Barrierefrei führt ein Weg durch die Heide

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Ein erster Test verlief erfolgreich: In der Teverener Heide ist ein 1,25 Kilometer langer, barrierefreier Rundweg ­geschaffen worden.

Kreis Heinsberg. Naturerlebnis für Behinderte und Barrierefreiheit in einem Naturschutzgebiet – geht das überhaupt? Diese Frage stellte sich die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Heinsberg in Abstimmung mit dem Forstamt Rureifel-Jülicher Börde.

Denn der Hauptschwerbehindertenvertreter beim Finanzministerium des Landes und zugleich Vertrauensmann für Schwerbehinderte der Stadt Geilenkirchen, Heinz Pütz, hatte schon vor einiger Zeit angeregt, die Möglichkeit zu überprüfen, in der Teverener Heide barrierefreie Wege anzulegen, um auch behinderten Menschen den Zugang zu diesem wertvollen Naturschutzgebiet zu erleichtern und ermöglichen.

Nachgedacht

Bislang war es vor allem die Beschaffenheit der steinigen und sandigen Wege in der Teverener Heide, die Rollstuhlfahrern, aber auch Blinden – um nur zwei Behindertengruppen zu nennen – einen Besuch in der Heide erschwerten. Dementsprechend hatte die Untere Landschaftsbehörde über eine rollstuhl- und behindertengerechte Wegeführung nachgedacht. Ulrich Wassen von der Unteren Landschaftsbehörde erklärte: „Dazu mussten die Wege mit einer neuen Deckschicht mit einem möglichst geringen Anteil an grobkörnigem Material versehen werden.“ Sicherlich wäre es einfach gewesen, die Wege zu asphaltieren. Dies sei aber für ein einzigartiges Fauna-Flora-Habitat und Naturschutzgebiet eine eher unangemessene Ausbauform. „Solche asphaltierten Wegeführungen haben wir in den Erholungsräumen des Wurm- und Rodebachtales,“ so Wassen weiter.

Getestet

In der Teverener Heide wurde nun ein 1,25 Kilometer langer, barrierefreier Rundweg geschaffen, der vom Parkplatz Grotenrath ausgeht. Mit mehreren von der Lebenshilfe betreuten Behinderten und im Beisein von Teverens Ortsvorsteher Hans Josef Paulus, dem früheren Geilenkirchener Beigeordneten Hubert Paggen, Behindertenvertreter Heinz Pütz und Georg Kohlen (Lebenshilfe Heinsberg) sowie des zuständigen Amtsleiters der Kreisverwatung, Günter Kapell, wurde der neu profilierte und gesplittete Waldweg im Naturschutzgebiet ausgiebig auf seine Funktionalität getestet.

„Hier kann man gut fahren“, stellte einer Rollstuhlfahrer fest, der sich über die Tour in die Heide sichtlich freute. Auch die gesplittete, rollstuhlgerechte Rampe zum Aussichtspunkt am Hochmoor Wiggelewak war kein Hindernis mehr, sodass der junge Mann zum ersten Mal die Aussicht auf eines der wertvollsten Gebiete der Teverener Heide genießen konnte.

Während die Behinderten die Natur am Wiggelewak genossen, waren sich die Verantwortlichen für den barrierefreien Wanderweg einig, dass zunächst die Erfahrungen über Art des Ausbaus und Zweckmäßigkeit abgewartet werden sollen, um gegebenenfalls weitere barrierefreie Angebote in der Heide zu schaffen.

Vorgeschlagen

Heinz Pütz, selbst erblindet, schlug vor, die Hinweistafeln in der Heide auch durch ein Informationsangebot für Blinde zu ergänzen.

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