ARD-Sendung „Wissen macht Ah” dreht im Beecker Flachsmuseum

Von: hewi
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Fulgenico Morente Gómez alias
Fulgenico Morente Gómez alias Fug ist wieder einmal konzentriert bei der Arbeit. Diesmal geht es um die Erklärung des Ausdrucks „Schäbiger Rest”. Foto: Wichlatz

Wegberg-Beeck. Der Mann in der ärmlichen Kleidung hockte auf einem Schemel und widmete seine gesamte Aufmerksamkeit dem Strang Flachs, den er auf dem alten Arbeitsgerät vor sich bearbeiten sollte. Keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellte. Dann wurde er unterbrochen und musste es noch einmal und noch einmal machen, bis die Szene im Kasten war.

Der Mann mit dem Flachs, der unter den fachkundigen Augen des Heimatvereinsvorsitzenden Heinz Gerichhausen zu Werke ging, war niemand Geringerer als Fug. Bekannt aus dem Fernsehen, zumindest den jüngeren Zuschauern.

Denn Fug wirkt in der WDR-Wissenssendung „Wissen macht Ah!” mit, die sich gezielt an die jungen Zuschauer wendet und ihnen Dinge erklärt. In kleinen Einspielungen und Filmen innerhalb der preisgekrönten Sendung kommt er immer dann zum Einsatz, wenn eine erklärende Geschichte erzählt werden soll. Zum Beispiel woher bestimmte Redewendungen und Ausdrücke kommen. Das ist Fugs Spezialgebiet.

Und auch diesmal ging es um einen geläufigen Ausdruck und dessen Ursprung, nämlich den berühmten „schäbigen Rest”, mit dem sich heute kaum jemand zufrieden gibt.

Die Schäben, so werden die Kinder demnächst im Fernsehen erfahren, auf die sich der Ausdruck bezieht, sind ein Abfallprodukt der Flachsverarbeitung und ziemlich wertvoll. Denn die kleinen Holzstückchen sind sehr begehrt, da aus ihnen Spanplatten und Palets für die Heizung hergestellt werden können.

Das wusste Heinz Gerichhausen natürlich schon früher. Und demnächst wissen es auch die Kinder, die morgens lieber Wissenssendungen als Pokemon schauen.

Der kleine Einspieler in der Sendung wird rund dreieinhalb Minuten dauern. Unter den wachsamen Augen von Autorin und Regisseurin Heike Menke wird aber so lange gedreht, bis alles so ist, wie sie es sich vorstellt. Und das kann schon einige Stunden dauern, in denen Fug immer und immer wieder dieselben Gesten und Handlungen präsentieren muss.

Seit zehn Jahren ist er bei der Sendung um die beiden Moderatoren und „Klugscheißer” Ralph Caspers und Shary Reeves dabei. Mit bürgerlichem Namen heißt Fug eigentlich Fulgencio Morente Gómez. „Aber meine Mitschüler konnten sich das nicht merken, seitdem habe ich den Namen Fug”, erklärte er während einer Drehpause.

Ein Name, der für seine jungen Fans sicherlich ein Zungenbrecher wäre. Wenn er nicht gerade Flachs verarbeitet oder sich Gedanken macht, warum dies oder das so und nicht anders funktioniert, arbeitet Fug als freier Übersetzer und ist auch als DJ unterwegs.

Im Beecker Flachsmuseum wurde schon einige Male gedreht, wie Gerichhausen betonte. Die Fernsehteams aus Köln fühlen sich in Beeck schon fast wie zu Hause. „Wir freuen uns immer, wenn wir ein wenig dazu beitragen können, dass altes Wissen nicht vergessen wird”, erklärte er.

Deshalb hatte er auch anschauliche Beispiele zusammengestellt, was man alles aus Flachs und den gar nicht so schäbigen Schäben herstellen kann. Demnächst wird die Szene, die in Beeck gedreht wurde, auch im Fernsehen zu sehen sein. Wann genau das ist, steht noch nicht fest.

Denn das Team von „Wissen macht Ah” hat noch eine Menge anderer interessanter Themen auf Lager.
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