Ausstellung: Drei Künstlerinnen mit „Drei Positionen“

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„Drei Positionen“ lautet der Ausstellungstitel: Die Aachener Künstlerinnen Vera Sous, Kathrin Philipp, Eugenie Bongs-Beer (von links nach rechts) werden Werke im Übach-Palenberger Schloss Zweibrüggen präsentieren.

Kreis Heinsberg. Dem Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen ist es gelungen, die drei Aachener Künstlerinnen Eugenie Bongs-Beer, Kathrin Philipp und Vera Sous für die Ausgestaltung seiner ersten Ausstellung im Jahr 2015 unter dem Titel „Drei Positionen“ zu gewinnen.

Eugenie Bongs-Beer, geboren in Solbad Hall (Tirol), entstammt der Familie der Vorarlberger Barockbaumeister Beer und wuchs in Wesel am Niederrhein auf. Sie studierte Bildhauerei und Kunstwissenschaft an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Nach der Ausbildung bei den Professoren Beate Schiff und Karl Bobek wurde sie zur Meisterschülerin der Klasse von Joseph Beuys ernannt. Im Bereich der Malerei arbeitet Bongs-Beer mit dem Material Gaze in Verbindung mit Ölfarbe und in Acryl gebundenen Pigmenten, Steinstäuben und Erden auf Leinwand. Die Kombination entwickelt aus seiner Ambivalenz eine nahezu plastische Präsenz.

Mit der Reduktion auf sparsame Formen der schichtweise aufgetragenen Lasuren sucht sie die immaterielle Dichte eines Spannungsfeldes, dessen Kraft sich den vibrierenden Randzonen mitteilt. Die Gaze stellt für sie dabei ein fragiles Element von großer Spannweite dar. Sie ermöglicht die Vernetzung von Fläche und Raum. Kontraste von Ruhe und Spannung entstehen zwischen Farbfeldern und Randzonen, die eher transparent sind oder zartere Konsistenzen aufweisen. Die so entstandenen Farbflächen und Räume entwickelt Bongs-Beer zu neuen Konstellationen divergierender, übereinander liegender, sich ineinander schiebender oder auch schwebender Schichten. Primär geht es in ihren Bildern um eine Präsenz von Energie.

Kathrin Philipp, geboren in Erlangen, hat an der Fachhochschule Aachen im Fachbereich Visuelle Kommunikation studiert und ist Diplom-Designerin. Neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau und Mutter hat sie sich als Illustratorin für verschiedene Zeitschriften, im wissenschaftlichen Bereich sowie als freiberufliche Mitarbeiterin in Aachener Museen und Ludwig Forum betätigt. 2004 nahm sie wieder die künstlerische Arbeit auf und gründete mit der Künstlerin Petra Hellwig das „kunst.kombinat“. Kathrin Philipp kontrastiert in ihren Arbeiten die Alltagsästhetik ungebügelter Wäscheberge, Schmutz- oder Bettwäsche mit ihrer in altmeisterlicher Manier perfektionierten Malweise.

Die dargestellten Gebrauchstextilien werden aufgewertet und auf der zweidimensionalen Leinwand zu nachspürbaren haptischen Reliefs modelliert. Philipp bevorzugt eine großformatige Malerei. Sie spielt mit der Irritation von Realität und Illusion. Dabei setzt sie in ihrer Malerei alltägliche Dinge, die ihr bei der Hausarbeit begegnen, künstlerisch um. Für sie ist es reizvoll, Haufen von Bügelwäsche zum Bildgegenstand großer Ölgemälde zu machen. Es erfreut sie, diese Zufallskonstellationen aus der tristen Arbeits- und Alltagswelt durch die Wahl eines monumentalen Ausschnitts, gemalt in altmeisterlicher Manier, kunstfertig überhöht, so erscheinen zu lassen, als seien es Details aus Gemälden von Rogier van der Weyden, Peter Paul Rubens oder Tizian.

Vera Sous, geboren in Stolberg, studierte Objektdesign an der Fachhochschule Aachen, und machte ihr Examen mit Auszeichnung. Sie lebt und arbeitet als Freie Künstlerin, leitet Kunstkurse und Schulprojekte für Erwachsene, Jugendliche und Kinder in der Bleiberger Fabrik. Sous erfüllte in dieser Zeit unter anderem einen Lehrauftrag an der RWTH Aachen (Fachbereich Architektur, Lehrstuhl für Plastik). In der Malerei bevorzugt Sous die Erstellung von Landschaftsbildern. Neben Gebirgslandschaften sind es überwiegend Motive aus der Karibik, welche die Künstlerin mit behandeltem Kupfer eingefasst hat. Ihre Arbeiten erscheinen durch die Art der Darstellung mysteriös und seltsam entrückt.

Durch die mit Säure bearbeiteten Randzonen und durch teilweise überhöhte Farbgebung wirken ihre Landschaften wie Bilder aus einer vergangenen Zeit. Häufig in der Draufsicht gemalt, entwickeln sie eine Anmutung von Sehnsuchtsorten. Die Künstlerin spielt dabei auf die großen Forschungsreisen in der Vergangenheit von Humboldt oder Cook im 18. Jahrhundert an. Angeregt durch die aufkeimende Wissenschaftsneugier brachten die Seefahrer von ihren Forschungsreisen allerlei Neues und Kurioses mit. Das veranlasste die Künstlerin, Objekte wie das geöffnete Ei eines Dinosauriers oder einen Medusenkopf zu schaffen, die an konservierte Fundstücke erinnern und ihren gemalten Landschaften entstammen könnten.

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