Begas-Haus: Kreis betont sein Entgegenkommen

Von: disch
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Kompromissvorschlag: Der Kreis stellt dem Begas-Haus eine Museumsleiterin zur Verfügung. Foto: Daniel Gerhards

Kreis Heinsberg. Der Finanzierungsbedarf für das Begas-Haus, das Museum für Kunst und Regionalgeschichte in der Kreisstadt Heinsberg, hatte für Turbulenzen und Schlagzeilen gesorgt, nachdem die CDU-Mehrheitsfraktion im Heinsberger Stadtrat bei einer gemeinsamen Sitzung der Kulturausschüsse von Kreis und Stadt ­signalisiert hatte, den ursprünglichen Verwaltungsvorschlägen nicht folgen zu wollen.

Nach diesen Kalkulationen hätten von kommunaler Seite (Kreis und Stadt) allein für die Jahre 2014 bis 2016 insgesamt 310.000 Euro mehr als geplant gezahlt werden müssen; zudem wären sowohl von der Stadt als auch vom Kreis zukünftig jeweils 135.000 statt 75.000 Euro im Jahr als Mitgliedsbeitrag für den von ihnen gemeinsam gebildeten Trägerverein aufzubringen gewesen.

Am Dienstagabend lag nun der bereits im September bekannt ­gewordene Kompromissvorschlag auf dem Tisch des Kreisausschusses, der unter Vorsitz von Landrat Stephan Pusch im Heinsberger Kreishaus tagte: Mit dem Ziel, die bisherigen Mitgliedsbeiträge in Höhe von ­jeweils 75.000 Euro zur Unterhaltung des Museums nicht zu erhöhen, habe der Vorstand des Trägervereins sehr kurzfristig eine Reduzierung der Personalkosten vereinbart und in diesem Zusammenhang das Stammpersonal um eine Zwei-Drittel-Stelle vermindert, was einem jährlichen Bruttoeinsparbetrag von rund 48.000 Euro entspreche, konnten die Ausschussmitglieder in der Sitzungsvorlage nachlesen.

Außerdem solle zukünftig die Museumsleitung in Person von Dr. Rita Müllejans-Dickmann, die nach wie vor Beamtin des Kreises Heinsberg sei, dem Museum ohne Kostenersatz durch den Trägerverein (bislang waren da circa 80.000 Euro im Jahr veranschlagt) vom Kreis Heinsberg zur Verfügung gestellt werden.

Der Beschlussvorschlag auf Kreisebene, über den in der Kreistagssitzung am Donnerstag kommender Woche abgestimmt werden soll, sieht nun vor, dass der Kreis zum Ausgleich des Fehlbetrages für das Jahr 2014 Mittel in Höhe von 55.000 Euro bereitstellt. Die ­Deckung soll durch die Bildung einer Rückstellung im Jahres­abschluss 2014 erfolgen. Für die Jahre 2015 bis 2018 wird der Finanzierungsbedarf für Kreis und Stadt Heinsberg wie bisher mit jeweils 75.000 Euro beziffert. Und der Kreis stellt eben dem Museumsverein die Arbeitsleistung von Museumsleiterin Müllejans-Dickmann ohne Kostenausgleich zur Verfügung.

Im Kreisausschuss wurde noch nicht abgestimmt, da im Vorfeld der Sitzung noch Beratungsbedarf angemeldet worden war. In der Diskussion wurden am Dienstagabend aber trotzdem einige Punkte unterstrichen. Kreispolitiker wollen dieser Kompromisslösung nur unter einem Vorbehalt zustimmen – unter dem Vorbehalt, dass auch die Stadt Heinsberg ihre Zustimmung zum Ausgleich des Fehlbetrages gibt; die Stadt soll – wie der Kreis – 55.000 Euro tragen.

Auf Nachfrage erklärte Landrat Stephan Pusch, er wisse nicht, wann die politischen Gremien der Stadt mit diesem Thema befasst würden, er habe aber von Bürgermeister Wolfgang Dieder Signale erhalten, dass dieser Kompromiss mitgetragen werde. Aus der Diskussion wurde zudem deutlich, dass die von kommunaler Seite zu zahlenden Beiträge bis 2018 auch ge­deckelt werden könnten. Und es wurde betont: Die Tatsache, dass die Museumsleitung finanziell vom Kreis allein getragen werde, sei ein Entgegenkommen.

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