Ausstellung mit Rauminstallationen beim Kunstverein Region Heinsberg

Von: jwb
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Beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch: Monika Ortmanns Rauminstallationen sind in der Ausstellung im Horster Hof zu sehen. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. „Kunst ist das sinnliche Scheinen der Idee“, schrieb der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in einer seiner Vorlesungen über die Ästhetik. In den Rauminstallationen von Monika Ortmann beim Kunstverein Region Heinsberg im Horster Hof in Unterbruch wird nach­empfindbar, was Hegel damit meinte.

Was mit der Überschrift „Von Strumpfhosen und der Eroberung des Raumes“ über dem Text der erkrankt verhinderten Laudatorin Eva Maria Schöning gemeint war, erfuhr das Publikum zur Ausstellungseröffnung durch die Kuratorin des Kunstvereins, Ingrid Trantenroth-Scholz.

Wer die Ausstellungsräume betritt, sieht sich gleich einem Netzwerk an waagerecht oder diagonal gespannten, verknüpften und hängenden den gesamten Raum durchwirkenden Gegenständen und Materialien gegenüber.

Was zunächst wie ein undifferenziertes Gespinst und Labyrinth wirkt, erweist sich beim Durchschlängeln des Raumes als sehr wohl strukturiert und rhythmisch gegliedert. Insgesamt fünf auch farblich differenzierte Formgruppen vereinnahmen den Raum und bestätigen zutreffend den Ausstellungstitel „Turn the tension from one to five“.

Strumpfhosen sind das Material, mit dem Monika Ortmann ihre Raumstrukturen gestaltet. Durch Verdrehen, Verspannen, Verknüpfen und Dehnung nutzt sie den vorhandenen Raum in Breite, Länge und Höhe und lässt ihre so gestalteten Formen an den Wänden auch flächig auslaufen. Einige der Strumpfhosen sind mit Schuhen gefüllt. Ihre Installation nimmt nicht nur den Raum in Anspruch. Im Laufe der Zeit verändert sich durch das Gewicht der Schuhe auch die Länge, und einzelne Schuhe berühren wie im Ballett den Boden. Monika Ortmanns Kunst durchwirkt Raum und Zeit.

„Die Stofflichkeit des Strumpfmaterials und seine Netzstrukturen erzeugen unterschiedliche Erscheinungsweisen zwischen dicht und transparent, offen und geschlossen, Licht und Dunkel, Farbigkeit und Unbuntem“, hatte Eva Maria Schöning in ihrer Laudatio formuliert.

Die von ihr in den Installationen gestalteten Netzwerke spiegelten die neuronalen Netze, aber auch Sternenstrukturen wider und seien Entsprechungen des Mikrokosmos und des Makrokosmos, beschrieb Ortmann selber ihre Gestaltungsidee.

„Ich erhalte meine Materialien als ausrangierte Teile aus dem Fundus eines Theaters oder von Tango-Tanzschulen“, verriet die Künstlerin im persönlichen Gespräch. Diese färbe sie gezielt oder bearbeite sie. So wie die abgelegten Strumpfhosen eine Allegorie der Vergänglichkeit darstellen, von ihr auch „Treibholz der Gesellschaft“ genannt, und doch noch als Sinnlichkeitszeichen und weibliches Zubehör erkennbar sind, so vergänglich sind die Installationen ebenfalls.

Am Ende baue sie ihr Werk wieder ab, das gehöre zu ihrem Kunstprozess. Nur manchmal imprägniere sie ihre Werke, so wie in der Edition, die als kleine Materialcollagen beim Kunstverein erworben werden kann.

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