Ausstellung gibt Einblicke in die Welt der Katzenzucht

Von: Monika Baltes
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Auf der Europasieger- und Inte
Auf der Europasieger- und Internationalen Katzenausstellung in der Erkelenzer Stadthalle: Ein besonders schönes Exemplar zeigte Gabi Kehr mit ihrer norwegischen Waldkatze. Fotos (2): Koenigs Foto: Koenigs

Erkelenz. Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal. Und die Katzen in der Erkelenzer Stadthalle waren mit reichlich Personal angereist, zur 2. Europasieger und 9. Internationalen Katzenausstellung des Universal Cat Club e.V.

Femerik Amadeus, ein wunderbarer Perserkater, hat sich wie ein Pascha lang in seinem Käfig ausgestreckt. Sein Personal funktioniert vorbildlich, das kann man nicht anders sagen. Er wurde vor der Ausstellung gründlich gewaschen, sanft trockengeföhnt, fein gekämmt, wohlig gepudert. Er kann nicht klagen, denn wissen, was er braucht. Gutes Futter vor allem, gern auch mal rohes Fleisch (kein Schweinefleisch!). Derweil erzählen Robin und Katja Koedam-Alt aus Landgraaf von den neun Katzen, die sie die Ehre haben zu beheimaten. „Wenn man züchten und verkaufen will, muss man die Pflege der Katzen sehr ernstnehmen”, sagt Katja Alt.

Ein Leuchten in den Augen

Auch Sansibar, eine Britisch Langhaar, hat gut aufgepasst bei der Personalauswahl. Andrea Kohnen und Thomas Schulz aus Erkelenz-Gerderath sind wahre Katzenexperten, sie sind sowohl katzentherapeutisch als auch katzenpsychologisch tätig. Sie haben ein Leuchten in den Augen, wenn sie von Katzen reden. Manchmal nennt er seine Stubentiger „Schlaftabletten”, aber Sansibar weiß vermutlich gar nicht, was das sein soll. Wenn er dagegen seine achtzehn Stammkatzen als „lieb, verschmust und hübsch” beschreibt, weiß Sansibar bestimmt ganz genau, was er meint.

Unermüdlich im Einsatz

Personal könnte auch Hubert Pfeiffer gut gebrauchen. Leider ist er keine Katze, sondern der Vorsitzende des UCC. Unermüdlich ist er in der Stadthalle unterwegs, gibt Auskünfte, regelt, organisiert, erklärt. Voll des Lobes ist er für die Stadt Erkelenz. „Die Hilfe bei den Vorbereitungen der Ausstellung habe ich so in keiner anderen Stadt erlebt.” Er sagt, dass er sich freue, in Grenznähe ausstellen zu können, damit niederländische, belgische und französische Züchter teilnehmen können.

Mit zwei Vorurteilen will er aufräumen: „Das große Geld ist mit Katzenzucht nicht zu verdienen, die meisten tun Geld dazu”. Auch den Vorwurf von Tierschützern, Katzenzüchter würden letztlich die Tierheime füllen, lässt er nicht stehen. „Jeder gute Rassezüchter nimmt seine Tiere zurück und besorgt eventuell einen anderen Platz”, erklärt er und schon eilt wieder davon - ein Druckerkabel wird vermisst.

Derweil kuschelt Habibi (dt.: „Liebling”) sich in seine Wohlfühlhöhle. Habibi ist eine zweijährige Peterbald, eine nackte Katzenrasse russischen Ursprungs und Weltchampion. Entsprechend anspruchsvoll ist Habibi auch - genau: beim Personal. Das hat brav eine Tasche mitgebracht, in der alles ist, was Katze so braucht.

Ingrid Marechal führt Feuchtigkeitstücher und Trockenshampoo mit, Kochsalzlösung, um die Augen zu reinigen und etliche Töpfchen und Tiegelchen, damit es dem Champion mit dem anmutigen muskulösen Körperbau an nichts fehlt.

Marga Johnen aus Eschweiler ist seit 30 Jahren Katzenzüchterin. Auch sie hat eine bunte Auswahl an Hilfsmitteln in der Nähe des Käfigs positioniert: Eine Bürste, Wattestäbchen, Tupfer, Babypuder. Lucy, Balu und Garfield, drei ihrer elf Wochen alten Maine Coon Kätzchen, werden bald neue Besitzer bekommen. „Abgeben fällt mir jedes Mal unsäglich schwer”, gibt sie unumwunden zu. Sechs erwachsene Katzen hat sie dann noch zu Hause. Wie immer, wenn kleine Katzen geboren werden, hatte sie liebevoll eine Geburtskiste vorbereitet, aber „diesmal ist der Wurf im Wohnzimmerschrank zur Welt gekommen”. Die drei niedlichen Racker sehen sich also nach neuem Personal um.

„Best of Best”

Jede der hier anwesenden Katzen wird von einem Richter begutachtet, damit die Titel „Best in Show”, „Best of Best” und „Best of All” unter die Katzen kommen.

„Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe”, wusste schon Rainer Maria Rilke. Wer bei der Katzenausstellung in Erkelenz war, kann dem nur zustimmen.
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