Ausstellung „China – Transformationen“ zeigt Bilder von Bernard Langerock

Von: defi
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Bernard Langerock zeigt beim Kunstverein Region Heinsberg Fotografien aus China. Im Gespräch mit dem Künstler (Mitte) ergaben sich für die Besucher interessante Aspekte der Bilddeutung. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Der Düsseldorfer Fotograf Bernard Langerock war 2013/2014 im Rahmen eines deutsch-chinesischen Künstleraustausches mit einem Stipendium der Stadt Düsseldorf in Chongping. Während dieser China-Reise hatte Langerock weder einen Sack Reis noch einen Chinesen fotografiert; zumindest sind weder das eine noch der andere auf einer der 30 Fotografien zu sehen, die Langerock jetzt beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch ausstellt.

Lediglich die Hand eines Menschen ist in der Ausstellung „China – Transformationen“ auf einem der Bilder zu entdecken. Diese Hand ruht auf einem roten Tuch. Das Foto, ein Fine Art Print im Format 70 x 100 Zentimeter, angeboten für 1300 Euro, trägt den Titel „Revolution“. Dieses Bild ist typisch für die Fotografie Langerocks. Er erschafft mit seinen Fotografien keine Bestandsaufnahme im Sinne von „so war es in Chongping“, sondern er zeichnet mit seiner Kamera Bilder auf, die symbolhaft für Eindrücke, Gefühle und das intuitive Erfassen von Realität stehen. Bernard Langerock sagt es so: „Fotografien sind das Ergebnis reflektierender Urteilskraft, sie entstehen als Plakative und entwickeln sich weiter als versuchte Explikate im Kontext ihrer Zeit.“ Oder ein anderes Zitat des Meisterschülers an der Düsseldorfer Kunstakademie lautet: „Fotografieren ist für mich das apparative Fixieren ergreifender Atmosphäre oder, anders ausgedrückt, situativer Identifikationen.“

Susanne Löhr, Geschäftsführerin des Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr an der Universität Duisburg-Essen, eine der beiden Rednerinnen, die das Vernissagepublikum über China im Allgemeinen und die Fotografie Langerocks im Besonderen informierten, widmete ihre Ausführungen den „Umwandlungen“, denen das heutige China unterworfen sei. Sie zitierte den französischen Philosophen und Sinologen Francois Jullien, der den Aufstieg Chinas in den vergangenen Jahrzehnten als eine „lautlose Transformation“ bezeichne, die die chinesische Gesellschaft „ohne Bruch“ vom sozialistischen System hin zu einem Hyperkapitalismus geführt habe. Tradition und Moderne seien beide lebendig, Religionen und Weltanschauungen seien nicht ausschließlich.

Löhr: „Sie sind vielmehr Schichten, Reste, Aspekte“, die auch in Langerocks Bildern entdeckt werden könnten. Die Kuratorin des Kunstvereins, Ingrid Trantenroth-Scholz, erläuterte dem Publikum in ihrer Einführungsrede anhand zweier Bildbeispiele die Symbolkraft der Langerockschen Fotografie. Sie verwies auf die Bedeutung der Farbe Rot in der chinesischen Tradition. Auch im Bild eines goldenen Steins finde der Betrachter wieder ein rotes Tuch, welches das Goldene, das Transzendentale, bedecke. Langerocks Fotografie versuche symbolhaft zu wirken, ohne gegenständliche Dinge in eine eindeutige Zuordnung zu bringen, so Trantenroth-Scholz.

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