Heinsberg-Oberbruch - Arbeitslos soll nicht abgeschrieben heißen

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Arbeitslos soll nicht abgeschrieben heißen

Von: defi
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Weihbischof  Karl Reger dankt
Weihbischof Karl Reger dankte vor allem den 90 ehrenamtlichen Helfern von „Amos”, die dreimal die Woche Lebensmittel ausgeben, zuvor besorgen und herrichten. Foto: defi

Heinsberg-Oberbruch. Ein Zeichen der Verbundenheit mit Arbeitslosen zu setzen und Geld für die Arbeitslosenprojekte in der Region zu sammeln, ist das Ziel der Solidaritätskollekte in den Katholischen Gemeinden des Bistums Aachen. Die Kollekte wird in den Sonntagsgottesdiensten am 8. Mai und den Vorabendgottesdiensten durchgeführt.

Weihbischof Karl Reger warb bei einem Besuch in Oberbruch für diese Solidaritätskollekte und informierte sich über das Arbeitslosen-projekt des Vereins „Amos”.

„Amos” wurde 2006 auf Initiative des Pfarrgemeinderates der Katholischen Kirche St. Aloysius Oberbruch gegründet und betreibt heute den „Amos-Shop” und den „Amos-Laden”, der 300 Familien im Stadtgebiet Heinsberg mit Lebensmitteln versorgt. Weihbischof Reger war gerne nach Oberbruch gekommen, unterstützte er doch persönlich während seiner Zeit als Regionaldekan in Krefeld-Meerbusch die Gründung des ersten ökumenisch getragenen Arbeitslosenzentrums.

„Menschen, die arbeitslos werden, brauchten damals wie heute Qualifizierung, Beratung und Begegnung”, sagte Weihbischof Karl Reger bei seiner Ansprache im Dechant-Sauer-Haus, wo „Amos” seinen Laden betreibt.

Der Weihbischof dankte vor allem den 90 ehrenamtlichen Helfern von „Amos”, die dreimal die Woche Lebensmittel ausgeben, zuvor besorgen und herrichten und die jeden Morgen ein gemeinsames Frühstück anbieten, an dem auch der Bischof teilnahm. Man könne die Massenarbeitslosigkeit zwar nicht abschaffen, so Reger, doch getreu dem Motto der diesjährigen Solidaritätskollekte „Weil Arbeit nicht vom Himmel fällt ... sind wir gefragt!” seien die Kirche und die ihr Angehörenden gefragt, wenn es um die Solidarität und den Einsatz für Gerechtigkeit geht und darum, Menschen eine neue Perspektive zu geben.

Die Kollekte sei zu einem wichtigen Beitrag der Gemeinden geworden und das Bistum werde auch weiterhin Kirchensteuermittel für die Arbeitslosenarbeit zur Verfügung stellen.

Reger forderte dazu auf, sich als Christ nicht damit abzufinden, dass gerade Menschen, die lange arbeitslos sind, auch abgeschrieben werden. Arbeit sei nicht nur dazu da, das Geld zu verdienen, um „was zu knabbern zu haben”, sondern Arbeit lasse den Menschen auch spüren, dass er gebraucht wird, ein Baustein der Gesellschaft sei, so Reger.

Auch Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder nahm zusammen mit Regionaldekan Pfarrer Gottfried Graaff und Caritas-Geschäftsführer Gottfried Küppers am gemeinsamen Frühstück mit dem Weihbischof teil.

Bürgermeister Dieder lobte ebenfalls die Arbeit von „Amos”, der Verein habe sich mittlerweile zu einer caritativen Einrichtung mit Aufgaben entwickelt, die weit über den Begriff „Tafel” im Sinne einer Lebensmittelhilfe hinausgingen. Dieder verwies darauf, dass es dem Verein „Amos” zusammen mit dem Job-Center für den Kreis Heinsberg gelungen sei, drei Bürgerarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose zu schaffen.

Die Solidaritätskollekte im Kreis Heinsberg wird neben den von „Amos” betreuten Menschen auch Bedürftigen zugute kommen, die von der Caritaswerkstatt begleitet werden. „Amos”-Vorsitzender Johannes Eschweiler und seine Mitstreiter möchten mit den finanziellen Mitteln der Kollekte und des Bistums unter anderem den neuen „Amos-Shop” in Hückelhoven ausstatten.

Johannes Eschweiler erklärte in dem Zusammenhang: „Uns ist der ganze Mensch wichtig. Wir bieten Bildungsangebote an, möchten mit dem gemeinsamen Frühstück auch bewirken, dass Menschen aus ihrer Vereinsamung geholt werden. Und wir möchten wie der Prophet Amos auf soziale Missstände hinweisen.”
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