Amerikaner auf Spuren ihrer Vorfahren im Kreis Heinsberg

Von: gs
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Die in Amerika lebenden Nachfahren deutscher Familien aus der Region besuchten auch das Ehrenmal am ­Hubertuskreuz zwischen Lindern und Linnich. Foto: Georg Schmitz
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Gerry und Gerta Zaunbrecher freuten sich über den Besuch der Amerikaner, denn auch Vorfahren aus ihrer Nierstraßer Familie wanderten einst aus. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Eine Gruppe von US-Bürgern – 24 Frauen und Männer, allesamt Nachfahren von Auswanderern aus der Region und heute vornehmlich in Louisiana lebend – stattete dem Kreis Heinsberg einen Besuch ab.

Über Amsterdam und das Emsland kommend, hatte die Gruppe einen Abstecher nach Kevelaer gemacht, ehe die Tour weiter in den Kreis Heinsberg führte – allerdings nach einem Unfall einen Tag später als geplant.

Schließlich konnte aber Heiner Coenen die Freunde aus Amerika am Hubertuskreuz an der Landesstraße 228 zwischen Geilenkirchen-Lindern und Linnich in Empfang nehmen. Autor Coenen hat sich mit den Auswandererfamilien seit vielen Jahren befasst und deren Geschichte in seinem Buch „Auswanderer aus dem Kreis Heinsberg in die Vereinigten Staaten von Amerika im 19. Jahrhundert“ aufgearbeitet. Dr. Philip Fabacher, Organisator der „Heritage Tour 2015“ auf amerikanischer Seite, war bereits 15 Mal in der Heimat seiner Vorfahren.

Gedenken am Ehrenmal

An der Nahtstelle der Kreise Heinsberg und Düren war Ende der 70er-Jahre eine Gedenkstätte eingerichtet, die unter anderem an die Schlacht im November 1944, die rund um Lindern und Linnich tobte, erinnert. Das steinerne Ehrenmal ist mit den Divisionsabzeichen aller an den Kämpfen beteiligten amerikanischen, englischen und deutschen Einheiten versehen. Prompt entdeckte Fabacher die Plakette der 84th Infantry Division „Railsplitters“ aus seiner US-Heimat.

In Englisch erinnerte Heiner Coenen sehr anschaulich auch an die Schlacht vom 3. November 1444, als die Truppen des ­Herzogs von Jülich im Rahmen der Jülich-Geldrischen-Erbfolgenfehde die Truppen des Herzogs von Geldern schlugen. Als Dank stiftete der Herzog von Jülich damals den Hubertusorden, der noch heute in Bayern existiert. Von 1978 bis 2000 trafen sich amerikanische Veteranen einschließlich der kommandierenden Generäle am Hubertuskreuz mit ihren damaligen deutschen Gegnern. Mit einem Gottesdienst gedachten die früheren Feinde gemeinsam der Gefallenen des Krieges.

Treffen in Nierstraß

Von Lindern führte Coenen die Reisegruppe nach Geilenkirchen-Nierstraß, wo das Anwesen der Familie Zaunbrecher im Mittelpunkt des Interesses stand. Der aus dem Jahr 1650 stammende Hof ist mehrfach umgebaut und erweitert worden.

Das Elternhaus von Josef Zaunbrecher und seinen Nachkommen war für die Gäste aus Amerika deshalb interessant, weil ein Zaunbrecher im Jahr 1881 in die USA auswanderte und sich einige seiner Nachkommen in der Reisegruppe befanden. Diese trafen in Nierstraß auf die dort noch lebenden Mitglieder der Familie: Gerry und Gerta Zaunbrecher sowie Wilhelm Zaunbrecher.

„Ich war hier 35 Jahre lang zu Hause“, sagte Gerry Zaunbrecher, der aber immer noch im Ort wohnt. Auch habe er zusammen mit seiner Frau schon die Familienangehörigen in den USA besucht. Philip Fabacher freute sich in Nierstraß über den freundlichen Empfang, den ihnen Christoph und Ramona Dyong als aktuelle Pächter des Hofes bereiteten. Von Nierstraß aus fuhr die Reisegruppe über Langbroich nach Janses Mattes zu einem gemeinsamesn Mittagessen. Die Frauen und Männer waren in einem Aachener Hotel untergebracht, sodass auch die Gelegenheit zur Teilnahme an einer Messe im Dom gegeben war.

Zur großen Zufriedenheit aller Beteiligten wurde die Reise dann doch noch mit einem Besuch der Gerhard-Tholen-Stube in Waldfeucht abgerundet, der nach der verzögerten Anreise zunächst ausgefallen war. Vor Ort warteten der Vorsitzende des Historischen Vereins Waldfeucht, Helmut Windeck, die Familie Vollmer, Leo Knoben (mit Jagdhornklängen) sowie Heiner Coenen auf die Gäste. Heimatforscher haben im Museum Utensilien aus dem 19. Jahrhundert, der Zeit der großen Auswandererbewegung auch aus dem Kreis Heinsberg, zusammengetragen.

Die Reise in das Land ihrer Vorfahren dürfte den Frauen und Männern aus Louisiana auf jeden Fall als unvergessliches Erlebnis in Erinnerung bleiben. Darüber waren sich alle einig.

Reisebus-Insassen bleiben bei dem schweren Verkehrsunfall unverletzt

Auf der Anreise in den Kreis Heinsberg war der Bus mit der amerikanischen Reisegruppe im Geldern-Veert (Kreis Kleve) verunglückt.

Laut Polizeibericht war der 45-jährige Busfahrer aus Adinkerke (Belgien) mit dem voll besetzten Reisebus B9 von Kevelaer in Richtung Geldern unterwegs. An einer Einmündung beabsichtigte eine 47-jährige Frau aus Geldern, die mit ihrem VW Golf ­Cabrio die B9 von Geldern in Richtung Kevelaer befuhr, nach links abzubiegen. Ein ebenfalls in Richtung Kevelaer fahrender 23-jähriger Mann aus Geldern fuhr mit seinem Audi A4 auf den VW Golf auf und schob das Cabriolet auf die Gegenfahrbahn.

Der Audi kam von der Fahrbahn ab und mit der Front in einer Hecke zum Stehen. VW Golf und Reisebus stießen zusammen. Das Cabriolet drehte sich, wurde auf die Fahrbahn Richtung Kevelaer zurückgeschleudert und stieß mit einem 33-jährigen Mann aus Geldern zusammen, der mit seinem VW Passat hinter dem Audi A4 die B9 in Richtung Kevelaer befahren hatte.

Die 47-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt und mit einem Rettungshubschrauber zu einer Klinik nach Duisburg gebracht. Inzwischen ist sie außer Lebensgefahr. Der 33-jährige Mann und sein vierjähriger Sohn wurden zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Insassen des Reisebusses sowie der 23-jährige Audi-Fahrer blieben unverletzt.

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