Altes Rathaus vor baulicher Veränderung

Von: hewi
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Nachher: Demnächst soll der Blick durchs Erdgeschoss frei sein, noch sind einige Bogengänge des Alten Rathauses zugemauert. Fotomontage: Stadt Erkelenz

Erkelenz. . Das Alte Rathaus im Herzen der Stadt Erkelenz bedarf dringend einiger Sanierungsmaßnahmen. Dieser Auffassung ist die Verwaltung, die dieses Thema auf der letzten Sitzung des Bau- und Betriebsausschusses ins Gespräch brachte. Bereits im vorigen Jahr waren der Ratssaal und die Fensteranlagen überarbeitet worden.

Nun stünden dringende Sanierungsarbeiten an der Fassade an, meint der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg. „Vor allem der Sockelbereich ist aufgrund der Feuchtigkeit, die in das Gemäuer gezogen ist, sanierungsbedürftig. ” Hinzu kommt dann der Fassadenstrich.

Bei der Sanierung soll der Vorschlag des Landeskonservators Rheinland aufgegriffen werden, der eine weitere Öffnung der Arkaden vorsieht. Dabei handelt es sich um die beiden mittleren Arkadenbögen, die durch Einbauten geschlossen sind.

Die Trafo-Station, die vor einer der Arkaden steht, wird im unmittelbaren Umfeld des Rathauses verlegt. Die Fassade und die Bogenhalle des Rathauses soll durch ein Lichtkonzept ausgeleuchtet werden, wodurch auch der weiteren Verschmutzung Einhalt geboten werden soll.

Vor dem Hintergrund des unsauberen Zustandes der Arkaden hatte die FDP einen Antrag formuliert, der die Schließung der Arkaden und weitergehend in dem entstehenden Raum auch eine gastronomische Nutzung vorsah. Ziel war der Schutz der Arkaden.

Dieser Überlegung widersprach der Landeskonservator, der das Rathaus„ als eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Stadt” bezeichnete, zu dessen charakteristischen Merkmalen eben diese Offenheit der Arkaden zähle.

Vorbild des 1546 fertiggestellten Baus im spätgotischen Stil sei das Alte Rathaus von Amsterdam. „Aus denkmalfachlicher Sicht scheint eine offene Lösung die verträglichste zu sein”, heißt es weiter in der Stellungnahme des Landeskonservators. Die Chance, dem Objekt seine „eigentliche Zweckbestimmung als Marktplatz zurückzugeben”, wäre durch eine Schließung oder Verglasung der Arkaden vertan.

Daher schlug die Verwaltung in Einklang mit dem Landeskonservator dem Ausschuss vor, die notwendigen Sanierungsarbeiten mit der Öffnung der beiden Arkadenbögen zu verbinden. Damit wären dann insgesamt neun Bogenjoche geöffnet.

Die geplante Maßnahme wird ausdrücklich vom Landeskonservator unterstützt, der auch eine 50-prozentige Förderung der Maßnahme aus Denkmalpflegemitteln in Aussicht gestellt hat. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 270.000 Euro. Für eine möglichst schnelle Antragstellung bis Ende September war der Grundsatzbeschluss des Ausschusses nötig.

Die Detailplanung wird besprochen, wenn es zur Erteilung der Fördermittel kommt. Konkrete Bau- und Folgekosten können erst im Rahmen des dann fälligen Baubeschlusses bei Vorliegen der Ausführungsplanung beziffert werden.

Sollte es zu dieser Öffnung kommen, geht der bislang gewohnte Blick aufs Alte Rathaus verloren, aber es wird, nicht nur den im Alten Rathaus tagenden Ratsmitgliedern ein neuer „Durchblick” gewährt.
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