Arbeitskreis organisiert Fortbildung zum Thema Suchprävention

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Informationen aus erster Foto: zeigt Klaus Poschen von der AOK mit Teilnehmern des Workshops.

Kreis Heinsberg. Im Rahmen der euregionalen Kooperationsarbeit unter dem Titel „euPrevent” werden im November diverse Coffeeshops in Limburg besucht.

Laut einer aktuellen Studie haben 9,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 28,3 Prozent der 12 bis 25-Jährigen schon einmal Cannabis in Form eines Joints oder einer Wasserpfeife - unter Konsumenten auch „Bong” genannt - ausprobiert. Der Anteil der Jugendlichen, der regelmäßig konsumiert, ist gesunken und liegt bei unter drei Prozent. Trotzdem ist und bleibt die Droge nach Einschätzung von Experten für Jugendliche interessant und spannend.

Einiges ist in der Zielgruppe an Wissen darüber bekannt, doch Halbwahrheiten und Mythen halten sich beständig. Gerade in der Grenznähe zu den Niederlanden gibt es eine große Rechtsunsicherheit unter Jugendlichen, aber auch unter den sogenannten Multiplikatoren. Mit der Fortbildung „Cannabis - Meinungen, Mythen und (Halb-) Wahrheiten” wollten die Mitglieder des Arbeitskreises euPrevent - Sucht über gesundheitliche Risiken, Abhängigkeitspotenzial und rechtliche Unterschiede in Deutschland und den Niederlanden informieren.

Ilona van Halbeek, Klaus Poschen und Friedrich Mathieu vertreten den Kreis Heinsberg im euregionalen Arbeitskreis: „Uns ist wichtig, dass Jugendliche über ihre Lehrer, Sozialarbeiter oder andere Kontaktpersonen gut über die Substanz informiert werden, damit sie wissen, was durch das Kiffen passieren kann.”

Zunächst erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die bestehenden rechtlichen Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden, den Friedrich Mathieu von der Kreispolizeibehörde Heinsberg ihnen vermittelte.

Damit die Informationen auch umfassend waren, besuchten die Teilnehmer anschließend in Roermond den Coffeeshop „Skunk” und den Smartshop „Sirius”.

Die Gäste wurden von Jim, Vertreter des Coffeeshops „Skunk”, erwartet. Er gab Auskunft über den Umgang mit Cannabis in den Niederlanden, den rechtlichen Rahmen sowie den Alltag in Coffeeshops. „Wenn man Jim zuhört, könnte man meinen, dass der Cannabiskonsum völlig unproblematisch ist. Aber besonders in jungen Jahren und in der Pubertät ist Cannabis besonders schädlich und führt zu langfristigen Veränderungen im Gehirn. Auch zeigen Jugendliche mit einer entsprechenden Veranlagung ein höheres Risiko, eine Psychose zu entwickeln”, erklärte Klaus Poschen von der AOK-Regionaldirektion Heinsberg.

„Wer regelmäßig und häufig über einen längeren Zeitraum kifft, der riskiert Beeinträchtigungen der Lernfähigkeit und des Erinnerungsvermögens. Cannabis kann aber nicht nur die Leistungsfähigkeit in Schule und Beruf einschränken, sondern auch zu psychischer und körperlicher Abhängigkeit sowie zu Depression führen”, so Ilona van Halbeek, Suchtprophylaxefachkraft des Kreisgesundheitsamtes Heinsberg.

Danach erläuterte Jori vom Smartshop „Sirius” den Multiplikatoren die Wirkungsweisen von so genannten biogenen Drogen. Während Coffeeshop inzwischen ein bekannter Begriff ist, wissen viele mit dem Begriff Smartshop nichts anzufangen. Gerade experimentierfreudige Jugendliche entdecken immer mehr in den letzten Jahren ihre „Liebe” zu den biogenen Drogen. Dabei sind diese biologischen Drogen nach Ansicht der Suchtpräventionsfachkräfte von der Substanz her bei weitem nicht harmlos und auch in Dosierung, Wirkungseintritt und Intensität sehr schwer einzuschätzen und zu handhaben.

Der Arbeitskreis euPrevent - Sucht ist ein Zusammenschluss von Suchtpräventionsfachkräften aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Ziel ist es, Erfahrungen und Fachwissen über die Grenzen hinweg auszutauschen und voneinander zu lernen. Bereits im fünften Jahr in Folge veranstaltet der Arbeitskreis den euregionalen Präventionsmonat mit grenzüberschreitenden Veranstaltungen und Aktionen.

Ansprechpartner zum Thema Suchtprävention im Kreis Heinsberg: Ilona van Halbeek, Gesundheitsamt des Kreises, 02452/135317; Klaus Poschen, AOK-Regionaldirektion, 02452/181232; Friedrich Mathieu, Kreispolizeibehörde, 02452/9205910.
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