Bald müssen Firmen und Vereine Sepa-fähig sein

Von: disch
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Sepa im Blickpunkt: Die Abkürzung steht für „Single Euro Payments Area“, zu deutsch: „Einheitlicher Euro-­Zahlungsverkehrsraum“. Derzeit ist Sepa für die Geldinstitute ein ganz wichtiges Thema, sollte es aber vor allem auch für Unternehmen und Vereine sein. Die Zeit drängt. Foto: Stock/Christian Ohde
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Die Würfel sind gefallen: Am 1. Februar wird es für Unternehmen und Vereine ernst in Sachen Sepa. Foto: dpa/obs/Syracom AG

Kreis Heinsberg. „Sepa-Umstellung: Betriebe und Vereine zu träge“ lautete am Montag eine Schlagzeile im Wirtschaftsteil unserer Zeitung, nachdem Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele gut fünf Monate vor dem Start des neuen europäischen Zahlungssystems Sepa weiterhin bestehende Sorgen formuliert hatte.

Gerade vielen kleinen Unternehmen, Handwerksbetrieben und Vereinen in Deutschland sei noch nicht bekannt, dass die neuen EU-Regeln für Überweisungen und Lastschriften ab Februar 2014 auch national verbindlich gelten würden – und nicht nur im Verkehr mit dem Ausland. „Wer sich bis dahin nicht vorbereitet hat, hat ein Problem. Und darauf weisen wir frühzeitig hin“, so Thiele.

Auch Dr. Veit Luxem, der Sprecher der Volksbanken und Raiff­eisenbanken im Kreis Heinsberg, sieht noch erheblichen Handlungsbedarf bei den heimischen Unternehmen und Vereinen: „Die Zeit bis zum Sepa-Startschuss ist knapp. Viele unterschätzen bislang noch den mit der Einführung verbundenen zeitlichen Aufwand“, so Luxem. Der Zulauf zu Informationsveranstaltungen sei groß, doch dabei dürfe es nicht bleiben. Luxem: „Daher mein Aufruf an alle Unternehmen und Vereine: Prüfen Sie, ob Ihre EDV-Systeme Sepa-fähig sind und stellen Sie ihre Sepa-Fähigkeit vor Weihnachten her!“ Die Genossenschaftsbanken würden schon seit Längerem ihre Kunden ansprechen, zeigen, was zu tun sei, und Hilfe anbieten.

Während die Genossenschaftsbanken die Sorgen der Bundesbank teilen, zeigt sich die Kreissparkasse Heinsberg überzeugt davon, dass eine Vielzahl ihrer Lastschrifteinreicher sich derzeit intensiv mit der Sepa-Umstellung ­beschäftigt, „weil uns über 60 Prozent dieser Kunden schon ihre Gläubiger-Identifikationsnummer für die künftige Sepa-Lastschrifteinreichung mitgeteilt haben“, so Angelika Rucman, Referentin in der Abteilung Vertriebssteuerung. „Damit ist ein wesentlicher Teil der rechtlichen Anforderung bereits abgeschlossen. Darauf sind wir sehr stolz.“ Die Kreissparkasse geht davon aus, dass ähnlich viele ihrer übrigen Geschäftskunden mit den Sepa-Umstellungsmaßnahmen begonnen haben. Im Bereich des Electronic Bankings sei seit Wochen eine deutlich zunehmende Nachfrage zu den technischen ­Sepa-Anpassungen festzustellen.

Die Abkürzung Sepa steht für „Single Euro Payments Area“, zu deutsch: „Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum“. Die nationalen Zahlverfahren für Überweisungen und Lastschriften werden am 1. Februar 2014 abgeschaltet. Unternehmen müssen bis zu diesem Stichtag Zahlungsverkehr und Buchhaltungssysteme Sepa-fit machen. Für Verbraucher gilt eine zweijährige „Schonfrist“. Die wichtigste Veränderung: Kontonummer und Bankleitzahl haben ausgedient und werden durch die 22-stellige Iban (International Bank Account Number) und den elf Zeichen umfassenden BIC (Bank Identifier Code) ersetzt.

„Sepa bringt einiges an Veränderungen mit sich und bedeutet Umstellung und damit Aufwand“, so Luxem. Aber so aufwendig die ­Sepa-Umstellung zunächst erscheine, so verlockend seien die Vorteile, die der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum bietet: Künftig werde nicht mehr zwischen Inlands- und Auslandszahlungsverkehr unterschieden. Eine Kontoverbindung bei der heimischen Bank sei ausreichend, um Überweisungen und Lastschriften in Euro national und grenzüberschreitend vornehmen zu können. Das spare Kosten und erleichtere das Liquiditätsmanagement. Luxem: „Bisher haben viele Unternehmen in unserer Grenzregion zu Belgien und den Niederlanden auch dort Geschäftskonten für den Zahlungsverkehr mit dortigen Geschäftspartnern unterhalten. Das ist bald Geschichte.“

Die Genossenschaftsbanken würden gemeinsam mit Unternehmern einen Sepa-Fahrplan erarbeiten, „damit alles problemlos läuft“, so Luxem. Auch die Kreissparkasse hat laut Rucman unter anderem in zahlreichen Workshops ihre Intensiv-Lastschrifteinreicher auf die notwendigen Umstellungsmaßnahmen vorbereitet.

Außerdem verweisen Volks- und Raiff­eisenbanken wie die Kreissparkasse auf die Möglichkeit zur individuellen Beratung sowie auf zahlreiche wissenswerte Informationen, die auf ihren Internetseiten zu finden seien.

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