„Alle spielen ihre Rollen nicht nur, sie leben sie”

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Wassenberg-Effeld. Schon fast zwei Wochen vor den beiden Aufführungen war das Bürgerhaus komplett ausverkauft. Das war für das Effelder Laientheater „Almenrausch” neu. Zudem standen am vergangenen Wochenende die ersten beiden Auftritte unter der Leitung des neuen Regisseurs Willy Ritterbecks an.

Spannung pur also hinter dem blauen Vorhang und noch bei der offiziellen Begrüßung der jeweils rund 300 Zuschauer zum neuen Stück „DÔr Kappeshof im Hochzeitsfieber” oder „Wenn alle Schüre brenne”, die in diesem Jahr Verena Schröders übernahm.

Als sich dann der Vorhang öffnete und ob der herrlich als Bauernhaus-Wohnzimmer dekorierten Bühne ein zustimmendes Raunen mit vielen „Ahs” und „Ohs” durch die Zuschauer ging, war das Eis schon gebrochen. Oma Kappes (Berti Hohnen) schälte Kartoffeln und sinnierte über ihr Leben: „Wat es det för e läeve!”

Nach dem Tod der Tochter mit ihrem Schwiegersohn (Peter Hanrath) und Enkelin Julchen (Gaby Forger-Pommerening) allein auf dem Hof, wünschte sie sich nichts mehr, als beide unter die Haube zu bringen. Dabei helfen sollte ihr Krämerin Klothilde (Brigitte Nußbaum). Für Bauer Kappes arrangierte sie ein Treffen mit der angeblichen Millionärin Isabella Protzig (Katja Schmitz).

Sie entpuppte sich allerdings schnell als Hochstaplerin, wie seine angehende Schwiegertochter Lieselotte (Verena Schröders) recherchierte, die sich auf dem Hof als Magd „eingeschlichen” hatte. Als „Isolabella”, wie sie Bauer Kappes nannte, dann mit ihrem Architekten Dr. Kümmerling (Bernd Jennissen) und den Plänen für ein Sporthotel und auf dem Hof auftauchte, war sie längst durchschaut. Und der Bauer fand zu seiner Amalie (Ute Staas), die er so lange verschmäht hatte.

Viel mehr noch mussten die Zuschauer ihre Lachmuskeln bei den Auftritten von Julchen und ihrem Bräutigam Juppes (Toni Eyßen) strapazieren. Beide brillierten in anspruchsvollen Rollen, in denen es Naivität in Höchstform zum Besten zu geben galt. Da wurden dann auch schon mal Toilettenwasser und Eau de Toilette verwechselt, und der erste Kuss schmeckte nach „Ledderkes-Fla”.

Zu Höchststimmung lief das Publikum auf, als die beiden versuchten, ihre Kinder per Katalog zu bestellen und sowohl Oma Kappes, als auch Lieselotte es nicht schafften, ihnen zu erklären, wie´s denn richtig geht. Die Kinder würden ihnen vom lieben Gott geschenkt, versuchte es Oma Kappes: „Alles wat vürher Söng woar, mott man dann duen”, so ihr Rat, dass nach der Heirat „alles” keine Sünde mehr sei. Den verstanden die beiden aber auch nicht. Die rettende Idee hatte der Bauer, der die beiden zu den Affen in den Zoo schickte. Als sie in Affenmanier und Bananen essend von dort zurück auf die Bühne kamen, kannten Lacher und Jubel des Publikums keine Grenzen mehr.

Auf der Bühne gefeiert wurden anschließend nicht nur die Akteure, sondern neben Regisseur Willy Ritterbecks auch die Zuflüsterer Kornelia Thissen und Heike Schmitz sowie Heike Krause, die für die Maske zuständig war, darüber hinaus die Jungs von Radio Effeld, die für den guten Ton gesorgt hatten.

Hinter der Bühne gab es für Ritterbecks von seinen Akteuren Blumen und ein Geschenk für seine Premiere. Er fand nur Lob für seine Schauspieler: „Alle spielen ihre Rollen nicht nur, sie leben sie”, erklärte er begeistert.

Auch in diesem Jahr wird der Theaterverein den Erlös aus den beiden Aufführungen wieder dem Kinderhospiz in Olpe zukommen lassen.
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