Kreis Heinsberg - Arbeitsmarkt: Zahlen lassen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken

Arbeitsmarkt: Zahlen lassen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken

Von: jg
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Kreis Heinsberg. Der Dezember 2011 war „erfreulich untypisch”, sagt Gabriele Hilger, Chefin der Aachener Arbeitsagentur. Steigt die Arbeitslosenzahl in der Regel zum Winter hin kräftig, gab es in diesem Monat im Kreis Heinsberg - wie ausführlich berichtet - sogar 83 Arbeitslose weniger als im Monat davor. Und im Vergleich zum Dezember 2010 waren es sogar 778 oder 8,1 Prozent weniger.

Diese Zahlen lassen die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen, die sowohl für die Städteregion Aachen als auch für den Kreis Heinsberg zuständig ist, „ein bisschen hoffnungsvoll nach 2012 blicken”. Zwar geht Hilger nicht davon aus, „dass es noch einmal zu einer so drastischen Reduzierung der Arbeitslosigkeit kommen wird, ich bin also nicht superoptimistisch”. 2012 werde aber wohl auch kein schlechtes Jahr für den Arbeitsmarkt werden.

Stichworte sind der demografische Wandel und der sich abzeichnende Fachkräftemangel. „Wir haben schon erste Engpässe verspürt, insbesondere im Bereich Informationstechnologie, bei den Ingenieuren und in der Pflege dauert es länger, bis offene Stellen besetzt werden können.” Aber auch Dreher oder Fräser seien gesucht. Insgesamt steige der Bedarf an besonders qualifizierten Menschen. „Das wird uns die nächsten Jahre begleiten”, meint Hilger.

Da aber künftig immer weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt drängen, richtet Hilger den Blick auf Personengruppen unter den Arbeitslosen, „auf denen bislang nicht der Fokus der Arbeitgeber liegt: Ältere, Schwerbehinderte, Menschen ohne berufliche Qualifikation und Langzeitarbeitslose. Etwa 900 Frauen und Männern aus diesen Gruppen will die Arbeitsagentur in diesem Jahr für den Arbeitsmarkt qualifizieren.

Die Palette reicht von Teilqualifikationen wie eine schweißtechnische Fortbildung über Hilfen zur Vorbereitung auf eine externe Berufsabschlussprüfung bis hin zu einer Umschulung. Zudem sollen über das Programm „Wege bauen” 360 ältere und gering qualifizierte Beschäftigte in Betrieben beruflich fortgebildet werden - quasi als Vorbeugung gegen Arbeitslosigkeit. Rund elf Millionen Euro stehen der Aachener Agentur für solche Maßnahmen insgesamt zur Verfügung.

Optimistisch stimmt Hilger, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit 2006 Jahr für Jahr ein bisschen gestiegen ist - von damals 220 853 auf 239 411 am 31. März 2011. Damit ist der Stand von vor zehn Jahren wieder erreicht. Allerdings: Die Zahl der Vollzeitstellen ist nur um gut 9000 auf 188 849 am Stichtag gestiegen. 50 562 Menschen hatten Ende März 2011 nur eine Teilzeitstelle.

Aber, sagt Hilger, es sei ein guter Trend, dass wieder mehr Menschen einen regulären Job erhalten. Und sie ist voller Hoffnung, dass die Entwicklung anhält, „wenn auch nicht in dem Tempo”. Wobei vieles davon abhänge, „was sich mit dem Euro tut”. Die Konsumfreude der Menschen sei aber nach wie vor gut, was für das Exportland Deutschland wichtig sei.

Gestiegen ist übrigens auch die Zahl derer, die einen sogenannten Minijob mit einem Einkommen bis zu 400 Euro haben. Insgesamt 87 104 Menschen in der Städteregion und im Kreis Heinsberg hatten zum Stichtag 31. März 2011 einen solchen Job, 2006 waren es gut 10 000 weniger. Knapp 25 000 von ihnen haben dazu noch einen anderen Job (2006: gut 18 000).

Zu den positiven Zahlen, die Hoffnung für die Zukunft geben, gehört für Hilger auch, dass nicht nur die offizielle Zahl der Arbeitslosen sinkt, sondern auch die Zahl derer, die von der Agentur in der Statistik unter dem Begriff „Unterbeschäftigung” ausgewiesen werden. Dazu gehören etwa diejenigen, die eine Trainings- oder Qualifizierungsmaßnahme durchlaufen, die einen „Ein-Euro-Job” haben oder die zwar arbeitslos, aber kurzfristig wegen Krankheit arbeitsunfähig sind. Und dazu gehören diejenigen, die über 58 Jahre alt sind und denen ein Jahr lang kein Jobangebot gemacht werden konnte.

Mit den gut 10 000 „Unterbeschäftigten” waren demnach im Dezember 2011 nicht 31 818 Menschen in der Städteregion und im Kreis Heinsberg arbeitslos, sondern 42 484 - und das sind 3556 weniger als im Vorjahr.
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