Kreis Heinsberg - Bakterieninfektion: 60 Rosskastanien sollen gefällt werden

Bakterieninfektion: 60 Rosskastanien sollen gefällt werden

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An der Kreisstraße 13 zwischen Birgden und Kreuzrath: 60 Ross­kastanien sollen gefällt werden.

Kreis Heinsberg. Die erst vor rund einem Vierteljahrhundert angepflanzte Rosskastanienallee an der Kreisstraße 13 zwischen Birgden und Kreuzrath muss aller Voraussicht nach im Winterhalbjahr gefällt werden. Dies teilte jetzt die Pressestelle des Kreises Heinsberg mit.

Die circa 60 Bäume sind laut Kreisverwaltung mit einem sich seit etwa 2007 in Deutschland ausbreitenden Bakterium (Pseudomonas syringae pv. aesculi) infiziert. Dieses erstmalig 1970 in Indien an einer Rosskastanie festgestellte und zwischenzeitlich nach Europa eingeschleppte Bakterium breite sich hierzulande stark aus und befalle zunehmend mehr und mehr Rosskastanien. Der betreffende Stamm des Bakteriums befalle nur Rosskastanien. Andere Baumarten seien nicht betroffen. Ein Gegenmittel sei bislang nicht gefunden worden.

Die sichtbaren Symptome sind nach Angaben des Kreises eine zunächst blasse Belaubung und später ein partielles, am Ende aber gänzliches Absterben der Baumkrone. Am Stamm und an den Hauptästen zeigen sich häufig schwarzbraune Flecken, aus denen Flüssigkeit austreten kann. Später zeigen sich Risse in der Rinde und sie blättert ab. Nach Beobachtung der Unteren Landschaftsbehörde im Kreis Heinsberg liegen zwischen dem ersten Auftreten der Krankheit an dem jeweiligen Baum und dessen Absterben in der Regel etwa vier bis sechs Jahre.

Die Rosskastanien seien häufig bereits durch den seit Jahren regelmäßig wiederkehrenden Befall mit der Kastanienminiermotte vorgeschädigt und geschwächt. Hinzu kämen die straßentypischen Beeinträchtigungen durch Streusalz, schlechte Bodenverhältnisse und Hitze. „Alle diese Faktoren treffen auf die Allee an der K 13 zwischen Birgden und Kreuzrath zu”, erklärte der Kreis. Es sei wahrscheinlich, dass weitere Schaderreger, insbesondere Holz zersetzende Pilze zusammen mit dem Bakterium und den ungünstigen Standortbedingungen für das endgültige Absterben der Bäume verantwortlich seien.

„Im Rahmen einer Abwägung zwischen Baumerhalt und Sicherheit ist es im Falle der Allee an der K 13 geboten, die noch verbliebenen circa 60 Rosskastanien im kommenden Winterhalbjahr zu fällen”, so der Kreis weiter. Nach derzeitigem Stand seien nur noch zwei bis drei Bäume ohne eindeutige Symptome und könnten vorerst noch erhalten bleiben.

Eine Nachpflanzung mit Rosskastanien sei aufgrund der Befallslage nicht sinnvoll. Der Kreis beabsichtigt, als Ersatzbaumart die Linde anzupflanzen. Da lediglich auf der nordwestlichen Seite der heute vorgeschriebene Sicherheitsabstand von viereinhalb Metern zur Fahrbahn einzuhalten sei, könne als Ersatz für die Allee nur noch eine einseitige Baumreihe angepflanzt werden. Die ökologische Kompensation der Bäume auf der südöstlichen Seite solle über das Ökokonto des Kreises Heinsberg erfolgen.
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