Bei der Arge wird die Bewaffnung diskutiert

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Arge-Geschäftsführer Günter Kapell weist auf die Spuren am Türrahmen hin. Hier machte sich ein „Kunde” mit einem Spalthammer zu schaffen. Die völlig demolierte Türe wurde ausgewechselt. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Bedrohungen und Handgreiflichkeiten seien mittlerweile in den acht regionalen Nebenstellen und drei Job-Centern der Arge im Kreis leider keine Seltenheit mehr, erklärt Arge-Geschäftsführer Günter Kapell. „Mit verbalen Entgleisungen können die Mitarbeiter schon ganz gut umgehen. Anders sieht es bei handfesten Bedrohungen aus, die dann auch häufig auf den privaten Bereich ausgedehnt werden.”

Den Haken, der manchen „Kunden” massiv rebellieren lässt, sieht Kapell im Grundsatz des Förderns und Forderns, wie er im Sozialgesetzbuch festgeschrieben ist.

Denn die Hilfsbedürftigen seien demnach nicht bloße Empfänger sozialer Leistungen, sondern müssten auch ihrerseits etwas beisteuern. „Problematisch wird es oft dann, wenn es um die Geldleistung geht”, sagt Kapell. „Wenn die Menschen befürchten, dass es Schwierigkeiten mit dem Vermieter geben könnte oder die Familie nicht ausreichend versorgt sei.

Wenn die Kunden dann ihre Vermögensverhältnisse offenlegen sollen, gibt es ab und zu Ärger, weil die eigenen Vorstellungen nicht mit den gesetzlichen Regelungen übereinstimmen.”

Im Einzelfall müsste schon einmal ein Hausverbot von sechs Monaten gegen einen der 18.000 Kunden ausgesprochen werden. Derzeit seien sechs in Kraft.

„Es gibt Argen in Großstädten”, weiß Kapell, „die sogar private Sicherheitsdienste beschäftigen, aber diese Situation haben wir hier noch nicht. Es gibt auch immer wieder Diskussionen um eine Bewaffnung der Mitarbeiter zum Beispiel mit Pfefferspray. Aber wir lehnen dies bislang ab.” Letztlich sei dies ja auch mit Gefahren verbunden, und eine unverhältnismäßige Anwendung könnte dann am Ende sogar zu einer strafrechtlichen Konsequenz für einen Arge-Mitarbeiter führen.

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