Ausflug in die Welt der Filme und Musicals

Von: Utz Schäzele
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Waldfeucht-Brüggelchen. Das Gemeinschaftskonzert des Musikvereins Obspringen mit dem Musikverein Granterath gestaltete sich ganz als Ausflug in die Welt der Musicals, der Film- und bester Unterhaltungsmusik.

Leider ließ die Besucherresonanz etwas zu wünschen übrig, was aber der guten musikalischen Leistung beider Blasorchester keinen Abbruch tat. Der Musikverein Granterath unter Leitung des Dirigenten Jo Vliex eröffnete das Konzert mit einem Marsch von Ernst Unrath „Per Aspera ad Astra”, was so viel heißt wie: durch harte Arbeit zu den Sternen.

Schwungvoll und exakt wurde musiziert. So konnte sich jeder auch gleich davon überzeugen, dass sich der Gastverein sehr gut auf dieses Konzert vorbereitet hatte. Mit der „Petit Ouverture” von Henk van Lijnschooten gelang auch gleich der Einstieg in die Welt der Unterhaltungsmusik - mit gekonnten Tempowechseln und solistischen Elementen im Tenorhorn- und Klarinettenregister. Anja Lemmen glänzte als Solistin mit ihrem Saxophon bei „Misty” von Errol Garner in einem Arrangement von Willem Flisijn. Bei „Wonderful Invention” spürte man musikalisch förmlich die Nähe zum Barock, was beabsichtigt und ganz nach dem Geschmack des Publikums war. Solistische Einlagen in „Titanic Memoris” und starke rhythmische Elemente in der „Princes Street Parade” gelangen vortrefflich.

„Het is een nacht” von Guus Meeuwis war eine Referenz an die niederländischen Nachbarn. Hingegen wurde man mit dem „Malaguena” des kubanischen Komponisten Ernesto Lecuona eher in südlichere Gefilde versetzt. Die Annäherung von Ost und West während des Kalten Krieges in der Ära Gorbatschows beschrieb musikalisch das Stück von Dizzy Stratford „Glasnost”. Mit dem „Deutschmeister Regimentsmarsch” von Wilhelm August Jurek verabschiedete sich der Musikverein Granterath unter dem Beifall der begeisterten Besucher für einen überaus gelungenen musikalischen Konzertbeitrag.

Dudelsack-Melodie

Mit der bekanntesten Dudelsack-Melodie der Welt begann der Musikverein Obspringen unter Leitung des Dirigenten Jan Snijders seinen Konzertteil. „Highland Cathedral” wurde für die traditionelle Besetzung der Pipes & Drums geschrieben, aber auch die Blasmusik-Version findet immer wieder großes Interesse. Sie eignet sich daher auch hervorragend als Eröffnungs- oder Schlussstück bei Internationalen Musikfestivals.

„Grease” von Warren Casey/Jim Jacobs gelang vor allem rhythmisch bestens, die Musikerinnen und Musiker gestalteten ihre Einsätze exakt und mit mächtiger Tonfülle, dazu mit viel klanglicher Qualität. Die ausgewogene Besetzung des Blasorchesters und sein guter Klang lassen bei den Zuhörern keine Wünsche offen. Das Lied „I will follow him” aus dem Film „Sister Act”, das mit seinem langsamen Anfangsteil zu einem flotten Hauptteil mit rhythmischem Drive überwechselt, erklang mit einer interpretatorischen Genauigkeit, die ganz unmittelbar aufhorchen ließ.

Selbst zu sein und seine Träume zu durchleben, das ist die Botschaft von „Highschool Musical” von Jamie Housten, gespielt in einer Bearbeitung von Robert Longfield. „Mission Imposible Theme” von Lalo Schifrin, rhythmisch nicht ganz einfach, wurde mit großer Klangfülle meisterhaft vorgetragen. Eine außergewöhnliche und witzige Samba-Version des Pipi- Langstrumpf-Liedes, in dem auch einige lustige Show -Effekte eingebaut wurden, fand die Begeisterung des Publikums. Mit dem „Hawai-Five -O- Theme” von Mort Stevens, in einem Arrangement von Sean O Loughlin, beendete der Musikverein das Konzert.

Das Ensemble stellte einmal mehr seine Vielseitigkeit und sein melodisches Feingefühl unter Beweis. Es war selbstverständlich, dass das Orchester die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen durfte. Für diesen Konzertnachmittag, der als „Gemeinschaftsunternehmen” vortrefflich gelungen war, gab es dann auch nur lobende Worte, die für beide Orchester gleichermaßen angebracht waren.
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