Begas-Haus: weniger Personal statt höherer Zuschüsse

Von: Anna Petra Thomas
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Ist die Diskussion um die Finanzierung des Begaus-Hauses in Heinsberg nun beendet? Durch Einsparungen bei den Personalkosten soll ein Defizit künftig verhindert werden. Foto: Daniel Gerhards

Kreis Heinsberg. Seit Wochen schon ist er in der öffentlichen Diskussion, der Finanzbedarf für das Begas-Haus in Heinsberg. Neben einer Anfrage der SPD an den Kreistag gaben auch die Freien Wähler und die FDP öffentliche Stellungnahmen dazu ab. In der Sitzung des Kreistags nahm Landrat Pusch nun Stellung zur Anfrage der SPD.

Dabei beantwortete er auch die Frage, warum der Punkt, nachdem er in der gemeinsamen Sitzung des Kreis-Ausschusses für Kultur, Partnerschaft und Tourismus mit dem Schul- und Kulturausschuss der Stadt Heinsberg thematisiert worden war, nicht auf die Tagesordnung von Kreisausschuss und Kreistag gelangt war.

Erst am Schluss seiner fast fünf Seiten langen Ausführung benannte Pusch die Lösung des Problems: Da die Personalkosten die einzig beeinflussbare Größe seien, habe er in der vergangenen Woche mit Dr. Wolfgang Cortjaens, dem bisherigen Kustos des Museums, einen Aufhebungsvertrag geschlossen.

„Dadurch wurden die Personalkosten beim Stammpersonal um eine Zweidrittel-Stelle vermindert, was einem jährlichen Bruttoeinsparbetrag von rund 48.000 Euro entspricht.“ Darin liege dann auch die Erklärung, dass die Thematik nicht mehr auf der Tagesordnung des Kreistags stehe, so der Landrat weiter, „weil der Trägerverein die Zeit genutzt hat, um einen Kompromissvorschlag zu erarbeiten.“

Dieser sehe weiterhin vor, dass die Museumsleitung in Person von Dr. Rita Müllejans-Dickmann, die nach wie vor Beamtin des Kreises Heinsberg sei, dem Museum ohne Kostenerstattungsanspruch seitens des Kreises Heinsberg zur Verfügung gestellt werde.

Sodann formulierte Pusch einen Beschlussvorschlag des Trägervereins: „Es wird beschlossen, Mittel des Kreises Heinsberg und der Stadt Heinsberg in Höhe von je 55.000 Euro zum Ausgleich des Fehlbetrages für das Jahr 2014 bereitzustellen.“

Die Deckung solle durch die Bildung einer Rückstellung im Jahresabschluss 2014 erfolgen. „Für die Jahre 2015 bis 2018 wird der Finanzbedarf für Kreis und Stadt Heinsberg wie bisher auf je 75 000 Euro beziffert.“ Zudem stelle der Kreis dem Museumsverein die Arbeit der Museumsleiterin unentgeltlich zur Verfügung.

„Ich denke, dass mit dieser Kompromisslösung der Angst der Politik vor einer stetig wachsenden Haushaltsbelastung durch das Begas-Haus Rechnung getragen wird“, schloss Pusch. „Ich denke des Weiteren, dass nunmehr die Fraktionen in Kreis und Stadt ausreichend Zeit haben, bis zur nächsten Sitzung den Kompromissvorschlag zu beraten.“

Im Vorfeld seines Vorschlags zur Reduzierung der Personalkosten war der Landrat noch einmal auf die Sanierungs- und auf die Einrichtungskosten des Museums eingegangen. Die Sanierungskosten, die der Sitzung des Kreistags im Juni 2010 zugrunde gelegen hätten, beziffert mit 1,1 Millionen Euro, seien nahezu mit einer Punktlandung eingehalten worden, betonte Pusch.

Bei den Kosten der Einrichtung in Höhe von rund 850.000 Euro habe ursprünglich die berechtigte Hoffnung bestanden, den Betrag größtenteils durch Spenden decken zu können. „Tatsächlich wurde dann auch der Löwenanteil der Einrichtungskosten mit einem Betrag von 530.000 Euro über diverse Zuwendungen finanziert.“

Die „Unterdeckung“ in Höhe von rund 300.000 Euro habe zu einem Großteil durch niedrigere Betriebskosten während der mehrjährigen Umbauphase aufgefangen werden können, erklärte Pusch.

Höher als 2010 bei der Berechnung der Mitgliedsbeiträge zugrunde gelegt, seien jedoch die Betriebs- und Personalkosten für das Begas-Haus. Grund dafür sei eine Ausweitung der Öffnungszeiten von 10,5 auf 21 Stunden pro Woche und die Vergrößerung der Ausstellungsfläche von 422 auf 674 Quadratmeter.

Und nicht zuletzt sei mit den Veränderungen im Museumskonzept und -betrieb auch eine Erhöhung des Personalbestands einhergegangen. Im alten Museum habe es 1,2 Vollzeitstellen für den Museumsbetrieb und eine für das Aufsichtspersonal gegeben. Beim Begas-Haus seien es bisher 1,6 Vollzeitstellen für die Museumsleitung und zwei für das Aufsichtspersonal gewesen.

„Da die eigentlichen Betriebskosten kaum beeinflussbar sind und der Verein selbstverständlich auch die aufgenommenen Drittmittel planmäßig bedienen wird, blieb als einzige beeinflussbare Größe nur der Bereich der Personalkosten übrig“, erläuterte Pusch.

Dies habe zu dem Aufhebungsvertrag mit dem bisherigen Kustos des Museums geführt.

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