Asylbewerber? Kaum Probleme.

Von: nosch/vm
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Das alte Ledigenheim an der Sc
Das alte Ledigenheim an der Schaufenberger Straße in Millich dient der Stadt Hückelhoven der Unterbringung von Asylbewerbern. Foto: Koenigs

Heinsberg. Die Anzahl der Flüchtlinge ist in Deutschland gestiegen. Rund 45.000 Menschen haben in diesem Jahr bislang einen Asylantrag gestellt; bis Jahresende rechnet man mit rund 60.000 Anträgen.

Rund zehn Prozent der Antragsteller stammen aus Serbien oder Mazedonien; in der ersten Oktoberhälfte sind es bereits mehr als 30 Prozent. Die Anerkennungsquote liegt bei unter einem Prozent. Die Entscheidung über den Asylantrag dauert mindestens zwei Monate. Bis über die Anträge entschieden ist, werden die Asylbewerber nach einem Schlüssel auf die Kommunen verteilt.

„Im Stadtgebiet Heinsberg sieht es noch recht moderat aus”, sagt der Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes und Integrationsbeauftragte Wolfgang Paulus. Es gebe zwar einen Zuwachs aus den Balkanländern, der sei aber „nicht so dramatisch”. Insgesamt seien in Heinsberg 32 Asylbewerber untergebracht, sechs davon stammten vom Balkan. Er glaubt, dass vor allem wirtschaftliche Motive hinter der Reise nach Deutschland stünden. „Saisonal gibt es immer einen Anstieg”, sagt Paulus, „es ist bald Winter.” Er glaube auch, dass die Anhebung der Leistungen für Asylanten auf Hartz-IV-Niveau eine Rolle spielen. Dem widerspricht der Flüchtlingsrat NRW.

Laut Bundesinnenministerium kamen im vergangenen Monat 1395 Asylbewerber aus Serbien und 1040 aus Mazedonien - deutlich mehr als in den Vormonaten. Bei vielen handelt es sich um Roma. Weil die Balkanländer als EU-Beitrittkandidaten auf der Liste der „sicheren Staaten” stehen, haben sie praktisch keine Chance auf eine Anerkennung als Asylanten.

Für 120 Asylbewerber hat die Stadt Heinsberg Platz, Anfang der 90er Jahre war diese Kapazität deutlich überschritten. In solchen fällen müssen die Kommunen Wohnraum anmieten. Wassenberg verzeichnet ebenfalls höhere Zuweisungen, aber auch hier ist man von den Werten der Spitzenzeiten weit entfernt. Kam bislang etwa ein neuer Asylbewerber nach Wassenberger, sind es im Moment wöchentlich ein oder zwei. „Wir bekommen kurzfristig mehr Zuweisungen”, sagt Hans-Jürgen Seffner vom Amt für Ordnung und Soziales. Das ginge oft von einem Tag auf den nächsten oder übernächsten. Rund 30 Menschen, überwiegend aus Bangladesch und Afghanistan, keine vom Balkan, sind derzeit auf dem alten Zechengelände untergebracht.

Im ehemaligen Ledigenheim („Bullenkloster” genannt) in Millich werden die ledigen Asylbewerber untergebracht. „Derzeit sind es 20 Leute, jeder hat ein eigenes Zimmer”, sagt Bernd Kwiaton, der beim Sozialamt der Stadt Hückelhoven für die Asylbewerber zuständig ist. „Es gab schon Zeiten, da mussten wir drei Bewerber auf einem Zimmer unterbringen”, sagt er. Die Stadt steht also noch gut da. Obwohl: „Wir haben auch jetzt 15 Personen über dem Soll.” Eng wird es vor allen Dingen in Kleingladbach, wenn die Stadt noch mehr Asylbewerber als bis gestern zugewiesen bekäme. „In Kleingladbach werden die Asylbewerber-Familien untergebracht”, sagt Kwiaton. Derzeit sind es elf, eine Wohnung ist noch frei.

„Wir haben einige Fälle mehr als üblich, aber es hält sich im Rahmen”, sagt Dr. Heiner Gotzen. Der erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz spricht von einer „kleinen Häufung, die aber nicht signifikant ist”. Ja, man habe in den letzten Tagen auch einen Syrer zugewiesen bekommen. „Wir liegen im Erfüllungsgrad”, sagt Gotzen.

Von den 103 Asylbewerbern, die derzeit im Stadtbereich Wegberg untergebracht sind, kommen fünf aus Serbien oder Mazedonien. Dabei wird es aber wohl nicht bleiben: „Ich bin ziemlich sicher”, sagt Gerd Pint, der bei der Stadt für den Fachbereich Soziales zuständig ist, „dass wir noch mehr zugewiesen bekommen”.

Warum ist er sich da sicher? „Wir haben noch ausreichend Unterkünfte.”
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