Alte Wurzeln treiben bald neue Blüten

Von: Rainer Herwartz
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Zerkleinert und auf dem Weg zur termischen Behandlung bilden schnell wachsende Gehölze den Grundstoff für das Bioheizkraftwerk.

Heinsberg. „Back to the roots - zurück zu den Wurzeln” könnte das Vorhaben überschrieben sein, dem sich die Heinsberger Unternehmensgruppe Frauenrath zukünftig widmen möchte. Denn ein Blick in die Annalen verrät, dass der Aufstieg des heute in vielen Teilen der Bundesrepublik agierenden Bauunternehmens seinen Ursprung im Korbflechter-Handwerk nahm.

Und die dazu gehörende Korbweide wird möglicherweise schon bald wieder eine Rolle spielen. Diesmal jedoch nicht als Grundstoff kunstfertig hergestellter Körbe, sondern als schnellwachsender Brennstoff für ein Biomasseheizkraftwerk, das Frauenrath bereits im Jahr 2007 mit der Firma WEP in Hückelhoven errichtete. Nicht nur als für seine Komplettlösungen bekannter Hoch- und Tiefbauer, sondern auch als umweltbewusster „Energiebauer” wird Frauenrath zukünftig aktiv sein.

„Vielleicht wird es aber auch die westliche Balsam-Pappel, Chinaschilf oder die Robinie, die wir auf zwei jeweils fünf Hektar großen Geländen im Westen des Kreises Heinsberg anpflanzen werden”, räumt Arndt Frauenrath ein. Die Entscheidung, welche der ausschlagsfähigen Baumarten am Ende das Rennen macht, sei noch nicht gefallen. „Durch die thermische Verwertung von biogenen Energieträgern wird Strom und Wärme erzeugt”, erläutert der Seniorchef, der seine Begeisterung für die ökologische Energieumwandlung nicht verbirgt.

Im Hinblick auf Hückelhoven meint er: „Aus einem Input von etwa 42.000 Tonnen im Jahr wird saubere Energie von rund 19 Millionen kWh Strom für etwa 5400 Haushalte und circa 66 Millionen kWh Wärme für rund 2600 Haushalte mit Einspeisung in das Fernwärmenetz der Stadt Hückelhoven produziert.”

Vor über zehn Jahren, so Frauenrath, habe das Unternehmen bereits den Nutzen der nachhaltig zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energiequellen für Firma und Gesellschaft erkannt. Mit einem norddeutschen Partner errichtete Frauenrath im Jahr 2000 die ersten vier großen Windräder in der Nähe von Waldfeucht-Bocket und bei Blauenstein. „Die so umgewandelte Energieleistung entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 2250 Haushalten. Auch die Gemeinde Waldfeucht partizipiert von den Windenergieeinnahmen.”

Nur vier Jahre später wuchsen zwischen Waldfeucht und Kirchhoven durch die Frauenrath-Plambeck-Gruppe nochmals 10 Windräder gen Himmel, die jedoch an eine Investoren-Gruppe veräußert wurden. „Der Bereich um Waldfeucht gilt als besonders windintensiv. Deshalb sind dort so viele Windräder gebaut worden”, erläutert Frauenrath. Dafür, dass nicht jeder eine solche „Verspargelung” der Landschaft gutheißt, hat er durchaus Verständnis, dennoch sagt er: „Abgesehen von den wichtigen Klima- und Energiebelangen sind mit dem Braunkohletagebau zum Beispiel wesentlich erheblichere Eingriffe in die Natur und die Lebensräume von Mensch und Tier verbunden.”

Der Senior-Chef verschweigt in diesem Zusammenhang nicht, dass die Investitionen, die in den letzten Jahren auch in Photovoltaikanlagen mit recycelbaren Solarmodulen fließen, „für das Unternehmen wirtschaftlich sehr interessant sind”. Dies sei der Fall, weil der Staat durch die entsprechenden Vergütungsregelungen helfe, die wirtschaftlichen Grundlagen für die Nutzung der regenerativen Energien zu schaffen und sich so die enormen Anlagenkosten langfristig amortisierten. „Diese staatliche Förderung ist aber auch zu begrüßen, da hierdurch die Weiterentwicklung dieser Techniken gefördert wird. Unsere Exportfirmen sind dadurch weltweit führend und es entstehen die so nötigen Arbeitsplätze.”
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