Auch in Heinsberg: Angst vor EHEC macht sich bemerkbar

Von: Andreas Gabbert
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Salat und Gurke als Beilage: Viele Menschen verzichten völlig darauf und rühren das Gemüse nicht an. Das hat auch Melanie Gottschalk beobachtet, wenn sie im Café Fredo die Gäste bedient. Foto: Andreas Gabbert

Heinsberg. Mittagszeit in Heinsberg: In den Restaurants herrscht reger Betrieb. Auf den Tellern liegen Schnitzel, Pasta oder Pizza. Salat sieht man nur selten. Obwohl Mittlerweile die Warnung vor Gurken, Tomaten und Blattsalat aufgehoben wurde, sind die Menschen immer noch misstrauisch.

Vielen ist der Appetit auf Rohkost abhanden gekommen. Die Angst vor EHEC zeigt Wirkung - auch in den Heinsberger Gaststätten. Doch die Situation in den einzelnen Restaurants ist teilweise sehr unterschiedlich.

Melanie Gottschalk hat im Café Fredo gerade den ersten Salat an diesem Tag serviert, womöglich wird es auch der einzige bleiben. „An den Salaten merken wir es wirklich. Sonst wird viel mehr bestellt, gerade an heißen Tagen”, sagt die Frau mit den blonden Haaren. Die Zahl der Gäste hat zwar nicht abgenommen, aber die Bestellungen haben sich geändert. Dabei hat Gottschalk sehr unterschiedliche Reaktionen der Gäste beobachtet. Die meisten verzichten völlig auf Tomaten, Gurken und Salat und bestellen etwas anderes. „Einigen ist es aber auch egal”, sagt sie. Sie selbst isst seit dem Auftauchen des EHEC-Erregers keine Rohkost mehr, nicht mal ein Stück Tomate. Sie macht sich Sorgen um ihre Gesundheit.

Teuta Krasniqi, Chefin der Peditlounge, sieht das gelassener. „Ich mache mich nicht verrückt, erst war es das Fleisch, jetzt ist es der Salat. Ich esse einfach ganz normal weiter”, sagt sie. Trotzdem achtet sie darauf, was sie für ihr Restaurant einkauft. Zunächst hat sie einen Bogen um Produkte aus Spanien gemacht, als es hieß, der Erreger sei auf spanischen Gurken gefunden worden. Seitdem vor Sprossen gewarnt wird, verzichtet sie auch lieber darauf. Manche ihrer Gäste wollen keinen Salat, Gurken oder Tomaten als Beilage oder Deko mehr. Ansonsten kann sie keinen Unterschied im Verhalten ihrer Gäste erkennen. In der vergangenen Woche stand beispielsweise ein besonderer Salat als Tagesempfehlung auf ihrer Karte. „Der ist gut angekommen, 20 bis 30 Stück haben wir pro Tag verkauft”, sagt Krasniqi.

Mehr Brokkoli und Bohnen

Wenn Zdravko Lasic seinen Gästen anbietet, sich an der Salatbar zu bedienen, wird meistens dankend abgelehnt. Der Inhaber des Restaurants „Medaillon” hat schon einiges wegschmeißen müssen. Die Salatbestellungen sind um rund die Hälfte zurückgegangen, während die Zahl der Gäste auch hier gleich geblieben ist. „Statt Salat bestellen die Leute jetzt mehr Gemüse wie Brokkoli oder Bohnen”, schildert Lasic seine Beobachtungen.

Auch wenn die Heinsberger Gastwirte teils sehr unterschiedliche Erfahrungen machen. Eines ist ihnen allen gemeinsam. Jeder hofft, dass die EHEC-Krise bald vorbei ist.
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