Ausstellung rückt Essstörungen in den Blickpunkt

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„Klang meines Körpers: Im Rahmen der Eröffnung erläuterte Stephanie Lahusen (r.), Initiatorin der Ausstellung, Dezernentin Liesel Machat das Konzept der Präsentation. Foto: Anna Petra Thomas
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Beyda Üner mit dem neuen Flyer des Arbeitskreises zum Thema Essstörungen. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Ein Sechseck, ­geformt aus goldgelben, offenen Aluminiumrahmen, darin hängend Informationstafeln von der einen und großformatige Bilder mit Texten von der anderen Seite, große rote Schatzkisten darunter und mittendrin eine ebenso sechseckige, gelbe Hörstation: Das ist die Ausstellung „Klang meines Körpers“, die Dezernentin Liesel Machat am Montagvormittag im großen Sitzungssaal des Heinsberger Kreishauses offiziell eröffnet hat.

In Form ihrer Bilder und Texte und mithilfe ausgewählter Musik­stücke vermitteln von Essstörungen betroffene Jugendliche den Besuchern der Ausstellung ­einen Eindruck von ihrer mit der Erkrankung verbundenen Gefühls- und Gedankenwelt, weit über die sachliche Information hinaus. Darüber hinaus laden sie zum eigenen, kreativen Umgang mit dem Thema ein. Zusammen mit fünf jungen Mädchen, die sie als Musiktherapeutin betreute, habe sie die Ausstellung konzipiert, sagte Initiatorin Stephanie Lahusen, die am Montag bei der Eröffnung ebenso dabei war wie die Vertreterinnen des Arbeitskreises Essstörungen, der die Ausstellung nach Heinsberg geholt hat.

Dass Ess­störungen nicht nur ein Thema für weibliche Jugendliche sind, zeigt ein weiteres Modul, in dem ein männlicher Jugendlicher seinen Umgang mit der Erkrankung thematisiert.

„Diese Ausstellung soll zeigen, dass Ess-Störungen weit über Essen und Schönheitsideale hinausgehen“, erklärte Stephanie Lahusen im Rahmen der Eröffnung. Vor allem Letztere nähmen in den Medien einen viel zu hohen Stellenwert ein, betonte sie. „Das wird der Schwere der Erkrankung nicht gerecht.“ Dabei gehe es um viel mehr, zum Beispiel auch um Perfektion und Leistungsdruck.

Gedacht ist die Ausstellung im Kreishaus vor allem für Multiplikatoren, also Beratungslehrer und Schulsozialarbeiter, Mitarbeiter von Jugendämtern oder der offenen Jugendarbeit. Sie werden die Ausstellung in fachlich zusammengestellten Gruppen in dieser Woche besuchen und können diese dann auch für ihre Einrichtungen buchen. Darüber hinaus steht die Ausstellung am Mittwoch, 26. März, und am Freitag, 28. März, vormittags interessierten Besuchern ohne vorherige Anmeldung offen.

„Ich freue mich sehr, dass mit ‚Klang meines Körpers‘ eine Ausstellung existiert, die auf eine sehr sensible und praxisorientierte Art das Thema Essstörungen aufgreift“, erklärte Liesel Machat in ihrer kurzen Eröffnungsrede. Indem sie ihre Betrachter mit einbeziehe, sorge die Präsentation für eine sehr tief gehende Auseinandersetzung mit einem Thema, das leider oft genug noch ein Tabuthema sei, lobte sie die Konzeption der Ausstellung. Diese reduziere das Problem nicht auf die Störung, sondern sehe den Menschen und dessen Persönlichkeit dahinter. Und sie verdeutliche die gesamtgesellschaftliche Relevanz der Thematik. Im Wissen darum, dass bereits etliche Gruppentermine für den Verlauf der Woche vergeben seien, freue sie sich zudem, schon gleich zu Beginn von einer erfolgreichen Ausstellung sprechen zu können.

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