„An der Waldorfschule tut sich was“: Auf dem Weg zum Berufskolleg

Von: mb
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Die Freie Waldorfschule Kreis Heinsberg ist im Wegberger Stadtteil Dalheim-Rödgen beheimatet. Sie ist auf dem Weg zum Berufskolleg. Foto: Monika Baltes

Kreis Heinsberg. „An der Waldorfschule tut sich was!“ Dr. Martin ­Errenst von der Geschäftsführung und Simon Schmidt von der Schulleitung der Freien Waldorfschule Kreis Heinsberg im Wegberger Stadtteil Dalheim-Rödgen freuten sich. „Denn wir sind auf dem Weg zum Berufskolleg: Fachhochschulreife an der Waldorfschule!“

Ab dem Schuljahr 2019/2020 – so die Planung – soll ein Berufskolleg („Fachbereich Gestalten“) die Schullaufbahn mit den Klassen 12 und 13 weiterführen. Dieses Vorhaben müsse die Bezirksregierung Köln genehmigen, ein Antrag sei noch nicht gestellt, „aber wir stehen kurz davor“, bestätigte Simon Schmidt. Derzeit mangele es noch an Lehrern für die Sekundarstufe II, eine intensive Suche habe bereits begonnen.

Auch räumlich werde sich die Schule dann vergrößern, erste Entwürfe zum Ausbau seien bereits mit erfahrenen Architekten besprochen und die Vorstellungen mit dem Finanzierungsrahmen abgeglichen worden. Zwei Fachräume sollen hinzukommen, ein Eurythmie-Raum und ein Bühnensaal; Kosten: rund eine Million Euro. Mit der Einrichtung des Berufskollegs trage man den Bedürfnissen der Schüler Rechnung, hieß es. „Denn ein hoher Prozentsatz der Schulabgänger der Freien Waldorfschule entschließt sich zum Besuch eines Berufskollegs“, erklärte Schmidt.

130 Schüler in elf Klassen werden derzeit von 13 fest angestellten Lehrern unterrichtet. Die Individuelle Förderung für jedes Kind hat die Schule fest im Blick, legt Wert auf Eigenverantwortung und praxisnahen, lebensorientierten Unterricht. Statt Lernen im 45-Minuten-Takt gibt es einen zweistündigen Hauptunterricht in einer ­festen Jahrgangsgruppe, bereits ab der ersten Klasse werden zwei Fremdsprachen (Französisch und Englisch) unterrichtet, praktische Fächer (Werkunterricht und Handarbeit) kommen in den unteren Klassen und zahlreiche Praktika in den oberen Klassen hinzu.

Mit dem Hauptschulabschluss oder der Fachoberschulreife (mit und ohne Qualifikation, welche die Zugangsberechtigung zum Abitur darstellt) verlassen die Schüler zurzeit die Schule. Das soll sich mit Einrichtung des Berufskollegs ändern. Nach Klasse 13 würde die erlangte Fachhochschulreife auch ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten (abhängig vom Studiengang) ermöglichen.

Zufrieden präsentierte sich die Elternschaft an der Schule, zufrieden damit, dass die Freie Waldorfschule eine echte Alternative zu staatlichen Schule sei, dass Eltern sich einbringen könnten, dass „aufs Kind geguckt“ werde. Und das Wichtigste einte alle, auch wenn sie es verschieden ausdrückten: „Mein Kind geht gerne zur Schule.“

Und die Schüler? Jonathan Düskau, der in der sechsten Klasse von einer Regel- zur Waldorfschule wechselte, beschrieb das Lehrer-Schüler-Verhältnis als „freundlich“ und zeigte sich davon überzeugt: „Ich kann mit weniger Stress lernen.“ Louisa Lenzen war in einer staatlichen Schule „total unglücklich“ und hat ihre Zufriedenheit in der Waldorfschule ­wiedergefunden. Quereinsteiger seien durchaus üblich an der Freien Waldorfschule und auch jederzeit herzlich willkommen, bekräftigte Simon Schmidt.

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