„Aufbruchstimmung“ in der Freizeit-Region?

Von: disch
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Bärenstark: Ein markanter Anziehungspunkt im Kreis Heinsberg ist der Wildpark Gangelt. Foto: WPG
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Pluspunkt Premium-Wanderwege: Der Birgeler Urwald lockte schon Manuel Andrack an. Foto: NPSN
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Pluspunkt Knotenpunktsystem: Die Radfahrer zeigen sich immer wieder begeistert. Foto: HTS

Kreis Heinsberg. Die touristische Attraktivität sowie die Gäste- und Übernachtungszahlen sollen weiter gesteigert werden, erklärte Landrat Stephan Pusch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender vom Heinsberger Tourist-Service (HTS) zur Zielsetzung, die mit dem neuen Tourismuskonzept für den Kreis verfolgt wird. Und Pusch erhofft sich eine „Aufbruchstimmung“ unter den touristischen Akteuren in der Freizeit-Region Heinsberg.

Mit einer Sitzung der Lenkungsgruppe als sogenannte Kick-off-Veranstaltung im Rathaus der Stadt Heinsberg hat am Mittwoch offiziell die Arbeit an dem neuen Konzept begonnen, für das der HTS nach Angaben von Schatzmeister Hans-Josef Mertens Rücklagen in Höhe von insgesamt 60.000 Euro gebildet hat.

Wirtschaftsfaktor Tourismus

Ein Resultat des vor 20 Jahren erstellten ersten Tourismuskonzepts war die HTS-Gründung 1995. Der Tourismus hat vor Ort seitdem zunehmend an Bedeutung gewonnen. So wurde im vergangenen Jahr, als der HTS das neue touristische Konzept bundesweit ausgeschrieben hat, auf den Wirtschaftsfaktor verwiesen, würden doch in diesem Bereich im Jahr über 240 Millionen Euro im Kreis erwirtschaftet; wobei den Bärenanteil davon der Tagestourismus mit weit über acht Millionen Tagesgästen beisteuere. Die Wachstumskurve sei in den vergangenen Jahren zwar abgeflacht, so wurde am Mittwoch eingeräumt, doch: „Wir wollen das Wachstum verstetigen“, kündigte HTS-Geschäftsführerin Patricia Thiel an. Dass die Bäume dabei nicht in den Himmel wachsen, ist dem Landrat bewusst: Es gehe darum, die Position zu halten und kontinuierlich auszubauen, so Pusch.

Den Zuschlag für die Konzepterstellung hat die dwif-Consulting GmbH aus München erhalten, die auf eine langjährige Erfahrung in der Tourismusberatung verweisen kann. Ziel des Konzepts, das im Herbst vorliegen soll, ist die Identifizierung zentraler Handlungsfelder für die touristische Entwicklung des Kreises in den nächsten zehn bis 15 Jahren. Daraus sollen Handlungsempfehlungen und Maßnahmen abgeleitet werden.

Matthias Hollmann von dwif-Consulting erläuterte am Mittwoch die Vorgehensweise. 15 Expertengespräche und mindestens acht Workshops seien geplant, um möglichst viele Akteure einzubinden. Zunächst soll der Status quo festgestellt, sollen Stärken und Schwächen analysiert werden, sei es in der Infrastruktur, beim Marketing oder in der Organisations- und Aufgabenstruktur. Schließlich sollen mit Blick auf die Handlungsfelder und Zielgruppen konkrete Strategien und Maßnahmen ent­wickelt werden. Es gehe um eine Vision, um Ziele, aber eben auch um Umsetzungsschritte. Offensichtlich sei, so Hollmann, dass sowohl Radfahren (mit dem Knotenpunktsystem) als auch Wandern (mit zertifizierten Premium-Wegen der Wasser-Wander-Welt im Naturpark Maas-Schwalm-Nette) eine große Rolle spielen würden, aber die Region bewege sich da in einem starken Wettbewerbsumfeld. Die Frage sei, wie sich der Kreis stärker profilieren könne.

Angesprochen auf die Stärken, die er bei seinem ersten Blick auf die Region festgestellt habe, nannte Hollmann die attraktiven Naturräume. In der Infrastruktur für Radfahren und Wandern werde auf Qualität gesetzt. Es gebe ein umfangreiches kulturelles Angebot. Hollmann nannte als markante Punkte des Kreises Selfkantbahn und Wildpark Gangelt, ­Begas-Haus in Heinsberg und Zipfelgemeinde Selfkant, aber auch die Motten, die mittelalterlichen Verteidigungshügel. Lob gab es für die Internetseite des HTS ob ihrer vielen Informationen, allerdings könnte nach seiner Ansicht die Emotionalität stärker herausgestellt werden. Einen Knackpunkt verschwieg Hollmann nicht: die Wahrnehmbarkeit der Freizeit-Region Heinsberg im NRW-Tourismus. Auf der entsprechenden Internetseite gebe es da wenig bis keine Suchergebnisse. Auch die Frage der Einbindung des HTS in die regionale Organisationsebene (derzeit: Südlicher Niederrhein) sei zu beleuchten. Pusch brachte in diesem Zusammenhang mit Blick auf die grenzüberschreitende Vermarktung die Arbeitsgemeinschaft Grenzland ins Gespräch.

„An einem Strang ziehen“

Ebenso wie Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder unterstrich der Landrat, wie wichtig aber auch die Abstimmung im Kreis untereinander sei: „Alle Akteure müssen an einem Strang ziehen.“ Kritik solle in positive Energie umgesetzt werden. „Mehr Gemeinsamkeit“ würde sich auch Hans Lutgen vom Waldfeuchter Landgasthof Haus Lutgen wünschen. Oft sei noch festzustellen, dass jeder sein eigenes Süppchen koche. Gebündelt könne mehr erreicht werden, meinte auch Wolfgang Wahl vom Erkelenzer Hotel am Weiher: „Wir müssen enger zusammenrücken.“

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