Heinsberg-Oberbruch - Aus einem kleinen Dorf kommt eine hohe Klangqualität

Aus einem kleinen Dorf kommt eine hohe Klangqualität

Von: sche
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg-Oberbruch. Auf den MGV Cäcilia Braunsrath hagelte es beim Weihnachtskonzert Lob und Anerkennung. Zum Schluss gab es nicht enden wollenden, stehenden Beifall.

Dr. Bernd Bierbaum von der Hilfsaktion „Wir für Ruanda”, der das Konzert gewidmet war, formulierte es so: „Der Chor ist etwas Besonderes. Er vermittelt hohe Klangqualität aus einem kleinen Dorf.” Da konnten sich der Chor und die Solisten nur noch in die Brust werfen.

Oberbruch verfüge über ein „gigantisches Wissen” über Behinderte, fuhr Bierbaum fort, deshalb sei es auch besonders nahe liegend, hier über das Konzept Kibilizi nachzudenken. In der evangelischen Kirche sei die Problematik Afrikas allgegenwärtig.

Zusammen mit der vielfach bewährten und engagierten Sopranistin Natalie Diart, dem Braunsrather Aushängeschild Arnold Schmitz, Bariton, dem niederländischen Klavierbegleiter Paul Huijts und dem Drummer-Boy Tobias ging der Chor unter der Leitung von Pierre Gerits das auch durch zahlreiche eigene Bearbeitungen charakterisierte Programm an und gab sich alle Mühe, seinem guten Ruf gerecht zu werden.

Der MGV, der seit Jahren die Christmette in Maria Lind gestaltet, dürstete geradezu danach, Kostproben seines umfangreichen Repertoires an weihnachtlichem Liedgut zu geben. Es gibt fast keine traute wie erbauliche Weise, die der Chor nicht beherrscht. Sie auszuführen, liegt dem Chor geradezu auf der Zunge, hält er es doch generell mit zurückhaltendem und dezentem Singen.

Pierre Gerits ist dafür der Garant. In vielen Jahren hat er den Chor nach seinen Prinzip der gemäßigten Sangfarbe geformt. In der überschaubaren Kirche kam er damit bestens an, brauchte nie zu forcieren oder sich anderweitig zu verbiegen.

„Traut” ist dafür die genaue Kennzeichnung, die man auch mit vielen deutschen Weihnachtsliedern in Verbindung bringt, während für englische Carols ganz andere Kriterien zählen. Solche Eindrücke vermittelte auch die Sopranistin, die sich bis zum echten Kunstlied steigerte. Dafür stehen die Weihnachtslieder von Peter Cornelius. Hier fällt auch der Klavierpart besonders ins Gewicht, der nur von einem Profi geleistet werden kann.

Seine sechs Weihnachtslieder, von denen zwei wie echte Miniaturen geboten wurden, verschmelzen Kindheitserinnerungen mit der Vorstellungswelt der Erwachsenen.

Die Sopranistin begleitete das Programm durchgehend. Dabei offenbarte sie zahlreiche Affinitäten wie die zu Händel oder Haydn. Auch die Moderne wurde nicht ausgeblendet.

Es sprach für die professionelle Gesangsausübung, dass Natalie Diart ohne Strapaze ihr Aufgaben geschickt anging und es auf ganzer Linie auch am Kerzenglanz im übertragenen Sinne nicht fehlen ließ.

Arnold Schmitz folge ihr dabei unmittelbar. Er bot sich ihr als Partner an, wie auch sein Eigengewicht auftrumpfte. Nicht zu vergessen, der kleine Trommler in Uniform, den die Besucher besonders herzlich aufnahmen. Das Trommellied erhielt durch ihn erst Substanz.

Sicher wird es nicht bei diesem Konzert bleiben. Dafür war es zu ausgesucht gut und erfolgreich, und die Ausführenden zu wenig erpicht, dabei nur das eigene Heil zu suchen. Braunsrath glänzte einmal mehr.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert