Auch Oswald von Wolkenstein kommt zu Wort

Von: hewi
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Erkelenz-Lövenich. Zu Ehren des Ritters, Pilgers und Dichters Arnold von Harff wurde in der Lövenicher Pfarrkirche St. Pauli Bekehrung auch gesungen und musiziert.

Das Ensemble Ala Aurea aus Köln präsentierte geistliche und weltliche Musik aus der Zeit des Ritters (1471 bis 1505). So wurden die einzelnen Stationen der zweijährigen Reise, die der Ritter auch literarisch festgehalten hat, musikalisch inszeniert.

So standen der „Hymnus für die Heiligen Könige” und „Wail up ich moes van hynnen” für Köln aus Ausgangspunkt der Reise des „rheinischen Marco Polo”. Bedient hatte sich Maria Jonas dabei im Liedbuch der Anna von Köln (um 1500) oder im überlieferten Nachlass des Minnesängers Oswald von Wolkenstein. Doch auch gregorianische und griechisch-orthodoxe Liturgien brachte Jonas zum Vortrag, die die Stationen Rom und Rhodos darstellten.

Das Programm des Abends beinhaltete auch istrische und italienische sowie sephardische Lieder, die heutzutage nahezu vergessen sind. Zwischen den Liedern lasen Jonas und die Fidelspielerin Susanne Ansorg Passagen aus den Aufzeichnungen von Harffs. Passend zum „Te deum” zitierten sie von Harffs Bericht über eine Messe mit dem Papst, der er im Petersdom beiwohnen durfte.

Seine Aufzeichnungen sind schon deshalb noch heute von großem Interesse, weil er das Erlebte nicht nur einfach wiedergab, sondern auch aus seiner Sicht heraus kommentierte. In Kombination mit den Einblicken in seine Gedankenwelt zauberten die Melodien der beiden Künstlerinnen einen gelungenen Gesamteindruck. Auch die Akustik in der Pfarrkirche trug natürlich ihren Teil zum Gelingen des Konzertes bei.

Die heutige Pfarrkirche St. Pauli Bekehrung wurde im 19. Jahrhundert errichtet und steht dort, wo auch schon ihre Vorgängerin gestanden hatte. Es ist nicht einmal sicher, ob Arnold von Harff wirklich in Lövenich beigesetzt worden ist. Zumindest wurde aber die Grabplatte gefunden, die noch heute in der Krypta der Pfarrkirche zu besichtigen ist.

Das Konzert von Ala Aurea rundete die Feier zur Enthüllung der Bronzetafel ab, die zukünftig Besucher der Kirche über den Lövenicher Ritter und sein Leben aufklären wird. Der Heimatverein hatte sie anfertigen und in Absprache mit der Stadt und der Kirchengemeinde anbringen lassen. In Erkelenz weisen schon einige vom Heimatverein gestiftete Tafeln auf historische Orte oder Ereignisse hin.
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