Alzheimertag: Botschaft lautet: „Wir sind nicht allein“

Von: hewi
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Freuen sich bei der Auftaktveranstaltung in Erkelenz über den Beginn der Alzheimertage im Kreis Heinsberg: Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Petra Mittenzwei, Wolfgang Sommer und Dr. Michael Plum (v. l. n. r.). Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. In der Erkelenzer Stadthalle sind die Alzheimertage im Kreis Heinsberg mit einer informativen Auftaktveranstaltung für Betroffene und Angehörige, Mitarbeiter der Pflegeberufe und Mediziner eröffnet worden.

Neben Fachvorträgen gab es Filmbeiträge sowie Tanz- und Sportvorführungen. Im Foyer der Stadthalle informierten Einrichtungen und Verbände über spezielle Demenzangebote. Die Alzheimertage dauern bis zum 7. Oktober und werden von der Alzheimer-Gesellschaft im Zusammenwirken mit demKreis Heinsberg und dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen / Eifel und örtlichen Altenhilfeeinrichtungen organisiert. In rund 30 Angeboten werden neben Informationen praktische Tipps und Hilfen vermittelt.

Ziel sei es auch, ein Verständnis für die Situation der an Alzheimer erkrankten Menschen zu vermitteln, erläuterte Wolfgang Sommer von der Alzheimer-Gesellschaft. Denn oftmals seien pflegende Angehörige überfordert mit den Folgen der Diagnose. Mit einem kreisweiten Netzwerk sollen ambulante Angebote ebenso wie stationäre Hilfe oder Therapie vermittelt werden.

Das Thema Alzheimer rücke immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft, erklärte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Karl-Heinz Feldhoff, bei der Begrüßung in der gut besuchten Stadthalle. Feldhoff verwies auf die steigenden Fallzahlen. Derzeit würden rund 1,6 Millionen Deutsche an einer Demenzerkrankung leiden, rund zwei Drittel davon mit der Diagnose Alzheimer.

In der Altersgruppe der über 90-Jährigen liege die Erkrankungsquote bei 40 Prozent. Aufgabe der Alzheimertage sei es auch, die Bürger bei dem Thema „mitzunehmen“ und aufzuzeigen, wie sie Verantwortung übernehmen könnten. Wichtig sei die Botschaft an die pflegenden Angehörigen: „Wir sind nicht allein.“

Eine Einführung in die Diagnostik präsentierte Oberarzt Björn Maassen von der Klinik für Neurologie, Geriatrie und Palliativmedizin am Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus. Eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs sei möglich, wenn die ersten Symptome frühzeitig erkannt würden, betonte er und plädierte auch aus diesem Grund für eine interdisziplinäre medizinische Betrachtung des Themas.

So könnten übergreifende Behandlungskonzepte zum Beispiel auch eine mögliche Mangelernährung, die infolge der Erkrankung auftreten könne, berücksichtigen. Wichtig seien eine frühzeitige Schulung der Angehörigen und die Planung eines Pflegedienstes.

Die Verschlechterung von Gedächtnisleistungen könne aber auch als Nebenwirkung Folge einer bestimmten Medikation sein. Wichtig sei daher, immer einen aktuellen Medikationsplan zu führen, mit dem auftretende Fragen frühzeitig beantwortet werden könnten.

Dr. Michael Plum ist Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Fachklinik ViaNobis in Gangelt. Die Klinik hat auf sieben Stationen 188 Plätze für die gerontopsychiatrische Behandlung. Er lobte die Versorgungsstruktur im Kreis Heinsberg.

Unterhaltung fehlte nicht bei der Auftaktveranstaltung: Die Tanzgruppe der DJK Wassenberg präsentierte unter Leitung von Mieke Küppers demenzgerechten Tanzsport und ein „Bewegungslied“.

Um Sport für Menschen mit Demenz ging es auch bei Matthias Vonderbank vom Kreissportbund. Zum Thema „Allein leben mit Demenz“ trug Petra Mittenzwei vom Demenz-Servicezentrum vor und zeigte zwei Filmbeiträge.

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