Alles dreht sich um „Sicherheit im Netz”

Von: anna
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Referenten für das Starke-Kid
Referenten für das Starke-Kids-Netzwerk im Kreisgymnasium: Vera Servaty, Lyra Anton, Reiner Gerrards, Peter von der Forst, Friedrich-Wilhelm Mathieu und Nicola Thies (von links nach rechts). Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Seit 2008 engagiert sich das Starke-Kids-Netzwerk für die Belange von Kindern und Jugendlichen im Kreis Heinsberg, vor allem mit Blick auf deren Gesundheit.

Mitglieder sind Vertreter von Kindergärten und Schulaufsicht, Gesundheits- und Jugendamt, Ärzteschaft und Kreissportbund sowie vom Zeitungsverlag Aachen. Die AOK koordiniert die Aktivitäten. „Sicherheit im Netz” lautet der Titel eines neuen Projekts, das vom Netzwerk jetzt in zwei Schulen gestartet worden ist. Ziel der Aufklärungskampagne ist es, junge Menschen für die Gefahren, die im Internet lauern, zu sensibilisieren, darüber hinaus aber auch deren Eltern zu informieren.

Mit Unterstützung von der Arbeitsgruppe Jugendschutz im Kreis Heinsberg und mit externen Fachreferenten ist das Projekt zunächst in zwei Schulen in Form von Elternabenden an den Start gegangen: in der Gemeinschaftshauptschule Erkelenz und im Kreisgymnasium Heinsberg. Eingeladen waren jeweils die Eltern aller Sechstklässler und der „Peers” aus der Klasse neun, die - vorab geschult - ihr Wissen im zweiten Schulhalbjahr an die Sechstklässler weitergeben können. Parallel haben dann auch die Eltern der Sechstklässler die Möglichkeit, an weiterführenden Workshops teilzunehmen.

Über eine gute Resonanz im Kreisgymnasium freute sich Beratungslehrerin Nicola Thies, waren doch beim Elternabend für fast die Hälfte der Sechstklässler Elternvertreter dabei. Peter von der Forst, stellvertretender AOK-Regionaldirektor, begrüßte die Teilnehmer im Musiksaal und stellte zunächst das Netzwerk vor. Die vorgelagerte Ausbildung der „Peers” mache das Projekt nachhaltig, erklärte er. Die jüngeren Schüler könnten bei Problemen künftig immer ältere Schüler ansprechen. Zugleich würden die älteren Schüler in ihrer Kompetenz gestärkt.

Kommunikation finde heute über die Medien statt, erklärte Lyra Anton, Leiterin der Caritas-Beratungsstelle in Geilenkirchen. Verbote seien daher nicht sinnvoll. „Kinder müssen lernen, mit Medien umzugehen.” Den Eltern gab sie den Rat, sich genau darüber zu informieren, was die Geräte ihrer Kinder können, und mit ihren Kindern ganz klare Regeln zu vereinbaren. Eine sinnvolle Regel sei zum Beispiel, dass der Verlauf der Seitenaufrufe im Internet nicht gelöscht werde und von Eltern jederzeit einsehbar sei.

Kriminalhauptkommissar Friedrich-Wilhelm Mathieu, seit 14 Jahren in der Arbeitsgruppe Jugendschutz aktiv, machte den Eltern deutlich, dass nicht alles, was mit Computer oder Handy gehe, auch erlaubt sei. Die lange Liste möglicher Straftaten reichte von der Urheberrechtsverletzung über illegale Downloads bis zum „Happy Slapping”, der Videoaufzeichnung von tätlichen Angriffen. Er betonte, dass die Polizei in diesen Fällen durchaus auch Anzeigen gegen Kinder aufnehme, wenn diese noch nicht strafmündig seien. „Wir hören sie an. Oft reicht es, wenn sie einmal bei uns auf dem Stuhl gesessen haben”, sagte er.

Vera Servaty und Reiner Gerrards, Beratungslehrer an der Gesamtschule Essen-Borbeck, berichteten von einer ähnlichen wie der jetzt für den Kreis Heinsberg geplanten Initiative, die an ihrer Schule vor zwei Jahren gestartet wurde. „Der Weg kann nur der sein, die Schüler heute fit zu machen für den Umgang mit den Medien.” So wurde an dieser Schule etwa ein Handy-Führerschein in der achten Klasse eingeführt, zudem ein Profil-Check fürs Facebook oder ein sogenannter App-Check.

AOK schreibt wieder den Starke-Kids-Förderpreis aus: Bis zu 3000 Euro winken!

Starke Ideen gesucht! Für eine gesunde Ernährung und für mehr Bewegung von Kindern und Jugendlichen, für die Bewältigung von Stress und zur Suchtmittelvermeidung! Fast jedes sechste Kind (oder Jugendliche) ist heute übergewichtig, jeder Zweite im Alter von acht bis 18 Jahren zeigt Haltungsschäden, viele Jugendliche greifen mindestens einmal in der Woche zum Alkohol.

Die AOK Rheinland/Hamburg stellt sich gegen diesen Trend und sucht Unterstützer und Mutmacher! Deshalb schreibt sie jetzt wieder den Starke-Kids-Förderpreis aus. Rudi Völler, der frühere Teamchef der Fußball-Nationalmannschaft und heutige Sportdirektor von Bayer Leverkusen, unterstützt die Initiative.

AOK-Regionaldirektor Herbert Löscher: „Wir schreiben diesen Förderpreis seit 2008 im Kreis Heinsberg aus und fördern damit Projekte aus den Bereichen gesunde Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung, Suchtmittelvermeidung oder einen Mix aus diesen Bereichen.” Förderpreise in Höhe von bis zu 3000 Euro sind zu gewinnen.

Bewerben können sich Einzelpersonen und Bildungseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen, Freizeiteinrichtungen, Elterninitiativen, Vereine und Institutionen sowie Ärzte und Krankenhäuser. Voraussetzung ist, dass sie Projekte in der Kinder- und Jugendgesundheit realisieren. Anmeldeschluss: 28. Februar 2013.

Informationen sind in den AOK-Geschäftsstelle in Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg. Fragen beantwortet auch Vera Mobers: Telefon 02452/181333.

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