Heinsberg - Bauernregeln und skurrile Weisheiten zum Tag

Bauernregeln und skurrile Weisheiten zum Tag

Von: Willi Frenken
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. „Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, geht er für vier Wochen wieder zu Loche.” So weissagt eine alte Bauernregel.

Am Lichtmesstag werden wir es demnach also wissen, ob uns noch eine lange „Eiszeit” ins Haus steht, oder der Frühling schon seine Fühler ausstreckt.

Lichtmess ist und war in der Wetterbeobachtung immer ein wichtiger Lostag. Denn es stellt sich erfahrungsgemäß um die Zeit der Lichtmess eine Wetterumkehr ein. Wenn um Mariä Lichtmess richtiges Winterwetter mit Frost und Schnee über dem Land liegt, so kann man annehmen, dass der Winter bald vorüber ist - zumindest, wenn man den Bauernregeln folgt.

Dagegen sei noch eine stärkere Frostperiode zu erwarten, wenn in den ersten Februartagen lindes, warmes Wetter herrscht. „Wenn es Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit, ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell” - und der Bauer fürchtet nichts mehr als gutes Lichtmesswetter. Er sieht angeblich gar „Lieber sein Weib auf der Bahr als zu Lichtmess hell und klar”.

Im bäuerlichen Leben galt dieser Tag, der auch den Abschluss des Weihnachtsfestkreises bildet und an dem im Rheinland mancherorts auch heute noch Tannenbaum und Krippe abgebaut werden, bis in unsere Zeit hinein als Gesindetermin, an dem Mägde und Knechte ihre Arbeitsstelle wechselten. Die katholische Kirche kennt diesen einstmals hohen, heute aber in der Alltagsarbeit untergegangenen Festtag als Gedächtnis der Reinigung Marias und der Darstellung Jesu im Tempel, weshalb er eine besondere Bedeutung für Frauen und Wöchnerinnen erhalten hatte.

Heute steht im Mittelpunkt des Lichtmesstages der Brauch der Kerzenweihe, der sich bis ins zehnte Jahrhundert hinein zurückverfolgen lässt. Im 14. Jahrhundert hieß er „Unser Vrouen lichtmesse”, an dem man „dey kerzen wyte”. Wenn auch die außerkirchlichen Gebräuche um den Lichtmesstag vergessen sind, so nicht die große Lichterprozession durch die Kirche oder um diese herum, die von Papst Gelasius I. gegen Ende des 5. Jahrhunderts als Muttergottesfest im Abendland eingeführt wurde.

Für den Bauern war der Lichtmesstag schon immer von besonderer Bedeutung. Mit ihm begann das eigentliche Bauernjahr. Seit der Wintersonnenwende hatte der Tag bereits eine Stunde an Länge gewonnen, das Arbeiten bei künstlichem Licht in Küche, Stube und Stall, das „Lichten”, hatte ein Ende und es pflegte der Bauer zu sagen: „Lichtmess - bei Tag ess, bei Nacht das Spinnen vergess”, das heißt, von nun an wurde das Abendbrot wieder bei Tageslicht eingenommen und das Spinnrad bis zum nächsten Winter beiseite gestellt.
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