinsberger Stadthalle angesagt - als Höhepunkt des Landtagswahlkampfes der CDU im Kreis Heinsberg.

Und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und seine Ehefrau präsentierten sich vor allem als „ganz normale Leute”, bei denen sich daheim, so versicherte sie jedenfalls, auch nach seinem Amtsantritt als Regierungschef in Düsseldorf eigentlich nichts verändert habe. Wobei ihr Zuhause eine fast politikfreie Zone sei, wie zu hören war.

Die rund 300 Zuhörer im großen Saal der Begegnungsstätte, die auf Karten ihre Fragen notieren und einreichen konnten, erfuhren an diesem Abend so einiges aus dem Privatleben der Familie Rüttgers, nicht nur, dass sie zu Hause „die Hosen anhat” - auch wenn er da ist. So wurde aus dem Urlaub in Südfrankreich erzählt, wo Jürgen Rüttgers fleißig ist - denn auch im Urlaub müsse „ein bisschen regiert werden”, aber vor allem sei er dort im eigenen Ferienhaus gerne als Heimwerker tätig.

Für Angelika Rüttgers sind Werte wie Toleranz, soziales Engagement, Ehrlichkeit, Vertrauen und Pünktlichkeit wichtig, sagte sie im Gespräch mit Moderatorin Sabine Peper. „Mein Mann arbeitet gerne für Menschen und mit Menschen - das macht er gerne und gut”, zollte sie ihm Anerkennung. Auf die Frage, was sie sich wünschen würde, wenn sie einen Wunsch frei hätte, antwortete sie zunächst politisch: 45 Prozent am 9.Mai, dem Wahltag. Um dann aber gleich hinzuzufügen, dass sie sich doch vor allem für alle Menschen viel Gesundheit wünsche.

Die Politik kam trotz des neuen Veranstaltungsformats, das die menschliche Seite in den Mittelpunkt rückte, nicht zu kurz. „Wahlkampf macht Spaß”, beteuerte Jürgen Rüttgers. Denn für eine gute Sache zu kämpfen, lohne sich immer. „Es steht auf des Messer Schneide.” Sein Appell an die Parteifreunde: „Ran an die Leute!”

Er verzichtete nicht auf Attacken: Das Statement des SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel (von Rüttgers spöttisch als „Charakter-Riese” bezeichnet), der von Rot-Rot-Grün in NRW gesprochen hatte, sei kein Versprecher gewesen: „Kindermund tut Wahrheit kund!” Und Rüttgers sagte: „Irren ist menschlich. Dauernd irren ist sozialdemokratisch.”

Im Reigen der Polit-Themen plädierte er unter anderem dafür, erst die kommunalen Finanzen in Ordnung zu bringen, ehe über Steuersenkungen entschieden werden könne. Er sprach sich nicht gegen Gesamtschulen aus, betonte aber: „Die Einheitsschule ist der Fehler!” Und Rüttgers plädierte für Mindestlöhne, für tarifliche, nicht für gesetzliche, denn sonst würde deren Höhe in Zukunft zum ständigen Wahlkampfthema.
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