Wegberg - „Befremdlicher Entschluss”: Pfarrer Zuska verlässt Wegberg

„Befremdlicher Entschluss”: Pfarrer Zuska verlässt Wegberg

Von: bast
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Pfarrer Matthäus Zuska bei der Einführungsfeier im Dezember 2007. Foto: Strickstrock

Wegberg. „Befremdlich” sei der überraschende und offensichtlich einsame Entschluss von Pfarrer Matthäus Zuska, Wegberg und die Pfarre St. Peter und Paul in Richtung Eifel zu verlassen. Das sagt Joseph Grün, Mitglied des Kirchenvorstandes der betroffenen Pfarre.

Pfarrer Zuska hat den Bischof in Aachen um Versetzung gebeten und wird wohl Anfang 2010 eine andere Wirkungsstätte in der Gemeinschaft der Gemeinden von Simmerath, Monschau, Mechernich, Kall, Hellenthal/Schleiden oder Blankenheim erhalten.

Mit den Pfarrgremien in Wegberg habe er zuvor nicht über seinen Schritt gesprochen. Auch teilte er seinen Entschluss nicht selbst den überraschten Kirchenbesuchern in einem Gottesdienst mit, sondern ließ ihn durch Lektoren verkünden. Lapidar ließ er als Grund die zukünftigen personellen Veränderungen in der Weggemeinschaft nennen.

Erst im Dezember 2007 war Pfarrer Zuska feierlich in sein Amt als Pfarrer in Wegberg eingeführt worden und hatte seine Predigt auf einen Paulusbrief bezogen, in dem um Einmütigkeit und das Einander annehmen gebeten wurde. Das christliche Leben in der Gemeinde, so formulierte er damals, müsse über sich hinauswachsen.

Die Wegberger hatten ihn im Einführungsgottesdienst vorbehaltlos empfangen. Diese Zeitung titelt damals: „Das Wandern hat ein Ende”. Dass St. Peter und Paul und die Gemeinden der Gemeinschaft ab 1. Januar 2010 durch den noch zu gründenden Kirchengemeindeverband Wegberg allerdings nur ein kurzer Zwischenstopp sein würde, hatte niemand erwartet.

Der heute 48-jährige Priester stammt aus Willenberg im heutigen polnischen Ermland und kam erst 1985 nach Deutschland. Er trat in den Franziskanerorden ein und wurde nach dem Studium der Theologie 1995 in Mönchengladbach zum Priester geweiht.

Als Kaplan in der Klosterkirche St. Barbara Mönchengladbach bat er 1999 Bischof Mussinghoff, ihn in die Seelsorge seines Bistums zu übernehmen und war dann in Heimbach, Titz, Vettweiß und Willich tätig, ehe er den Ruf nach Wegberg als Nachfolger des immer noch erkrankten Pater Laetantius erhielt

Hinzu kommt: Der Pfarrer von St. Rochus Rath-Anhoven ist 75 Jahre alt und wird dann von der Aufgabe entbunden und nur noch Priester sein, Pater Franz und Pfarrer Klaus Buyel von St. Adelgundis Arsbeck und St. Johann Baptist Wildenrath, die ab kommenden Jahr ebenfalls zur GdG Wegberg gehören werden, müssen zunächst die Seelsorge allein schultern.

Ob und wann ein Nachfolger ernannt wird, ist nach den Verlautbarungen des Bistums über die Entwicklung im pastoralen Personalbereich offen.

Joseph Grün jedenfalls hofft auf eine vernünftige Lösung, damit wieder Ruhe in den Pfarren eintritt.
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