Auf Reisen, ohne sich zu bewegen

Letzte Aktualisierung:
erk-johann-greis-bu
Der Fotograf Dieter Grins vor seinen Gletscher-Bildern.

Erkelenz. 1350 Kilometer meistern und dabei die Naturwunder Patagoniens entdecken ohne sich auch nur in irgendeiner Weise verkehrstechnisch fortbewegt zu haben, dies ist für die Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz täglich möglich.

Denn noch bis zum 31. Dezember zieren 50 Fotos von Dieter F. Grins aus Arsbeck, der 1939 in Düsseldorf geboren wurde, die Wände des Hauses. Allesamt faszinierende Eindrücke, die auf einer Reise des Fotografen nach Patagonien auf der Carretera Austral nach Feuerland entstanden.

„Es handelt sich um eine ganz außergewöhnliche Ausstellung”, bemerkte Gaby Kerst vom Sozialen Dienst bei der Eröffnung. Zumal sie eine ganze Woche habe erleben dürfen, wie Dieter Grins mit seiner Frau Gertrud Tag für Tag liebevoll die Ausstellung vorbereiteten. „Immer wieder hat er Bilder umgehängt und Passepartouts erneuert”, so Kerst. Und seine Frau versah einige Fotos mit eigenen Gedichten. Mit den Fotos lasse Grins die Menschen an seiner Reise teilhaben.

Die Fotos seien größtenteils um die Jahreswende 2007/2008 auf einer siebenwöchigen Reise mit dem Camper an den südlichen Zipfel von Südamerika entstanden, wie Grins sagte. „Am Ende der Tour hatten wir mehr als 11.000 Kilometer zurückgelegt und acht Mal die Grenze zwischen Argentinien und Chile überquert.”

Von diesen Strapazen sieht der Betrachter allerdings wenig. Grins hat allein die faszinierende Natur fotografisch meist in Großaufnahme und konzentriert auf ein Motiv eingefangen. Die Brillanz seiner Bilder besticht ebenso wie die Farben, die manchmal surreal wirken. Zum einen ist da die Serie von Regenwaldfotos unter anderem mit einem Mammutblatt.

Zu den weiteren Motiven zählen ein Wasserfall in Rio Agrio in Argentinien, der Mont Fiz Roy und die Peine Türme auf der chilenischen Seite sowie die Alerces Bäume, 3000 Jahre alte Urwaldriesen, von unten nach oben stimmungsvoll fotografiert. Selbst die Serie eines Schiffsfriedhof als Resultat der Überfischung, die in Punta Arenas entstand, wird bei Grins zu einem Stimmungsbild.

Dass der Fotograf Stimmungen mag, davon zeugt vor allem die Fotografie der südlichsten Stadt der Welt namens Ushuaia. Deren Spiegelung im Beagle Kanal am Abend wird so zu einem ausdrucksvollen Farbspiel. Ebenso wie der verlassene Hafen von Puerto Natales in Chile, bei dem der Blick des Betrachters förmlich ins Bild gezogen wird. Andere Fotos zeigen Hirten, wie sie Ziegen und Rinder aus der Pampa hinauf in die Berge treiben, oder die Tierwelt mit Pinguinen, Seelöwen, Guanakos und einem Gürteltier.

Besonders eindrucksvoll und fast schon unrealistisch wirken seine Fotos von den Gletschern, insbesondere des Perito Moreno Gletschers in Argentinien.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert