Auch im Umgang mit dem Tod werden Jungärzte geschult

Von: hewi
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Dr. Harry Elsbernd als ärztli
Dr. Harry Elsbernd als ärztlicher Direktor, die Chefarztkollegen Dr. Klaus-Dieter Winter und Dr. Eberhard Jacobs (von links) sowie Verwaltungsdirektor Wolfgang Salz (rechts) begrüßen die neuen Studenten. Foto: hewi

Erkelenz. Seit dem vorigen Jahr ist das Hermann-Josef-Krankenhaus Kooperationspartner und Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen. Damals gingen drei „PJler” in Erkelenz an den Start. „PJ” ist das Kürzel für das Praxisjahr, das am Ende des Medizinstudiums und vor der großen Abschlussprüfung steht.

Zwei der drei ehemaligen PJler bleiben dem Haus als Mediziner erhalten, wie Verwaltungsdirektor Wolfgang Salz bei der Vorstellung der Nachfolger erklärte.

In diesen Tagen treten zwölf angehende Mediziner ihr Praxisjahr in Erkelenz an. Dabei konnten sie sich zwischen rund 20 Krankenhäusern entscheiden, die sich bei einer PJ-Messe in der Universität vorgestellt hatten.

„Die Präsentation der Erkelenzer war überzeugend”, lautete das einhellige Urteil der Medizinstudenten. Laura Gärtner erklärte, sie habe „Erkelenz nicht in der Planung” gehabt, ließ sich aber von der Vorstellung des Krankenhauses und den Erfahrungen der bisherigen PJler eines Besseren belehren.

Für Alexandra Henke war klar, dass sie nach Erkelenz will. „Ich hatte von einem der letzten PJler so viel Gutes über das Hermann-Josef gehört, dass meine Entscheidung schnell feststand”, erklärte sie.

Eric Eckert findet das Konzept der Ausbildung in Erkelenz überzeugend, nachdem er die Aachener Krankenhäuser bereits kennt. Das Praxisjahr ist in drei Terziale zu je 16 Wochen unterteilt. In dieser Zeit lernen die Nachwuchsmediziner die praktische Arbeit in den einzelnen Stationen kennen.

Die Ambulanz ist für alle eingeplant, denn „da lernt man am meisten”, wie Harry Elsbernd weiß. Der ärztliche Direktor forderte die Neuen auf, nicht mit Kritik und Anregungen zu geizen. „Denn auch wir wollen immer besser werden und die jungen Kollegen auf den Beruf vorbereiten”, betonte er bei der Vorstellung der Praxis-Studenten.

Deshalb haben er und seine Kollegen eine strukturierte praktische Ausbildung entworfen, bei der jeder PJler einen Assistenzarzt zur Seite bekommt, mit dem er als Team arbeitet. Regelmäßige Besprechungen und Supervisionen begleiten die Ausbildung am Hermann-Josef. Ziel ist eine ganzheitliche und selbstständige Patientenbegleitung.

Der ganzheitliche Lehransatz ist wichtig und umfasst nicht nur die einzelnen Behandlungsschritte. Dabei müssen die angehenden Ärzte auch lernen, Anteilnahme zu zeigen und sich gleichzeitig professionell zu verhalten.

Auch der Umgang mit dem Thema Tod will erlernt werden. Bisher kam der nur theoretisch in der Ausbildung vor. „Das Hermann-Josef ist groß genug, um eine breite medizinische Palette abzudecken”, hob Elsbernd hervor. „Trotzdem ist es noch familiär genug, um auf dem schnellen Dienstweg Rat und Hilfe von den erfahrenen Medizinern zu bekommen.”

Zwei der Stationen können die PJler frei wählen. Neben der inneren Chirurgie und der Gynäkologie stehen die Urologie, Orthopädie und Anästhesie zur Wahl. Neben der Ambulanz ist die Intensivstation fest im Praxisjahr eingeplant.

Aus Erfahrung wissen Elsbernd und sein Kollege Dr. Klaus-Dieter Winter, dass die Jungmediziner von den Patienten aufgenommen werden. „Bisher hatten wir noch keinen Fall, in dem die Studenten abgelehnt worden wären”, hob Winter hervor. „Meistens werden sie gelobt, weil sie sich so viel Zeit für die Patientengespräche nehmen.”

Betreiber des Hermann-Josef-Krankenhauses ist die Hermann-Josef-Stiftung. Sie wurde vor rund 140 Jahren vom Erkelenzer Notar Hermann-Josef Gormanns ins Leben gerufen und mit 60.000 Goldtalern ausgestattet.

Ziel war die Versorgung von Armen, Waisen, Kranken und „armen Dienstmägden”. Neben dem Krankenhaus betreibt die Stiftung ein Altenheim, ein ambulantes Pflegezentrum, einen palliativ-pflegerischen Hauspflegedienst sowie das stationäre Hospiz.

Mit 900 Mitarbeitern ist die Stiftung der größte Arbeitgeber in Erkelenz und kreisweit der zweitgrößte. Die Stiftungsaufsicht liegt beim Bistum Aachen.

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