Analphabeten helfen: Mit sensibler Ansprache viel erreichen

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Großes Interesse: Eine Sensibilisierungsschulung zum Thema Analphabetismus bot die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg an.

Heinsberg. „Mir war gar nicht bewusst, dass so viele Menschen davon betroffen sind.“ Mit dieser Äußerung stand eine Teilnehmerin der Sensibilisierungsschulung von der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg zum Thema „Funktionale Analphabeten erkennen, ansprechen und informieren“ nicht alleine da.

VHS-Fachbereichsleiter Ingo Rümke referierte in einem ersten Abschnitt der Schulung über die erschreckend hohe Zahl von Menschen, die in Deutschland nicht über die notwendigen Lese- und Schreibkenntnisse verfügen würden, welche zu einer angemessenen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben notwendig seien. Heruntergerechnet auf den Kreis Heinsberg müsse nach einer wissenschaftlichen Untersuchung von circa 20 000 Personen ausgegangen werden – und zwar nicht nur aus sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

Viele dieser Personen hätten aufgrund eines starken Schamgefühls und eines hohen Leidensdrucks ausgefeilte Strategien entwickelt, um nicht erkannt zu werden oder würden alle schriftlichen Aufgaben von einer Vertrauensperson erledigen lassen.

Aus diesem Grunde richtete sich die Schulung besonders an Mitarbeiter von öffentlichen Verwaltungen, zu deren Arbeitsbereich intensive und langfristige Kundenkontakte gehören.

Das Interesse war groß: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung und des Jobcenters erarbeiteten und diskutierten sehr engagiert die Formen der Ansprache von betroffenen Personen. Einig war man sich jedenfalls schnell, dass es sehr wichtig sei, dieses Problem zu erkennen und dann auch sensibel anzusprechen. Damit könne sehr viel Positives sowohl für das Alltags- als auch das Arbeitsleben der Betroffenen erreicht werden. Unerlässlich dabei sei immer, dass ein Vertrauensverhältnis bestehe und Teilnehmern Wege in Kurse und Maßnahmen geebnet würden.

Ingo Rümke stellte zum Schluss die Angebote der VHS und anderer Träger im Kreis Heinsberg vor und verwies auf kostenlose Online-Angebote wie www.ich-will-lernen.de, die begleitend zu einem Kursbesuch genutzt werden könnten.

Alle Teilnehmenden gaben am Ende der Schulung an, stark für diese Problematik sensibilisiert worden zu sein und Betroffene in der Regel immer auf Lösungswege hinweisen zu wollen. Auch VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns zeigte sich erfreut über den Erfolg der Veranstaltung: „Die Volkshochschule hat eine große öffentliche Verantwortung für die Grundbildung unserer Bevölkerung. Von daher haben auch die Kurse zum Erlernen und Verbessern der Lese- und Schreibkompetenzen, die kostenlos angeboten werden, für uns eine zentrale Bedeutung.“

Gefördert wurde die Veranstaltung des Projekts „AlphaKommunal“ mit Mitteln des Bundesbildungsministeriums.

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