Bedürfnisse von Blinden sind bekannt, Umsetzung hapert

Von: disch
Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Im Vorfeld vom Aktionstag „Auge im Fokus“ beantwortete Heinz Wolf, Vorsitzender vom Blinden- und Sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg, Fragen zu diesem Thema.

Der Blinden- und Sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg hat in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Wie läuft es aktuell im Verein im Jahr seines runden Geburtstags?

Wolf: Der Blinden- und Sehbehindertenverein sieht sich gut aufgestellt. Dank der guten Öffentlichkeitsarbeit – unterstützt von den Presseorganen – erleben wir eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Dies schlägt sich nieder in den vielen Anfragen von Betroffenen. Das drückt sich auch darin aus, dass in den letzten drei Jahren unter dem jetzigen Vorstand 27 neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Der Verein leistet seit nunmehr 60 Jahren hervorragende Leistung in Beratung und Hilfe. Das werden wir in Zukunft auch weiterhin tun und noch intensivieren.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Aktionstag „Auge im Fokus“ am 15. Oktober in Geilenkirchen?

Wolf: Kern unseres Anliegens ist es, betroffenen und von Sehverlust bedrohten Menschen Chancen aufzuzeigen, mit Blindheit und Sehbehinderung den Alltag zu gestalten. Durch die verschiedensten Hilfsmittel gewinnt man ein Stück Selbstständigkeit zurück. Ebenso geht es darum, zu erfahren, welche Möglichkeiten sich auftun durch die Mitgliedschaft in unserer Selbsthilfegruppe.

Blindenleitsysteme als praxisnahe Lösungen für öffentliche Gebäude und Unternehmen sind unter anderem ein Thema in der Ausstellung im Rahmen des Aktionstages. Besteht da aus Ihrer Sicht noch Nachholbedarf in der Region?

Wolf: Leitsysteme im öffentlichen Straßenbereich, vor allem in Bahnhöfen oder an Bahnsteigen, wie auch in öffentlichen Gebäuden zu installieren, ist ein nachdrücklicher Wunsch oder sogar eine Forderung von Blinden und Sehbehinderten. Leitsysteme schaffen Sicherheit, Orientierung und Freiheiten und machen unabhängig. Mit einem kleinen Wegeleitsystem sorgen wir dafür, dass bei unserer Ausstellung keine Barrieren entstehen. Was die Barrierefreiheit in der Region betrifft, kann ich nur sagen, dass noch generell ein großer Nachholbedarf besteht. Neben dem oft fehlenden Wegeleitsystem stellen aber die Ampelanlagen an Straßenübergängen ein weiteres Problem dar. Da fehlen für uns Blinde und Sehbehinderte deutlich hörbare akustische Signale. Hier besteht großer Bedarf an Veränderungen.

Wie ist es aus Ihrer Sicht generell in der Region um das Verständnis für die speziellen Bedürfnisse und Anliegen von Blinden oder Sehbehinderten bestellt?

Wolf: Die Bedürfnisse und Anliegen sind wohl bei den Behörden bekannt. Nur die Umsetzungen lassen auf sich warten. Hier bedarf es der Unterstützung der jeweiligen Behindertenbeauftragten. Dank des energischen Bemühens vom Behindertenbeauftragten der Stadt Geilenkirchen, Heinz Pütz, kann ich sagen, dass das Wegeleitsystem hier anerkennenswert ist. Ein Treffen mit den Behindertenbeauftragten der Städte und Gemeinden strebe ich an, um die Anliegen der Blinden und Sehbehinderten in einem Gespräch zu erörtern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert