Auf sechs Stationen die Solidarität bekundet

Von: defi
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Ihre Solidarität mit arbeitslosen Menschen bekundeten die Kreuzwegteilnehmer.
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Auf den „Kreuzweg der Arbeit“ begaben sich kirchlich und gewerkschaftlich organisierte Menschen gemeinsam. Sechs Stationen in Oberbruch waren das Ziel. Foto: defi

Kreis Heinsberg. „Das ist nicht nach Gottes Ordnung“, sagte Gertrud Grotthaus, Sprecherin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) beim „Kreuzweg der Arbeit“ im Kreis Heinsberg. Sie meinte damit den Leidensweg, den Arbeitslosigkeit vorzeichnet.

Der Kreuzweg führte über sechs Stationen von der Evangelischen zur Katholischen Kirche in Heinsberg-Oberbruch.

35 Teilnehmer hatten sich eine Woche vor dem Osterfest mit Holzkreuzen in Händen auf den Weg gemacht. Menschen der Kirche und der Gewerkschaft gingen gemeinsam. „Wir könnten ein qualitativ gutes Leben führen, wenn der Profit nicht immer im Vordergrund stünde“, sagte Ludger Bentlage, Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Aachen.

Netzwerk gebildet

KAB und NGG „netzwerken“ im Kreis Heinsberg schon seit geraumer Zeit. Die Idee, einen „Kreuzweg der Arbeit“ auf die Beine zu stellen, um auf den Leidensweg der Menschen aufmerksam zu machen, die vom Kreuz der Arbeitslosigkeit niedergedrückt werden, entsprang dieser Zusammenarbeit. Die KAB-Gruppen Wassenberg, Erkelenz und Gangelt-Birgden waren federführend an der Vorbereitung beteiligt. „Es ist schön, dass unsere Sorgen um die Menschen eine Stimme bekommen“, meinte eine Erkelenzer Teilnehmerin. Und Gertrud Grotthaus dachte beim Kreuzweg durch Oberbruch an ein Wort des 1994 in Aachen verstorbenen Bischofs Klaus Hemmerle: „Ostern ist der Beweis, dass die Mitte, die zum Rande kommt, am Rande nicht untergeht, sich am Rande nicht verliert, sondern den Rand mit sich beschenkt, zu sich heimholt und so noch herrlicher als die Mitte aufgeht.“

Die „am Rande“, also Menschen ohne Arbeit, von Arbeitslosigkeit bedrohte und unter Tarif bezahlte Personen, standen beim „Kreuzweg der Arbeit“ im Mittelpunkt.

Auch auf die Kraft der Fürbitte setzten die Kreuzwegteilnehmer ihre Hoffnung. Vor den Toren des Industrieparks Oberbruch an der Boos-Fremery-Straße wurden zwei Stationen des Kreuzwegs in Erinnerung an die vielen verlorenen Arbeitsplätze, die es dort zu Glanzstoff-Zeiten gab, abgehalten.

Kaum wahrgenommen

Kaum wahrgenommen von der Bevölkerung zog die Gruppe zum Sozialkaufhaus „Amos-Shop“. Monika Brinkmann, die auf ihrer Gitarre die Lieder bei den einzelnen Stationen anstimmte, ließ den Gitarrenkoffer diesmal zu, es war zu laut an der verkehrsreichen Straßenecke.

Pastoralreferent Johannes Eschweiler kämpfte zwar mit dem Mikro, doch die Botschaft kam trotzdem an: „Wenn Menschen entlassen werden, dann steigen im Casinokapitalismus die Aktienkurse, weil man sich vom sogenannten Freisetzen von Menschen zusätzliche Gewinne erhofft.“

In der Katholischen Kirche St. Aloysius Oberbruch endete der „Kreuzweg der Arbeit“. Theo Sommer, 1. Vorsitzender der KAB Erkelenz, fragte kritisch: „Welchen neuen Geist braucht diese Kirche?“ Dabei bezog er sich auch auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau. KAB-Gruppen präsentierten in der Kirche Setzkästen zum Thema „Gemeinwohl nach göttlicher Ordnung.“

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