Kreis Heinsberg - AWO setzt auf Partizipation und Sprachbildung in Kitas

AWO setzt auf Partizipation und Sprachbildung in Kitas

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Kreis Heinsberg. In den zehn Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Heinsberg findet seit 2006 jährlich – immer zeitgleich mit allen AWO-Kitas im Fachverband Mittelrhein – ein Bildungstag mit einem pädagogischen Schwerpunkt statt.

Wenn am kommenden Freitag, 16. September, am Nachmittag die Türen der Kitas geöffnet werden, können Gäste sich von den Kita-Kindern erklären lassen, wie sie zum Beispiel eigenständig bei Projekten mitgewirkt, das Außengelände umgestaltet oder die Räume der Kita anders eingerichtet haben.

Um die Mit – und Selbstbestimmung der Kinder zu unterstützen, wurden in den AWO-Kitas zum Beispiel Kinderparlamente etabliert, die sich mit Themen beschäftigen, die für die Kinder wichtig sind. Es gibt Diskussionen und Abstimmungen, und es wird Wissen um eigene Rechte und Rechte anderer erworben. Kinderparlamente wählen ihre Vertreter, die sich dann mit der Leitung der Kita treffen, um die Belange der Kinder aus den Gruppen vorzutragen und bei der Umsetzung Ideen zu ent­wickeln und mit zu entscheiden.

Bereits vor Jahren – so berichtet die AWO – hätten Pädagogen aus dem Elementarbereich eine gesetzliche Anpassung an die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einer effektiven Sprachbildung der Kinder gefordert. Erfreulicherweise sei die eher defizitorientierte Sprachförderung abgelöst worden von einer alltagsintegrierten Sprachbildung. Eine der Mitarbeiterinnen wurde als Multiplikatorin für alltagsintegrierte Sprachbildung vom Land NRW zertifiziert. Zusätzlich zu den vom Land vorgegebenen Schulungen wurde im AWO-Fachverband durch die zuständigen Fachberatungen und die Geschäftsführer eine vertiefende Qualifizierung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kitas festgelegt.

Die Kinder erhalten in den Kitas laut AWO schon früh die Chance, demokratische Strukturen kennenzulernen und mit aufzubauen. Durch im Alltag integrierte Beteiligungsverfahren, bei denen sie ihre sprachlichen Kompetenzen aktiv einsetzen müssen, sollen sie lernen, die Meinung anderer zu akzeptieren oder auch ihre Meinung anderen Kindern und Erwachsenen verständlich zu machen. Die notwendige Basis für Partizipation sei somit eine sprachförderliche Umgebung, in der Kinder sich wohlfühlen würden, sie ernst genommen würden und die sie zum Austausch einlade. Daraus leite sich für die Eltern und Erzieherinnen eine wesentliche Aufgabe für die erfolgreiche Sprachbildung der Kinder ab. Den Äußerungen der Kinder müsse achtsam begegnet werden. Sie bräuchten ausreichend Raum und Ruhe für Dialoge und für Fragen.

Ulla Sevenich-Mattar, Fachbereichsleiterin für Kinder- und Jugendhilfe, betonte: „Die pädagogischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des AWO-Fachverbandes beschäftigen sich seit Jahren grundlegend mit den Beteiligungsrechten und der Stärkung der sprachlichen Kompetenzen der Kinder. Es wurden im Rahmen der Qualitätsentwicklung im AWO-Fachverband mehrfach große Fachtagungen mit führenden Pädagogen Deutschlands für das Aufgabenfeld der Umsetzung von Partizipation in der Kita durchgeführt, und drei Erzieherinnen aus dem AWO-Kreisverband Heinsberg wurden zu Multiplikatoren für Partizipation ausgebildet.“ Es entstehe in den Kitas im Sinne von Partizipation ein dialogisches Bildungsverständnis, das auch die Bereiche der Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Öffnung umfasse. Besonders fruchtbar könne sich Partizipation zur Stabilisierung und Erweiterung der sprachlichen Kompetenzen von Kindern im Vorschulalter erweisen und damit den Übergang in die Schule positiv beeinflussen.

Die zehn AWO-Kitas im Kreis Heinsberg auf einen Blick:

Inklusives Familienzentrum Scherpenseel, Planckstraße 8, Telefon 02451/45353.

Familienzentrum Übach, Comeniusstraße 8, Telefon 02451/45432.

Familienzentrum Boscheln, Friedensstraße 15, Telefon 02404/93998.

Inklusives Familienzentrum Geilenkirchen-Mitte, Beamtenweg 1, Telefon 02451/64287.

Familienzentrum Geilenkirchen-Bauchem, Jahnstraße 41, Telefon 02451/959877.

Familienzentrum Braunsrath, Im Kirchfeld 10, Telefon 02452/909350.

Inklusive Kita Wassenberg, Breiter Weg 35, Telefon 02432/2600.

Familienzentrum Hückelhoven, Im Rhin 47, Telefon 02433 / 42430

Familienzentrum Ratheim, Venner Hof 19, Telefon 02433/52060.

Inklusive Kita Wegberg, Freiheider Straße 22, Telefon 02434/20751.

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