Erkelenz - An der Karlskapelle wird der Autofahrer gefordert

An der Karlskapelle wird der Autofahrer gefordert

Von: nosch
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Der Platz um die Karlskapelle
Der Platz um die Karlskapelle wurde liebevoll neu gestaltet. Die beiden Koniferen allerdings stehen sehr dicht an der Foto: N. Schuldei

Erkelenz. Nach Beendigung der Tiefbauarbeiten Am Mühlenfeld ist auch die Straße rund um die Karlskapelle dem Charakter des kleinen Sakralbaus entsprechend gestaltet worden: Die Straße wurde mit Kopfsteinpflaster ausgelegt.

Auch das Plätzchen vor dem Eingang des Kapellchens ist mit diesem Belag „möbliert” worden. Die Idee, rechts und links vom Eingangsbereich zwei Koniferen zu platzieren, hat einen gewissen Reiz. Allerdings sind diese beiden immergrünen kiefernartige Nadelgehölze so dicht an der Fahrbahn platziert, dass es nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, wann das Gewächs, das direkt im Kurvenbereich angepflanzt wurde, einem Kraftfahrzeug zum Opfer fallen wird.

„Wir haben das alles mit der Dorfgemeinschaft Oestrich, die sich ja rührend darum gekümmert hat, dass die Kapelle wieder in neuem Glanz erstrahlt, abgestimmt”, sagt Ansgar Lurweg. Der Beigeordnete der Stadt Erkelenz räumt ein, dass „die Straße da sehr eng ist”. Zumal der früher vorhandene Bordstein im Zuge der Kopfsteinbepflasterung weggefallen ist. „Wir müssen einfach mal abwarten, wie sich das entwickelt”, sagt Lurweg. Eine Herausforderung für die Autofahrer. Diese Art der Bepflanzung im öffentlichen Raum jedenfalls scheint ziemlich einzigartig zu sein. Wie das Kapellchen auch.

Spätgotische Figur

Als einziges Gotteshaus in der Erzdiözese Köln nämlich ist die kleine Kapelle im Stadtteil Oestrich zu Ehren Karls des Großen gebaut worden. Sie entstand 1844 und wurde am 28. Juni 1845 geweiht. Bereits im Mittelalter gab es im Stadtgebiet eine Karlskapelle, die 1452 in der Nähe des heutigen Ziegelweihers errichtet worden war. Aus ihr stammt vermutlich eine wertvolle spätgotische Figur des heiligen Andreas, die sich heute in der Pfarrkirche St. Lambertus befindet. Urkundlich sind Oestrich und Erkelenz gemeinsam erstmals in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Otto I. vom 17. Januar 966 erwähnt.

Den Bau der Karlskapelle im Jahre 1844 haben die Einwohner des kleinen Dorfes durch ihre Opferbereitschaft ermöglicht. Sie bauten die neue Kapelle nicht wieder an ihrem alten Standort auf, sondern errichteten sie mitten im Dorf. Für die Restaurierung der Kapelle 1983/1984 brachte die Dorfgemeinschaft etwa 30.000 D-Mark auf. Zahlreiche freiwillige Arbeitsleistungen unter fachkundiger Anleitung waren Beiträge zum Gelingen der Restaurierungsarbeiten. Die Kapelle ist heute innen und außen schöner als je zuvor.
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