„Arbeit für gutes Leben” in Ideen und Visionen

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„Arbeit für ein gutes Leben
„Arbeit für ein gutes Leben”: Dieses Thema hatte die Regionale Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz zum Thema einer Veranstaltung in Hückelhoven gemacht. Auch KAB-Verantwortliche gaben Statements zum Thema ab.

Kreis Heinsberg. Von unten etwas bewegen, schauen wie Aufträge vergeben werden, den Blick auf die Menschen, die in Armut leben, richten, Einfluss auf die Politik nehmen, Dorfläden, Tourismus, selbst organisierte Handwerker- und Hausmeisterdienste, kommunale Dienstleistungsinitiativen, Mittagstisch für Kinder, faire Preise, Solidarität und die Gründung kleiner sozialer Betriebe.

So lauteten die Ideen und Visionen, um im Kreis gute Arbeit zu schaffen, am Ende der Veranstaltung „Arbeit für ein gutes Leben” im Evangelischen Gemeindezentrum in ­Hückelhoven. Eingeladen zu dieser dreistündigen Auseinandersetzung mit dieser Thematik hatte die vor anderthalb Jahren gegründete Regionale Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz (RAAK) im Kreis Heinsberg. Moderiert wurde die Veranstaltung von Heinz Liedgens vom Caritasverband für das Bistum Aachen.

Aufgabe mitgenommen

Johannes Eschweiler, Sprecher der RAAK, nahm folglich als Aufgabe mit, alle Sozialpartner, Verbände, Kirchen und Gewerkschaften an einen Tisch zu bringen, an den Ideen und Visionen weiter zu arbeiten und bei der Zusammenkunft der Träger der RAAK im Mai die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Der Ideenfindung vorausgegangen waren Denkanstöße in Form von informativen Beiträgen. Mit den Traumstufen einer Jakobsleiter, der biblischen Himmelsleiter, stellte Klaus Baakes die Wünsche von Langzeitarbeitslosen, die regelmäßig am TaK, den „Treff am Kapellchen”, einem Arbeitslosenzentrum in Mönchengladbach, zusammenkommen, vor. Es ging um Arbeit, die krank macht, unseriöse Zeitarbeitsunternehmen, unkorrekte Entgeltabrechnungen bei Leiharbeitnehmern, Planungsunsicherheit bei Arbeitsbedingungen und geringe Entlohnung, zusammengefasst in einem Erfahrungsbericht aus den Betrieben von Rudi Bender.

Daten und Fakten

Es gab Daten und Fakten von Wolfgang Cohnen (KAB/Bistum Aachen) und Karl Panitz (DGB), die besagten, dass im Kreis Heinsberg sich die Situation der Langzeitarbeitslosen verschärfe, vor allem da 70 Prozent auf Hartz IV angewiesen seien. Gesunken sei die Zahl der Vollbeschäftigten, wohingegen die Zahl der Minijobs zunehme. Zudem gebe es immer mehr Vollbeschäftigte, die ihren Niedriglohn durch Hartz IV-Leistungen aufstocken müssten, was wiederum die Kommunen belaste. Im Kreis seien es 731 Menschen, die Vollzeit arbeiten würden und von ihrer Arbeit ihre eigene Existenz nicht sichern könnten.

Aktive Teilhabe

Wie gute Arbeit aussehen kann und wie sie zu einem guten Leben beiträgt, dies verdeutlichten KAB-Verantwortliche sowie Dr. Manfred Körber vom Bistum Aachen aus kirchlicher Sicht und DGB-Regionsvorsitzender Ralf Woelk aus Arbeitnehmersicht. Herausgestellt wurde, dass Arbeit eine aktive Teilhabe am Schöpfungswerk Gottes und gut für das Menschsein sei. Es ging um die Würde und das Recht auf gute unbefristete Arbeit, einen angemessenen Lohn (gesetzlichen Mindestlohn), der den Lebensbedarf des Arbeitnehmers und seiner Angehörigen decke, die Abschaffung von Minijobs, den Anspruch auf einen gleichen Lohn für gleiche Arbeit (auch für Leiharbeitnehmer), den Abbau der Massenarbeitslosigkeit durch Arbeitszeitverkürzung sowie die Forderung nach einem neuen Netzwerk der Solidarität.

Wer ist Träger der Regionalen Konferenz?

Zu den Trägern der Regionalen Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz im Kreis Heinsberg zählen: Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband, Amos, Deutscher Gewerkschaftsbund, Diakonisches Werk, Deutscher Kinderschutzbund, Deutsches Rotes Kreuz, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Evangelische Kirche, Katholische Kirche, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, Senioreninitiativen Kreis Heinsberg, Tafeln im Kreis Heinsberg, Sozialverband VdK und Katholikenrat der Region Heinsberg.

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