Anonyme Alkoholiker: „Isolation kann durchbrochen werden”

Von: anna
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Alkohol: Was für die einen Ge
Alkohol: Was für die einen Genuss ist, kann für die anderen zur Sucht werden. Alkoholismus ist eine Krankheit. Die Anonymen Alkoholiker wollen Betroffenen helfen. Foto: ddp

Kreis Heinsberg. Hilfe für noch leidende Alkoholiker bieten auch im Kreis Heinsberg mehrere Selbsthilfe-Gesprächsgruppen. Ihre Bezeichnung als „Anonyme Alkoholiker” (AA) stammt ursprünglich aus den USA, wo sich bereits 1935 eine erste Gruppe bildete.

1953 entstand eine erste Gruppe in Deutschland. Mittlerweile stehen jedem Alkoholiker, der den Wunsch hat, mit dem Trinken aufzuhören, bundesweit Gruppen zur Verfügung, sechs davon im Kreis Heinsberg.

Anonyme Alkoholiker sind Frauen und Männer, die entdeckt und eingestanden haben, dass der Alkohol ein Problem für sie geworden ist. Sie bilden eine weltweite Gemeinschaft, in der sie einander helfen, nüchtern zu bleiben. Jeder, der den Wunsch hat, mit dem Trinken aufzuhören, ist den AA willkommen.

Da alle Mitglieder selbst Alkoholiker sind, haben sie ein besonderes Verständnis füreinander. Sie haben diese Krankheit, den Alkoholismus, am eigenen Leibe verspürt und in der Gemeinschaft gelernt, sie zum Stillstand zu bringen, indem sie Tag für Tag ganz ohne Alkohol leben.

„Eine der wichtigsten Säulen bei AA ist, die Anonymität des Einzelnen zu wahren”, betont einer der Organisatoren der Gruppen im Kreis Heinsberg. „Keiner, der zu AA kommt, möchte erleben, dass das, was er sagt, zum Gesprächsthema der anderen außerhalb von AA wird. Deshalb ist die Anonymität des Einzelnen so wichtig für uns alle.”

Vertrauen wächst

Je länger ein Mitglied dazu gehöre, desto größer werde sein Vertrauen in die Kraft und Zuverlässigkeit der Gruppe. Innerhalb der Gemeinschaft der AA könne jeder alles sagen und ansprechen, solange er nur von sich spreche.

Dieser Erfahrungsaustausch gebe gegenseitig Kraft, Hoffnung und Zuversicht. Innerhalb dieser Gemeinschaft werde niemand ausgelacht oder verurteilt für das, was er während seiner Trinkphase getan habe. Dort wird niemand mit dem Finger auf ihn zeigen, wie es sonst dem einen oder anderen schon passiert sein mag. „Und mit Hilfe der Freunde von AA kann die Isolation durchbrochen werden, in der auch ich mich während meiner Trinkphase befunden habe”, sagt er. „Ich habe dort erkennen dürfen, dass ich nicht allein bin mit meinen Sorgen und Nöten. Ich durfte erkennen: Ich allein kann es ändern, aber ich allein schaffte es nicht.”

Gerade nach einer Therapie sei der Besuch einer Selbsthilfegruppe daher der beste Schutz vor einem eventuellen Rückfall.

Gruppen der Anonymer Alkoholiker (AA) treffen sich im Kreis Heinsberg - jeweils um 19.30 Uhr - montags im Evangelischen Gemeindezentrum in Erkelenz an der Mühlenstraße (erster Montag im Monat offen für Angehörige und Interessenten), dienstags in Haus 8 der Gangelter Einrichtungen an der Bruchstraße (zweiter Dienstag offen), ebenfalls dienstags in der Altentagesstätte in Übach-Palenberg an der Barbara­straße (erster Dienstag offen), donnerstags am selben Ort in einer englischsprachigen Gruppe, freitags im Dechant-Sauer-Haus in Oberbruch an der Mittelstraße (erster Freitag offen) und samstags - um 16 Uhr - im Krankenhaus in Heinsberg auf dem Brand (erster Samstag offen).

Weitere Infos gibt es im Internet unter oder unter Tel. 0160/6790662.
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