Ansetzen, wenn es noch keine Probleme gibt

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Die Puppenspieler der Augsburg
Die Puppenspieler der Augsburger Puppenkiste begeisterten die Zuschauer im Kreishaus mit dem Schmetterling Papilio, der kleinen Paula, ihrer Großmutter und den vier Kistenkobolden. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Wenn die vier Kobolde Heulibold, Zornibold, Freudibold und Bibberbold aus der Augsburger Puppenkiste klettern, bringen sie allen Kindern, die ihnen bei ihren Gesprächen mit der kleinen Paula im Marionettentheater zuschauen, eine ganz einfach Botschaft mit: Gefühle kann man bei anderen Kindern erkennen und man kann lernen, mit den Gefühlen anderer Kinder umzugehen.

Bei drei Vorstellungen im großen Sitzungssaal des Heinsberger Kreishauses ist ihnen das erneut gelungen. Je 100 Kinder aus Kindergärten im Kreisgebiet waren dazu eingeladen worden. Am Nachmittag hatten zudem alle Erzieherinnen im Kreis Heinsberg die Möglichkeit, sich ausführlich über das Programm zu informieren.

Das kleine Theaterstück „Paula und die Kistenkobolde” ist einer von drei Bausteinen des Programms „Papilio”. Dessen Ziel ist es, in Kindergärten das sogenannte prosoziale Verhalten von Kindern und ihre sozial-emotionale Kompetenz zu fördern. Es basiert auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und beugt einer späteren Entwicklung von Sucht und Gewaltverhalten vor. Die sei im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie mit mehr als 700 Kindern, deren Eltern und über 100 Erzieherinnen nachgewiesen worden, erklärte Heidrun Mayer, die geschäftsführende Vorsitzende von Papilio im Anschluss an die erste Vorstellung in einem Pressgespräch.

„Wir setzen dort an, wo es noch keine Probleme gibt”, erklärte sie auf die Frage, warum Suchtprophylaxe schon im Kindergarten notwendig sei. Das Programm wende sich an Kinder im Alter ab vier Jahren und lege so einen wichtigen Grundstein für eine psycho-sozial gesunde Entwicklung.

Dass das Programm dabei nicht nur eigenständig Wirkung zeigt, sondern in einer Art Schneeballsystem weitere Früchte trägt, verdeutlichte sie am Beispiel Ilona van Halbeeks. Die Suchtprophylaxefachkraft in der Heinsberger Kreisverwaltung ist mittlerweile eine von 41 ausgebildeten Papilio-Trainerinnen in Nordrhein-Westfalen. Deutschlandweit seien es bereits 157, mit denen rund 4300 Erzieherinnen und über diese rund 90 000 Kinder erreicht würden, erklärte Mayer. „Die Erzieherinnen übernehmen das Programm in ihre Arbeit und setzten es nachhaltig um.”

Ihr Dank ging an die Krankenkasse Barmer GEK, die eine Einführung des Programms in Nordrhein-Westfalen im Jahre 2006 ermöglicht habe und deren Vertreter auch bei den Vorstellungen in Heinsberg zugegen waren. Unterstützt wird Papilio zudem vom Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen.

„Gesundheit kennt nicht nur den gesunden Körper - sondern Körper, Geist und Seele gehören zusammen”, betonte Landrat Stephan Pusch, der die Schirmherrschaft für die Auftaktveranstaltung des Programms in Heinsberg übernommen hatte. Gerade in den Kindertageseinrichtungen könnten wichtige Weichenstellungen für die Persönlichkeitsentwicklung, für das Gesundheitsbewusstsein und für das Gesundheitsverhalten entwickelt werden.

Als weitere Schritte in der Umsetzung des Programms im Kreis Heinsberg sind Fortbildungen für Erzieherinnen durch Trainerin Ilona van Haalbek geplant, die im September dieses Jahres beginnen sollen. „Paula und die Kistenkobolde” ist zudem als Vorlesegeschichte mit Hörspiel-CD und Elternteil erhältlich, darüber hinaus auch als DVD mit Begleitheft.
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