Alzheimertage: Thema Demenz aus der Tabuzone herausholen

Von: anna
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Ein Programm mit mehr als 30 Veranstaltungen bieten die Alzheimertage. Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Wolfgang Sommer, Petra Mittenzwei und Wilhelm Schulze (v. l. n. r..) stellten es vor. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Im Rahmen der Alzheimertage bündeln die Alzheimer-Gesellschaft Kreis Heinsberg, die Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung des Kreises Heinsberg sowie das Demenz-Servicezentrum Regio Aachen / Eifel vom 21. September bis 7. Oktober eine ganze Reihe von Veranstaltungen: Insgesamt gibt es rund 30 Angebote von 13 unterschiedlichen Einrichtungen in der Region – vom Basisvortrag über die Präsentation von Selbsthilfegruppen bis hin zu Sport oder Bewegung.

Gemeinsam mit Gesundheitsamtsleiter Dr. Karl-Heinz Feldhoff als Vertreter der Gesundheitskonferenz stellten die Veranstalter das umfangreiche Programm im Heinsberger Kreishaus vor. Wolfgang Sommer, Leiter des sozialpsychatrischen Dienstes im Kreisgesundheitsamt und Schriftführer der Alzheimer-Gesellschaft, wartete dabei mit Zahlen auf. In Deutschland seien aktuell 1,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. „Das heißt, knapp 5000 leben unter uns“, hatte er für den Kreis Heinsberg errechnet, „und es werden immer mehr“.

Die Zunahme hänge dabei nicht mit einer Ausbreitung der Krankheit an sich zusammen, ergänzten Dr. Feldhoff und Wilhelm Schulze von der Stabsstelle, sondern mit der immer älter werdenden Gesellschaft. Seien derzeit im Kreis noch 37.000 Menschen zwischen 65 und 80 Jahre alt, würden es 2030 vermutlich schon 53.000 sein, so Schulze weiter.

Die Zahl der über 80 Jahre alten Menschen sei für 2030 auf 19.000 prognostiziert, derzeit seien es 13.300. „Das sind große Herausforderungen in allen sozialen Themen“, erklärte Schulze. Und das betreffe die zukünftige Struktur im Quartier, denn viele alte Menschen würden so lange wie möglich in ihrem gewohnten sozialen Umfeld bleiben wollen. Die ärztliche Versorgung oder die Organisation der Pflegedienste nannte Feldhoff als wesentliche Beispiele. Es gebe da bereits viele Ideen, erklärte Schulze. Konzepte seien im Aufbau.

Sich dem Thema Demenz zu nähern, es aus der Tabuzone herauszuholen und für Menschen mit Demenz Verständnis zu gewinnen, dabei sollen auch die Veranstaltungen im Rahmen der Alzheimertage ­helfen. Sie sind nicht für Fachleute konzipiert, sondern ganz bewusst ein Angebot für jeden interessierten Bürger. Fast alle Angebote sind kostenfrei, erfordern allerdings eine Anmeldung.

Die zentrale Veranstaltung am Weltalzheimertag, am Mittwoch, 21. September, um 17 Uhr in der Erkelenzer Stadthalle, zu der keine Anmeldung erforderlich ist, beginnt mit einem Vortrag von Oberarzt Björn Massen vom Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz und Chefarzt Dr. Michael Plum von der ViaNobis Fachklinik in Gangelt.

„Demenzerkrankungen, Diagnostik und Therapie“ ist er überschrieben. Einer Einlage der Tanzgruppe der DJK Wassenberg folgen unter dem Leitsatz „Allein leben mit Demenz zwei kurze Filme der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, die Petra Mittenzwei vom Demenz-Servicezentrum für den Tag ausgewählt hat.

Im Mittelpunkt steht da einmal eine ältere, an Demenz erkrankte Dame beim Einkauf, im anderen Film ein Mitglied eines Kegelclubs. „Sehr gut gemachte Filme“, betonte Feldhoff; Filme, die einem die Thematik sehr nahe bringen würden. Im Gesundheitsamt seien Bäcker und Metzger zum Thema Einkauf von Kunden, die an Demenz erkrankt seien, bereits geschult worden, berichtete er in diesem Zusammenhang.

Über „Sport für Menschen mit Demenz“ wird Matthias Vonderbank vom Kreissportbund berichten, bevor das Programm mit einem Bewegungslied von Mieke Küppers und der DJK-Gruppe endet. Ganz bewusst gehe es in dieser Veranstaltung nicht allein um Wissensvermittlung, sondern in einem Schwerpunkt auch um Sport und Bewegung, erklärte Sommer bei der Programm-Vorstellung. Sport und Bewegung könnten nämlich in Bezug auf die Krankheit „einen gewissen protektiven Effekt“ haben. Ergänzend stellen 14 Einrichtungen ihr Angebot für an Demenz erkrankte Menschen im Foyer der Stadthalle vor und stehen für persönliche Beratungen zur Verfügung.

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