Begegnung 2012: Polizei lebt Völkerverständigung

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Freude über die Auszeichnung am Dienstagnachmittag im Heinsberger Kreishaus: Astrid Wolters (l.) und Thomas Pennartz (r.) von der Sparkassen-Stiftung überreichten den Begegnungspreis stellvertretend an Polizeidirektor Friedhelm Hinzen (2. v. l.), der dabei Unterstützung erhielt von den Bezirksdienstbeamten Toni Cranen (Mitte) aus dem Selfkant und Hans de Haas (2. v. r.) aus dem niederländischen Brunssum. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Für ihren Einsatz im Kampf gegen Straftaten und schwere Verkehrsunfälle werde die Polizei ja schon mal gelobt, manche würden sich auch beschweren. Aber: „Dass die Polizei einen Preis erhält, ist schon etwas ganz Besonderes.“ Dies sagte Polizeidirektor Friedhelm Hinzen, als er am ­Dienstagnachmittag im Kreishaus stellvertretend für die Kreispolizeibehörde Heinsberg den Begegnungspreis 2012 der Sparkassen-Stiftung für Völkerverständigung in Empfang nahm.

„Überrascht, aber auch ein bisschen stolz“ sei die Polizeibehörde gewesen, als zum Jahreswechsel die Nachricht von der Preisvergabe bekannt gegeben worden war. Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro reichte er am Dienstag weiter – an den Weißen Ring, den gemeinnützigen Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten. Jörg Beck, WR-Vorsitzender im Rheinland, und Friedrich-Wilhelm Mathieu, Außenstellenleiter im Kreis Heinsberg, dankten für diese Spende.

Laudatio von Astrid Wolters

In ihrer Laudatio sagte Astrid Wolters, die Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, der Preis Begegnung 2012 werde an die Kreispolizeibehörde nicht nur speziell für die wirklich positive Entwicklung der dienstlichen Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei vergeben, sondern gerade für die weit darüber hinausgehenden außerdienstlichen Begegnungen.

Die Jury, bestehend aus dem Stiftungsvorstand, Mitgliedern des Kuratoriums sowie Redakteuren der lokalen Zeitungen (der Zeitungsverlag Aachen war mit Regionalredakteur Dieter Schuhmachers vertreten) konnte aus insgesamt 15 Vorschlägen auswählen. „Die Entscheidung fiel auch in diesem Jahr nicht leicht“, so Wolters.

Bei der Begründung für die Preisvergabe an die Kreispolizeibehörde zitierte sie zunächst den österreichischen Schriftsteller Ernst Ferstl: „Der erste Schritt auf dem Weg zu einer menschlichen Begegnung ist das Aufeinanderzugehen.“ Damit es überhaupt zu einer Begegnung kommen könne, sei also eine gewisse Eigeninitiative erforderlich. „Diese haben die Mitglieder der Kreispolizeibehörde vielfach gezeigt.“ Als Beispiel nannte Wolters den Gesprächskreis „Grenze 77“, dessen Initiator die Kreispolizeibehörde Heinsberg gewesen sei. Diese sei auf die Kollegen der niederländischen Polizei zugegangen, um den Staatsvertrag zwischen Deutschland und den Niederlanden mit Leben zu füllen und insbesondere die gemeinsame Polizeiarbeit entlang der 77 Kilometer langen Grenze zu gewährleisten. Weiterhin sei die Kreispolizeibehörde Heinsberg seit 40 Jahren Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft von Polizeibehördenleitern in der Euregio Maas Rhein (NeBeDeAgPol). Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft sei es, die polizeiliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern.

Neben diesen dienstlichen Treffen würden regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, „die über die klassische polizeiliche Tätigkeit weit hinausgehen“, sagte Wolters mit Blick auf „Fietstocht“, Laufveranstaltung oder Fußballturnier. Besonders erfreulich aber sei es, dass sich im Laufe der Zeit durch all diese Zusammentreffen inzwischen zahlreiche grenzüberschreitende Freundschaften zwischen ganzen Familien entwickelt hätten. Gemeinsam verbrachte Urlaube und gegenseitige Einladungen zu Familienfeiern seien ein deutliches Indiz dafür, „dass hier Völkerverständigung in besonderem Maße gelebt wird“.

Gemischte Streifen, regelmäßiger Informationsaustausch und abgestimmte Kontrollen, aber auch gemeinsame Sportaktivitäten – Polizeidirektor Friedhelm Hinzen sprach einige der gemeinsamen Aktivitäten der Polizei diesseits und jenseits der Grenze an und stellte auch die Bedeutung der International Police Association, des internationalen Polizei-Freundschaftsverbandes, heraus. „Persönliche Kontakte erleichtern die formelle Zusammenarbeit“, sagte Hinzen und freute sich insbesondere über die Anwesenheit nicht nur deutscher, sondern auch niederländischer Polizeibeamter unter den geladenen Gästen bei dieser Feierstunde.

Einen Preis in Empfang nehmen durften am Dienstag auch drei unter den Einreichern von Vorschlägen ausgeloste Gewinner: Gutscheine über Wochenendreisen für jeweils zwei Personen gingen an Christian Ehlers (Erkelenz), Markus Klassen (Selfkant) und Werner Franzen (Heinsberg).

Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender sowohl der Kreissparkasse als auch der Stiftung, kündigte nicht nur eine weitere Auflage des Begegnungspreises in diesem Jahr an, sondern erinnerte auch an die aktuell laufende Ausschreibung zum neuen Integrationspreis. Noch bis 30. April sind Vorschläge und Bewerbungen möglich.

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