Beate Görtz: Weltmeisterin will anderen Mut machen

Von: hewi
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Ein Lachen auch nach der Strapaze des Triathlons auf Hawaii, des legendären Ironman. Beate Görtz hängt sich im Training zwar mächtige rein, ist aber beileibe keine Asketin. Foto: pr

Hückelhoven. Beate Görtz hat ein Faible für lange Strecken. Ein normaler Triathlon kann sie nicht mehr aus der Reserve locken, vielmehr hat sie sich erfolgreich den Langdistanzen zugewandt. Beim legendären Ironman auf Hawaii wurde die 42-jährige im Oktober vorigen Jahres sogar Weltmeisterin ihrer Altersklasse.

Dabei hat sie erst vor rund zehn Jahren mit dem Laufen begonnen. „Anfangs wollte ich nur etwas für meine Figur und meine Kondition tun”, erinnert sich Görtz. So begann sie mit Marathon und landete vor rund zwei Jahren beim Triathlon. Ihren ersten Wettkampf bestritt sie vor rund zwei Jahren in Roth bei Nürnberg.

Schon sieben Wochen später gewann sie eine Triathlon-Veranstaltung in Köln und ließ dabei sogar die Profis hinter sich, womit sie für eine kleine Sensation sorgte.

Dann hatte sie Blut geleckt und nahm in Klagenfurt an der ersten Qualifikation für den Ironman auf Hawaii teil und qualifizierte sich mit dem dritten Platz in der Gesamtwertung schon beim ersten Mal. Manch anderer Sportler tastet sich über Jahre an die benötigten Leistungen und Zeiten heran.

Der Erfolg verwundert sie selbst. Denn das Training ist schwierig genug für die Vertriebsmitarbeiterin, die oft geschäftlich im In- und Ausland unterwegs ist. Mit ihrem Trainer Frederik Martin vom ASV Köln hat sie einen Trainingsplan entwickelt, der sich an ihren Arbeitszeiten orientiert und die sich ergebenden Lücken ausfüllt.

So kommt zur Arbeitswoche mit bis zu 60 Stunden noch ein rund 20-stündiges Trainingspensum. In Kilometern bedeutet das rund 300 Kilometer auf dem Rad, zehn Kilometer im Wasser und rund 60 Kilometer laufen - pro Woche.

Als sie sich den Langstrecken zuwandte, musste sie zuerst einmal sportlich schwimmen lernen. „Mein Trainer nennt mich noch heute Seegurke”, berichtet sie schmunzelnd.

Insgesamt bezeichnet sich Beate Görtz rückblickend als eher „leidlich sportlich”. Beim ASV Rurtal in Hückelhoven spielte sie Handball und „stolperte dabei meist über meine eigenen Beine”, wie sie sie rückblickend betont.

Bei der Karnevalsgesellschaft „All onger ene Hoot” tanzte sie zwölf Jahre in den Garden mit. Auch sonst hält die bekennende Haribo-Liebhaberin nicht viel von Askese und verdrückt auch mal gerne einen Big Mac oder genehmigt sich eine Zigarette.

Sie will den Menschen auch zeigen, dass man in jedem Alter sportliche Höchstleistungen bringen kann. Ein Vorbild war für sie ein 80-jähriger Mitbewerber, der im vorigen Jahr schon zum 20. Mal in Hawaii an den Start gegangen ist, nachdem er mit 60 Jahren angefangen hat zu laufen.

Görtz setzte Anfang Juli beim Iron Man in Klagenfurt wieder eine neue Bestmarke. Mit einer Gesamtzeit von 9:18:58 wurde sie neunte in der Gesamtbewertung und erste in ihrer Altersklasse.

Ihre Teilnahme am HüWoMan hatte da schon eher den Charakter eines ausgiebigen Trainings. Nach Hückelhoven standen und stehen noch Wettkampfveranstaltungen am Möhnesee, in Sassendorf, Hückeswagen und Köln auf dem Programm, bevor am 8. Oktober wieder die Weltmeisterschaft auf Hawaii lockt.

Bis dahin wird sie im Training laufend, schwimmend und auf dem Rad Distanzen zurückgelegt haben, die manch anderer im ganzen Leben nicht schafft.
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