Bäume können Lebensqualität erhöhen

Von: hewi
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Meinungsaustausch im Gartenbaubetrieb in Erkelenz: Verbandspräsidentin Eva Kähler-Theuerkauf, CDU-Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers, Betriebsinhaber und Kreisverbandsvorsitzender Thomas Fell und Azubi Vito Langenfeld. Fotos (2): Wichlatz Foto: Wichlatz
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Grüner Daumen? Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers wollte dies zur Freude von Verbandspräsidentin Eva Kähler-Theuerkauf unter Beweis stellen. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Sommerzeit ist Reisezeit. Und Bundestagsabgeordnete nutzen die Parlamentspause gerne, um sich an der Basis umzuschauen und die Menschen vor Ort zu besuchen.

Wilfried Oellers, CDU-Parlamentarier aus der Kreisstadt Heinsberg, hatte eine Einladung des Landesverbandes Gartenbau Rheinland angenommen und besuchte am Mittwoch in Erkelenz-Granterath den Gartenbaubetrieb von Thomas Fell, der auch Kreisverbandsvorsitzender der Gartenbauer ist.

Der Jurist Oellers stammt aus ­einer landwirtschaftlich geprägten Familie. „Schon deshalb habe ich Verständnis für die Themen und Sorgen der Gärtnereien“, erklärte er beim Rundgang durch die Gewächshäuser in Granterath.

Dabei handelte es sich nicht um einen reinen Höflichkeitsbesuch, wie der Gast betonte. Denn Verbandsdirektor Günter Bayer und Eva Kähler-Theuerkauf, die Präsidentin des Landesverbandes, waren ebenfalls nach Granterath gekommen und hatten ein Positionspapier zu aktuellen Themen der Politik im Gepäck.

Wilfried Oellers, stellvertretendes Mitglied des Landwirtschaftsausschusses im Bundestag, hob die Bedeutung der Gärtnereien beim Erhalt der Artenvielfalt in den deutschen Kommunen hervor und betonte die positive Wirkung von Grün auf die Wahrnehmung eines Ortes. Doch die Gärtnereien sind aber auch von Problemen geplagt. So sei zum Beispiel die derzeitige außenpolitische Lage auch in den Bilanzen der Betriebe vor Ort spürbar.

Der Boykott Russlands könne bei einem Betrieb in seiner Größe mit bis zu 50.000 Euro im Jahr zu Buche schlagen, erklärte Fell. Denn auch Betriebe aus der Region mischen im europaweiten Geschäft mit. So kaufen zum Beispiel Kunden aus der Türkei in deutschen Baumschulen Bäume gleich in Tausender-Kontingenten ein.

Der Hintergrund: Die türkische Metropole ­Istanbul hat den ehrgeizigen Plan, eine Million Bäume zu pflanzen, um so zu einer Verbesserung des städtischen Klimas beizutragen. Großstädte könnten ihre Sommertemperaturen durch gezielte Pflanzung von Bäumen um bis zu fünf Grad absenken, wodurch die Lebensqualität in Städten erhöht werden könne, betonte Kähler-Theuerzeit.

Doch die europaweite Ausrichtung bringt auch Probleme mit sich. So sind im Pflanzenschutz bestimmte Produkte in Deutschland nicht erlaubt, in den benachbarten Niederlanden jedoch schon. Da sei eine einheitliche Regelung wünschenswert, unterstrich Verbandsdirektor Bayer.

Ein weiteres Thema für die Gartenbauer und Gärtner ist der Nachwuchs. Vor einigen Jahren noch seien viele Abiturienten unter den Auszubildenden gewesen, erklärte Diplom-Ingenieur Bernd Hallen von der Baumschule Hallen aus dem Erkelenzer Stadtteil Golkrath. Diese hätten sich mittlerweile anderen Berufsfeldern zugewandt. „Dabei kann man von der einfachen Lehre bis zum Hochschulstudium auswählen“, erklärte er.

In Sachen Nachwuchs können sich Thomas und Vera Fell nicht beklagen. Denn neben einer Gesellin arbeiten noch zwei Auszubildende in dem modernen Betrieb, der über vier Gewächshäuser mit einer Gesamtfläche von rund 6000 Quadratmetern verfügt. Bewässerung, Düngung, Lüftung und sogar Schattenwurf werden von einem Klimacomputer gesteuert, um bei Zierspargel, Farnen, Efeu und Zypergras die besten Ergebnisse zu erzielen.

Eine wichtige Botschaft gaben die Gärtner dem Abgeordneten mit auf den Weg nach Berlin: In den Gärtnereien und Landschaftsbaubetrieben könnten die Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis schnell Arbeit finden und sich so in die Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt integrieren.

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