Ausstellung „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen” eröffnet

Von: disch
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„Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen”: Landrat Stephan Pusch (l.) und Volkshochschulleiter Franz Josef Dahlmanns eröffneten diese Ausstellung im Heinsberger Kreismuseum. Foto: Wolters

Kreis Heinsberg. „Der Rechtsextremismus ist in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen und auch im Kreis Heinsberg kein Randphänomen mehr”, erklärte Landrat Stephan Pusch im Heinsberger Kreismuseum bei der Eröffnung der Ausstellung „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen” vom Forum Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung.

„Es beginnt mit den Wahlerfolgen der NPD und der traurigen Tatsache, dass die Rechtsextremen schon in der zweiten Wahlperiode im Kreistag vertreten sind”, so Pusch. Es gehe weiter mit dem Bemühen Rechtsextremer, ihre menschenverachtende Ideologie an Jugendliche heranzutragen. Eine ständige Auseinandersetzung mit diesem Thema - wie überhaupt mit dem politischen Extremismus - dürfe vor allem an den Schulen keineswegs vernachlässigt werden.

Pusch sprach die vom Kreistag beschlossene Bildungsoffensive gegen politischen Extremismus ebenso an wie das Bündnis gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg. Und er äußerte den Wunsch, dass die Ausstellung von vielen Bürgern, vor allem auch von vielen Schulen besucht werden möge. Die Ausstellung sei als ein Zeichen gegen Rechts zu werten. „Sie ist ein Zeichen, dass die große Mehrheit unserer Bevölkerung rechtsextremes Gedankengut ablehnt und sogar verabscheut”, sagte der Landrat.

Auch VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns unterstrich, dass Vorkommnisse mit extrem rechtem oder antisemitischem beziehungsweise rassistischem Hintergrund zunehmend zum Alltag in vielen deutschen Kommunen gehören würden; „auch Städte und Gemeinden im Kreis Heinsberg sind hiervon leider betroffen”. Der VHS sei es ein besonderes Anliegen, im Rahmen ihres umfangreichen Bildungsprogramms nicht nur Wissen, sondern auch Handlungskompetenzen zu vermitteln, um so präventiv Extremismus und im Speziellen Rechtsextremismus entgegentreten zu können.

„Wir wollen zum Widerspruch motivieren, wenn Menschen mit dumpfen Parolen oder raffinierter Argumentation ausgegrenzt werden sollen. Außerdem möchten wir sensibilisieren für die Gefahr rassistischer und fremdenfeindlicher Einstellungen und Mut machen, für die Rechte jedes Menschen, unabhängig von Herkunft, Sprache und Religion engagiert einzutreten.”

Die Ausstellung informiere über die verschiedenen Facetten des Rechtsextremismus mit speziellem Fokus auf Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen, erklärte Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann. Dabei werde der Bogen von rechtsextremen Einstellungen über das Engagement von rechtsextremen Organisationen bis hin zur rechtsextrem motivierten Straftat geschlagen. Es werde aufgezeigt, wie man sich gegen Rassismus und Gewalt und für Demokratie und Menschlichkeit einsetzen könne.

Ein Tisch als Ort der Kommunikation steht im Mittelpunkt der Ausstellung, die insgesamt 15 Tafeln umfasst. Da werden Strategien der rechten Szene ebenso beleuchtet wie Ursachen für Rechtsextremismus. Es gibt aber auch Argumentationshilfen für Lehrer und Eltern.

Die Ausstellung „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen” ist im Kreismuseum in Heinsberg an der Hochstraße bis zum 16.Mai zu sehen. Sie ist geeignet für Einzelbesucher, Schulklassen und Gruppen ab 14 Jahre. Zur Ausstellung gibt es eine kostenlose Broschüre und pädagogisches Begleitmaterial.

Die Öffnungszeiten sind samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr; außerdem für Schulklassen und Gruppen nach Vereinbarung unter 02452/134027.

Zu einem Vortrag im Rahmen der Ausstellung wird am Dienstag, 27. April, um 19 Uhr im Kreismuseum Dr. Thomas Pfeiffer, wissenschaftlicher Referent beim Verfassungsschutz NRW, erwartet. Sein Thema lautet: „Erlebniswelt Rechtsextremismus - Menschenverachtung mit Unterhaltungswert”.

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