Kreis Heinsberg - „Auf der Zielgeraden“: WKS will Standort Wassenberg weiterentwickeln

„Auf der Zielgeraden“: WKS will Standort Wassenberg weiterentwickeln

Von: disch
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Beeindruckend: Die größte Rollenoffsetmaschine der Welt steht in der zur WKS-Gruppe gehörenden Wassenberger Druckerei Kraft-Schlötels. Foto: Anna Petra Thomas
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Die WKS-Gruppe setzt auf geprüfte Qualität: Dazu gehört auch das Auge für Details. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. „Wir bieten viel Druck, komplett aus einer Hand.“ So lautet ein Slogan der WKS-Gruppe, die 2009 durch den Zusammenschluss der Essener Westend Druckereibetriebe GmbH und der Wassenberger Kraft-Schlötels GmbH in Form einer Druckholding entstanden ist.

„Zwei qualitätsbewusste und leistungsstarke Druckereien bilden seither eines der führenden Rollenoffsetunternehmen im deutschsprachigen Europa“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens, das zu den Partnern der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) beim Standortmarketing unter dem Motto „Spitze im Westen“ gehört.

Mit Blick auf seine Standorte in Wassenberg und Essen spricht das Unternehmen – Gesellschafter ist die Mönchengladbacher Familie Viehof – von einer optimalen geografischen Lage, „die uns direkt an die Benelux-Länder, Skandinavien und das restliche benachbarte Europa anbindet“. Und für den Standort Wassenberg (Kraft-Schlötels) gibt es jetzt erfreuliche Nachrichten: Es zeichnen sich weitere millionenschwere Investitionen ab.

„Beilagendruckerei im großen Stil“: Auf diesen Nenner bringt der Geschäftsführer der WKS Druckholding GmbH, Dr. Ralph Dittmann, die Stärke des Unternehmens. „24 Stunden am Tag, an sieben Tagen in der Woche, also rund um die Uhr.“ Mit acht Maschinen geschieht dies; vier in Wassenberg und vier in Essen. 230 000 Tonnen Papier hat die WKS-Gruppe nach seinen Angaben im vergangenen Jahr verarbeitet. Das Ergebnis ­entspricht sage und schreibe sieben Milliarden 16-Seiten-Beilagen-Prospekten; davon wurde die Mehrzahl bei Kraft-Schlötels in Wassenberg gedruckt.

„Der Handel braucht gedruckte Werbung ganz intensiv, um seinen Absatz zu fördern“, zeigt sich Dittmann überzeugt. Auch im Internet-Zeitalter gelte: „Neugierig machen läuft immer noch über das gedruckte Produkt. Dies ist immer noch das seriöseste Medium, wenn es um den Anstoß geht.“

Dabei ist die Lage im Drucksektor alles andere als rosig: „Die Preise fallen kontinuierlich“, so Dittmann. Seit 2007 habe sich der Druckpreis halbiert. Nur über Modernisierung und Automatisierung, Optimierung zur Kostensenkung könne man da mithalten ... oder steige aus. Die Zahl der Rollendrucker in Deutschland sei von 140 im Jahr 2007 auf nunmehr 60 zurückgegangen. Deshalb gehe es vor allem darum, mit modernster Technologie eine immer höhere Pro-Kopf-Produktivität zu erreichen – mit konkurrenzfähigen Preisen für die Kundschaft und gescheiten Löhnen für die Mitarbeiter.

Im Herbst des Jahres 2013 wurde von WKS bei Kraft-Schlötels im Zuge eines 25-Millionen-Euro-Investments mit der 160 Seiten Manroland ­Lithoman IV „die größte Rollenoffsetmaschine der Welt“ in Betrieb genommen. Doch um diesen Rekord, der seitdem Druckfachleute aus aller Welt nach Wassenberg lockt, war es WKS eigentlich gar nicht gegangen, sondern vielmehr um modernste Technik und darum, optimal aufgestellt und bestens gerüstet zu sein. 1000 Seiten im DIN-A4-Format druckt diese rund 50 Meter lange und fast 17 Meter hohe Maschine in einer Sekunde.

Jetzt stehen die Zeichen bei WKS auf Weiterentwicklung und technologischen Ausbau des Standortes im Wassenberger Industriegebiet Forst. Das Unternehmen verfolgt ganz konkrete Planungen: Ein Nachbargrundstück ist gekauft worden, um dort die Logistik (Lagerung und Versand) neu zu platzieren und zu optimieren und im bestehenden Firmenbau eine weitere riesige Druckmaschine zu errichten, die in den Details aber noch ein Stück moderner sein soll. Sie soll noch mehr können. Dittmann: „Wir müssen kreativer sein.“

Auch wenn die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist: Es zeichnet sich ein neues Investment von mehr als 30 Millionen Euro ab. Der Geschäftsführer schränkt allerdings ein: „Wir führen noch Gespräche mit Lieferanten, Banken und Genehmigungsbehörden. Wir gehen auf die Zielgerade.“

WKS: Dies sind aktuell rund 140 Mitarbeiter bei Kraft-Schlötels in Wassenberg, rund 140 bei Westend in Essen plus 55 im Bereich der WKS Print Partner GmbH mit Verwaltung und Vertrieb (zu zwei Dritteln in Essen und einem Drittel in Wassenberg).

Wird die geplante Investition Realität, so soll die Mitarbeiterzahl laut Dittmann „leicht steigen“. Die Druckfachkräfte kommen beileibe nicht alle aus der heimischen Region, sprich aus dem Kreis Heinsberg, sondern sie pendeln auch in großer Zahl von Köln, vom Niederrhein und aus den Niederlanden nach Wassenberg.

WKS bildet zwar selbst aus, aber geeignete Bewerber zu finden, sei schwierig, berichtet Holger Backes (Leitung Projektierung bei WKS Print Partner). So sei das Unternehmen verstärkt auf der Suche nach jungen Menschen, die Ausbildung und Laufbahn in diesem Industriebetrieb reizen würden. Mitbringen sollten sie vor allem technisches Verständnis und farbliches Empfinden.

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