Autodiebe schlagen häufiger zu

Von: Daniel Gerhards
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Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit sind Wohnungseinbrüche. Einbrecher haben im Jahr 2014 laut Statistik seltener zugeschlagen. Und die Ermittler konnten rund ein Viertel aller Einbrüche aufklären. Foto: dpa

Kreis Heinsberg. Das Wort „zufriedenstellend“ wollte Dieter Prosch nicht in den Mund nehmen. Er sprach lieber von einer „positiven Tendenz“. Die Kriminalitätsstatistik der Kreispolizeibehörde Heinsberg zeigt auf den ersten Blick vor allem eines: Die Zahl der Straftaten im Jahr 2014 bleibt etwa auf Niveau des Vorjahres. Es gab 17.539 Straftaten, das sind 242 mehr als im Jahr 2013. Rund die Hälfte aller Straftaten wurde aufgeklärt.

Der Vergleichbarkeit wegen rechnet die Polizei diese Zahlen auf einen Wert je 100.000 Einwohner hoch. Vergleicht man die dabei errechnete Kriminalitätshäufigkeitszahl in Kreis Heinsberg mit der im Land, steht der Kreis gut da: Die Wahrscheinlichkeit, hier Opfer einer Straftat zu werden, ist 17,3 Prozent niedriger als im Landesschnitt.

Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit sind seit Jahren Wohnungseinbrüche. Im Kreis Heinsberg gab es lange in Relation zum Landesschnitt sehr viele Einbrüche. Nun ist die Zahl um 121 Einbrüche auf 695 zurückgegangen. Damit steht der Kreis nun auch im Vergleich zum ganzen Land gut da.

Verbessert hat sich die Heinsberger Polizei auch bei der Aufklärung von Wohnungseinbrüchen. Die Quote stieg auf 23,2 Prozent. Im Jahr 2012 hatte sie noch bei 9 Prozent gelegen. Das führte Prosch auf „erhebliche Anstrengungen“ der Polizei zurück. Durch mehr Personal, Kontrollen und intensivere Spurensicherung habe man mehr Täter fassen können. Das sei sehr aufwendig, aber erfolgreich. Die Polizei konnte dabei auch auf mehr Hinweise aus der Bevölkerung zurückgreifen. Es lohne sich also, die Polizei zu informieren, wenn man etwas Verdächtiges beobachtet.

Dass sich viele Menschen bei der Polizei melden, freut Prosch, weniger erfreulich sei, dass es Einbrechern nur 252 Mal nicht gelang, in die Wohnung einzusteigen. Prosch rät dazu, Fenster und Türen besser zu sichern, um Einbrecher draußen zu halten oder es ihnen zumindest zu erschweren, ins Haus zu gelangen.

Stark angestiegen ist die Zahl der Autodiebstähle. Ingesamt wurden im Kreis 211 Autos gestohlen. Das sind 20,6 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das macht uns Sorgen. Mehr als 200 gestohlene Fahrzeuge – das ist recht viel“, sagte Prosch. Dabei spiele auch die Nähe zur Grenze eine Rolle. Man habe gestohlene Fahrzeuge schon mehrfach in den Niederlanden gefunden, sagte Prosch. Auch Motorräder und Mopeds wurden häufiger gestohlen. Die Zahl stieg um 14,3 Prozent auf 184 Diebstähle.

Gewalttaten wurden im Kreis im Jahr 2014 dagegen seltener begangenen. Es gab 489 Gewaltdelikte, das ist der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre. Mord oder Totschlag gab es vier Mal. Die Zahl der Körperverletzungen sank um 95 auf 1388. Allerdings gab es mehr gefährliche und schwere Körperverletzungen. Die Vergleichszahlen des Landes liegen aber deutlich über denen des Kreises.

Angestiegen ist die Zahl der Betrugsfälle. Darunter fällt auch Schwarzfahren. 2014 wurden 290 Schwarzfahrer mehr als im Vorjahr geschnappt. Das könnte an der seit gut einem Jahr bestehenden Bahnanbindung Heinsbergs liegen.

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